Auf die Bälle? Fertig? Los!

One, two, ready, go! Charles Moulton´s Precision Ball Passing gilt inzwischen als Kult unter den weltweit gefeierten Choreographien, die für Laientänzer und Profis gleichermaßen geeignet sind. Die Idee: Ball Passing funktioniert nur durch das perfekte Zusammenspiel in der Gruppe. Durch nur einen kleinen Fehler, kann die gesamte Gruppe aus dem Gleichgewicht geraten.

Seit über dreißig Jahren reist der amerikanische Choreograph – mit der Überzeugungskraft eines Missionars – um die Welt, um Ball Passing einzustudieren, ob mit Schülern, Inhaftierten oder Flüchtlingen. Funktioniert Ball Passing auch mit Bankmitarbeitern? Genau das galt es herauszufinden.

Dance Festival COLOURS

Auch Eric Gauthier, der künstlerische Leiter des International Dance Festival COLOURS, hat einst Seite an Seite mit seinen Klassenkameraden das Ballübergabe-Spiel von Charles Moulton erlernt. Drei Jahrzehnte später holt er nun als Festivalmacher den Choreographen nach Stuttgart. In die Rolle der Ball Passer schlüpfen diesmal die Förderer des Festivals.

Als Hauptsponsor von COLOURS nehmen die Mercedes-Benz Bank und Daimler Financial Services die Challenge an, in Stuttgart ein 36-köpfiges Team zusammenzustellen. Ihre Mission: drei Wochen diszipliniertes Training. Das Ziel: ein Auftritt auf der COLOURS Bühne beim Open-Air-Event „COLOURS in the City“ am 19. Juni vor 3.000 Zuschauern.

In einem Mercedes-Benz Bank Townhallmeeting am 9. April stellte Eric Gauthier gemeinsam mit Bank-Chef Franz Reiner erstmals Ball Passing vor – spontane live Performance inklusive. Auf diesen unkonventionellen Aufruf meldeten sich gleich dreißig enthusiastische Mitarbeiter. Die letzten Anmeldungen ließen bis kurz vor Trainingsbeginn auf sich warten.

Ball Passing = Teambuilding

War es die Furcht vor dem Bühnenauftritt? Die Befürchtung nicht geschickt und sportlich genug zu sein? Oder etwa Berührungsängste gegenüber den Kollegen? Doch ob im Großraumbüro, der Kantine oder auf den Fluren, da sprach es sich rum, dass es noch freie Plätze für ein abteilungsübergreifendes Teambuildingevent in englischer Sprache mit sportlichen Elementen gibt.

Mutige Freiwillige meldeten sich bei mir. Schließlich war es meine Aufgabe als Mitarbeiterin von Corporate Communications auf Unternehmensseite gemeinsam mit Charles die Gruppe zu koordinieren. Sei es Schicksal oder Zufall. Platz 36 blieb trotz aller Bemühungen unbesetzt. Und so kam es, dass ich mich selbst – gepackt von der Neugier – auf dieses Experiment einließ und zur Ball Passerin wurde.

Balls up in the air

Frei nach dem Motto: „Wer nach dem Stern greift, muss erst am Boden turnen.“ führte der Weg zum Bühnenauftritt über zwölf gemeinsame Trainings á eine Stunde. Am 1. Juni um 12.05 Uhr war der offizielle Auftakt.

Lektion Nummer 1: Ball Passing funktioniert nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen. Dass ein Amerikaner uns Deutschen die Pünktlichkeit lehrt, spornte uns umso mehr an bei den darauffolgenden elf Sessions zu zeigen, was in uns steckt.

Lektion Nummer 2: (one, two, three, four, five, six, seven, eight, one, two,…) Im Tanz wird im Allgemeinen nur bis acht gezählt, dann kommt die nächste Achterformation. Für Bänker kein Problem. Dafür muss weder eine komplizierte Formel her noch ein leistungsstarker Rechner.

