RoadSense: Macht für mich Sinn!

Drehen und Fräsen von Bauteilen und Werkstücken, Pneumatik-Inhalte oder Elektrotechnik gehören normalerweise zu meinem Arbeitsalltag als Azubi der Mechatronik im ersten Ausbildungsjahr. Doch dann durfte ich, zusammen mit 200 Azubi-Kollegen aus dem Werk Sindelfingen, an dem RoadSense Programm der Mercedes-Benz Driving Academy teilnehmen.

Los geht’s

Morgens um 07:30 Uhr sind wir zusammen mit dem Bus in die Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart, direkt neben dem Werk Untertürkheim gefahren. Als wir dort ankamen wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Ich durfte gleich am Outdoor-Programm teilnehmen. Dabei wurden wir auf verschiedene Autos mit einem Fahrlehrer aufgeteilt. Dann ging es in der Kleingruppe auf einen abgesperrten Parkplatz, auf dem wir verschiedene Übungen durchgeführt haben. Wir lernten, welchen Einfluss man auch als Beifahrer auf das Verhalten des Fahrers nehmen kann.

An meinem Arbeitsplatz im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen

Die kleinen Dinge, die Dich aus dem Konzept bringen

Immer einer aus der Gruppe durfte sich hinter das Steuer setzen und mit dem Auto eine Runde über den Parkplatz fahren. Dabei habe ich gemerkt, wie leicht man sich von scheinbar kleinen Dingen aus dem Konzept bringen lässt. Telefoniert der Beifahrer beispielsweise oder schaut auf sein Handy und will einem ein Foto zeigen, ist man sofort abgelenkt und kann sich nicht mehr richtig auf das Fahren konzentrieren.

Wir haben auch gelernt nicht jedem Fahrer blind zu vertrauen. Oftmals sind Fahranfänger noch nicht so sicher auf der Straße wie sie denken. (Ich  bin mit meinen 17 Jahren ebenfalls noch ein Fahranfänger, besitze aber schon den sogenannten „BF-17“-Führerschein, der das Fahren mit einer älteren Begleitung, ebenfalls mit  Führerschein, erlaubt.)

Konzentration, bitte

Es ist wichtig, sich auch als Beifahrer auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, um vor möglichen Gefahren durch Fußgänger, Fahrradfahrer oder anderen Autos zu warnen.

Ein anderer Aspekt, den Fahrer und Beifahrer beachten müssen, ist die Ladungssicherung. Taschen, Wasserflaschen, Handys oder andere Gegenstände können zur tödlichen Gefahr werden, wenn sie nicht richtig verstaut werden. An einer Waage konnten wir das Gewicht von uns selbst oder anderen Teilen in das Gewicht umrechnen lassen, das bei einer Vollbremsung wirkt. So werden aus wenigen Kilo schnell einige Tonnen oder gar „Elefanten“, die durchs Auto fliegen.

Bälle fliegen durchs Auto

Dazu haben wir auch einen Versuch gemacht, bei dem einige Softbälle auf die Hutablage des Autos gelegt wurden. Als ich dann eine Vollbremsung gemacht habe, sind die Bälle durch das Auto geflogen. Die meisten Bälle sind den Insassen auf der Rückbank gegen den Kopf geknallt oder wurden durch die Vordersitze zurückgehalten. Ein Ball hat mich als Fahrer an der Schulter erwischt und ist im Fußraum liegen geblieben. Ich will gar nicht daran denken, wenn so etwas einmal mit vollen Wasserflaschen passiert. Wie oft legt man einfach etwas unachtsam auf den Rücksitz oder die Hutablage!

Als wir damit fertig waren, fuhren wir wieder zurück zur Niederlassung. Nun ging es Indoor weiter.
Zunächst haben wir gelernt, dass verschiedene Stimmungen im Auto den Fahrer beeinflussen können. Sind die Mitfahrer in ausgelassener Feierlaune, ermuntern sie vielleicht den Fahrer, schneller zu fahren. Dadurch übersteigt der Fahrer seine fahrerischen Fähigkeiten und hat möglicherweise das Auto nicht mehr unter Kontrolle. Auch ein Streit ist sehr gefählich, da sich der Fahrer nicht mehr allein auf die Straße konzentrieren kann, sondern mit den Streithähnen zu tun hat. Dann ist es sinnvoll die nächste Straßenbucht anzufahren, bis sich die Stimmung wieder beruhigt hat.

Fahren mit Rauschbrille

Danach hatten wir die Möglickeit eine Rauschbrille aufzusetzen. Diese spiegelt einem die Wahrnehmung eines Betrunkenen wider. Es war erschreckend zu sehen, dass man auf einmal nicht mehr geradeaus laufen kann und den kleinen Kurs, den man ohne diese Brille spielend geschafft hat, nur mit großer Mühe bewältigen kann.

Der ÜberschlagsimulatorToter Winkel oder wie eine Person aus dem Spiegel verschwindet

In einem Versuch wurde mir mit der gesamten Gruppe gezeigt, wie groß der Tote Winkel am Auto ist. Vier Leute aus der Gruppe haben sich in ein Auto gesetzt und der Rest der Gruppe hat sich nach und nach in einem markierten Feld auf dem Fußboden gesammelt. Als die komplette Gruppe in diesem Bereich stand, konnte der Fahrer keine einzige Person mehr über die Außenspiegel erkennen. Dass eine so große Menge an Leuten einfach aus dem Sichtfeld des Fahrers verschwinden kann, ist wirklich erstaunlich. Auch in dieser Situation ist der Beifahrer gefragt. Er kann zum Beispiel beim Abbiegen den Fahrer unterstützen, indem er selbst Ausschau nach anderen Fahrzeugen oder Personen hält.

Auf dem Kopf stehen

Zum Abschluss durfte man sich noch in einen Überschlagsimulator setzen. Es ist beruhigend zu wissen, wie man sich selbst aus dem Auto befreien kann, wenn es auf dem Kopf steht. Einfach Abschnallen wäre lebensgefährlich und eine solche Situation will ich nie im Ernstfall erleben. Der Simulator zeigt aber auch, wie wichtig es ist, sich im Auto anzuschnallen, um bei einem schweren Unfall eine Überlebenschance zu haben.
Es war ein sehr cooler und aufregender Tag für mich und er hat meine Sicht auf den Straßenverkehr sowohl als Fahrer, vor allem aber auch als Beifahrer verändert und erweitert. Ich habe gemerkt, dass der Beifahrer viel mehr Einfluss auf eine sichere Fahrt hat, als man oft denkt…


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Er macht eine Ausbildung zum Mechatroniker und träumt von seinem ersten eigenen Auto, einer Mercedes-Benz A Klasse. Gemeinsam mit 200 Azubi-Kollegen aus dem Werk Sindelfingen durfte er an dem RoadSense Programm der Mercedes-Benz Driving Academy teilnehmen.

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