Lektion Nummer 3: Wer mit Konzentration und Spaß am Ball bleibt, der wird mit neuen Erfahrungen belohnt und entdeckt, wie 36 Mitarbeiter zu einem großartigen Team zusammenfinden. Gemeinsam aus Fehlern lernen, immer wieder neu anfangen, im Rhythmus die Bälle zupassen, sich auf den Moment konzentrieren…

Der Tag des Auftritts

Und dann kam der Tag des Auftritts. Groß ist die Bühne, noch größer die Aufregung, am größten die eigenen Erwartungen. Im Backstage Bereich rein ins Kostüm, schnelle Bühnenprobe vor den ersten neugierigen Blicken der Passanten, Wiederholung um Wiederholung der Choreographie, kurze Verschnaufpause und dann gaben Eric Gauthier und Franz Reiner die Bühne frei.

Drei Wochen lang probten wir für knapp drei Minuten Auftritt und fierberten auf diesen Augenblick hin. Die Musik startet und wie von selbst passen wir uns die Bälle zu. Es gelingt! Noch bevor die Musik erlischt, fliegen die Bälle hoch in die Luft. Mission erfüllt. Die Belohnung: der rauschende Applaus einer tobenden Menge, Bodenhaftung ade – Höhenflüge juhe. Manch ein Ball Passing Star ward geboren.

Und weil der Bühnenauftritt auf dem Marktplatz rund lief, folgte sogleich das Angebot zur zweiten Mission: Ball Passer als Eröffnungsakt der Generalprobe der Eröffnungsgala „Night of the COLOURS“ am 24. Juni im Theaterhaus. Die Begeisterung der 36 Teilnehmer war groß. Wer erfolgsverwöhnt die Bretter dieser Welt betreten hat, der möchte wiederkehren. Ball Passing II war ebenfalls eine Erfolgsstory, aber keine, auf die an dieser Stelle eingegangen werden soll.

Who needs balls?

Wenn inmitten der Proben alle Bälle vor lauter Schusseligkeit zu Boden fielen und unser wichtigstes Arbeitsmittel nicht mehr in unseren Händen lag, fragte uns Charles „Who needs balls?“ Alle sammelten andächtig die Bälle auf und dann ging´s weiter – mit Motivation und Willensstärke. Immer seltener waren Bälle am Boden zu sehen.

Who needs Ball Passing?

Auch ich fragte mich „Who needs Ball Passing?“. Und warum stellt ein Unternehmen 36 Mitarbeiter für solche eine Aktion im Rahmen eines Kultursponsorings für 12 Sessions frei?

  • Weil die Vielfalt des Tanzes Hand in Hand geht mit der Unternehmensvielfalt?
  • Weil man etwas Anderes tun muss, um das, was man immer macht, mit anderen Augen sehen zu können?
  • Weil in einem bewegten Körper auch ein bewegter Geist steckt?
  • Weil es eine Ehre ist, sich mit einer herausragenden Persönlichkeiten wie Charles Moulton jenseits der sprachlichen Barrieren auszutauschen?
  • Weil das Intermezzo vom Büroalltag und die Möglichkeit die Lackschuhe gegen Turnschuhe auszutauschen einfach nur gut tut?
  • Weil man seine Kollegen von einer neuen Seite kennenlernt?

Die Antworten sind: ja, ja, ja, ja, ja und ja. Und natürlich weil es Spaß macht.


Ball Passing war nur eine von vielen Mitmach-Aktionen beim Mercedes-Benz Bank und Daimler Financial Services Sponsoring von COLOURS. Die innovative Spendenkampagne „Dance for Good“ ragt hervor mit einer Eventinstallation auf dem Rotebühlplatz, in der jeder seinen Move eintanzen könnte. Für jeden Tanz spendet die Mercedes-Benz Bank 6 Euro an ein integratives Tanzprojekt mit Flüchtlingskindern. Neugierig geworden? Bilder sagen mehr als 1000 Worte; zum „Dance fo Good“ Video geht´s hier entlang.


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