Kids, Karts und eine schöne Runden-Zeit

Heute ist es endlich soweit: Unsere Kinder des Rallye Club Böblingen drehen zusammen mit den Mercedes-AMG DTM Fahrern Lucas Auer und Maximilian Götz und den Kindern der Käthe Kollwitz Schule schnelle Kart-Runden auf dem Slalom-Kurs. Im Rahmen unseres Inklusionsprojektes hatten wir einen Kartanhänger gebaut.

Inklusionstraining mit zwei DTM-Piloten

Nach dem Blogbeitrag war ich über die positive Resonanz echt überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Beitrag so oft gelesen wurde. Noch überraschter war ich, als der Motorsportbereich aufgrund meines Blogbeitrages Interesse an unserem Inklusionsprojekt zeigte. Ein Inklusionstraining mit Teilnahme zweier Mercedes-AMG DTM Fahrer. Eine Idee, bei der wir als Verein und ich als Daimler-Mitarbeiter sofort begeistert waren..

Wir haben mittlerweile ja schon Routine mit den Inklusionstrainings beim RCB, schließlich trainieren wir Kinder mit und ohne Handicap nicht zum ersten Mal im Kartslalom.

Highlight in unserem Vereinsleben

Aber dieses Mal ist trotzdem alles irgendwie anders. Denn zwei echte Rennprofis  haben sich zum Training angemeldet. Sie möchten auch gerne an diesem Inklusionstraining teilnehmen und das Kart-Gespann mit Anhänger fahren. Das ist natürlich ein echtes Highlight in unserem Vereinsleben.

Wann hat man schon mal die Gelegenheit, mit  Fahrern aus dem Profi-Rennsport hautnah in Kontakt zu kommen. Und das auch auf unserem Trainingsgelände,  als Gastgeber auf unserer „Homebase“. Unsere Kinder sind sehr aufgeregt. Der Event findet unter der Woche statt, sodass die Kinder sogar von der Schule beurlaubt werden. Schon alleine das ist ja für die Kids ein besonderer Genuss.

Lucas Auer (graue Jacke) und Maximilian Götz (Shirt mit BOSS-Logo) lassen sich den Kart-Anhänger zeigen

Alles schon aufgebaut, niemand drückt sich!

Ich selbst komme zur vereinbarten Zeit um 9:30 Uhr am Platz an und bin erstaunt, dass fast alle Vereinsmitglieder schon da sind und mit dem Aufbau begonnen haben. Das zeigt den Geist unseres Vereins: alle stehen zusammen, jeder bringt sich ein, niemand drückt sich vor dem Einsatz. Da ist der Parcours mit Pylonen und Absperrungen, unser Zelt, unsere Slalomkarts und der Kartanhänger schnell und sehr pünktlich aufgebaut und vorbereitet.

Die Spannung steigt. Jetzt fehlten nur noch Lucas, Maximilian und die Kinder der Käthe-Kollwitz Schule, eine Schule für Kinder, die aufgrund Entwicklungsverzögerungen oder geistigen Behinderung besondere Unterstützung beim Lernen benötigen. Der Kontakt zur Käthe-Kollwitz Schule kam über die Lebenshilfe Böblingen zustande, mit deren Hilfe wir schon einige Inklusionstrainings absolviert haben.

Die Kids und die „Jungs“

Und dann kommen zuerst Lucas Auer und dann Maximilian Götz. Natürlich mit standesgemäßem Dienstwagen, einem C 63 S AMG. Die beiden sind wirklich sehr sympathisch und so ist das Eis schnell gebrochen. Den beiden wird kurz gezeigt, wie das Fahren mit unserem Kartanhänger funktioniert. Verdrehte Welt: Wir erklären den Profis wie es geht. Wo gibt´s denn sowas? Der Rest geht eigentlich wie von selbst. Viele Erklärungen brauchten die beiden Profis natürlich nicht.

Spaß und Lachen & Pylonen in der Luft

Die Kinder der Käthe-Kollwitz Schule können mit den Rennfahrern zusammen im Kartanhänger mitfahren. Für alle ein besonderes Erlebnis. Viel Spaß und Lachen bei uns auf dem Trainingsgelände.

Auch die DTM-Fahrer fühlen sich sichtlich wohl bei uns. Lucas ist im Gegensatz zu Maximilian in seiner Jugend nicht Kartslalom gefahren. Deshalb sind bei ihm in den ersten Runden auch mehr Pylonen durch die Luft geflogen als bei Maximilian. Aber den Schülern der Käthe-Kollwitz Schule und uns ist das egal. Berührungsängste, Vorurteile oder Zurückhaltung – Fehlanzeige!

So vergeht die Zeit wie im Flug. Schade eigentlich, wir hätten die Gäste gerne noch länger bei uns gehabt. Aber wir schießen viele Erinnerungsfotos und bekommen Autogrammkarten (die Kinder sogar Mercedes-Caps).

Klein aber schnell, oho!

Nach dem gemeinsamen Fahren mit den Kindern mit Handicap nutzt unser Nachwuchs noch die Gelegenheit, unter Rennbedingungen gegen die DTM-Fahrer anzutreten. Eine ungleiche Challenge, Profis gegen Kinder. Aber wer jetzt denkt, dass unsere Kinder chancenlos sind, der irrt. Ganz im Gegenteil.

Lucas und Maximilian haben zwar alles gegeben, aber erstaunlicherweise sind unsere Kids einfach schneller und in dieser speziellen Disziplin Kartslalom routinierter. Die DTM-Fahrer wollen das nicht auf sich sitzen lassen und sind gleich nochmal gegen unsere Kids angetreten. Doch auch im zweiten Umlauf konnten sie nichts gegen die Böblinger ausrichten. Das ist für uns alle wirklich ein tolles Erlebnis.

Lucas Auer beim Start

Motorsport weckt Emotionen

„Das Ambiente hier auf dem Trainingsgelände des Rallye Clubs Böblingen ruft bei mir sofort Erinnerungen an meine eigene Zeit im Kartsport hervor“, sagt Lucas Auer. Der Österreicher legte zwischen 2001 und 2010 in verschiedenen Kart-Rennserien den Grundstock für seine Motorsport-Karriere.

„Es ist schön zu sehen, wie viel Spaß die Kids am Kartfahren haben. Motorsport weckt eben schon in jungen Jahren wunderbare Emotionen.“

Im Anschluss an diese Challenge nutzen wir noch die Chance, Lucas und Maximilian Fragen zu stellen.

Unsere Kinder haben keine Berührungsängste und fragen alles, was sie wissen wollen: Fragen zum Motorsport und dem Rennbetrieb, wie sie ich auf Rennen vorbereiten, aber auch zu deren privaten Situation und sogar, ob sie Haustiere haben.

Maximilian Götz vor dem Start

Jeder lernt vom anderen

Gelernt hat jeder vom anderen: Unsere Kinder sind  beeindruckt, wie unkompliziert und offen die Rennfahrer mit ihnen und auch den gehandicapten Kindern umgehen. Keine Starallüren, keine Extravaganzen. Und die Kids erfahren, dass man ohne regelmäßigen Ausgleichssport im Rennsport keine guten Leistungen erbringen kann.

Die Kinder mit Handicap haben heute erlebt, dass sie sich (egal wo) integrieren und dabei Spaß haben können- und so angenommen werden wie sie sind. Und die DTM-Fahrer? Sie haben gelernt, dass es in Böblingen Kinder gibt, die ziemlich schnell Kartslalom fahren…

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, mit den Kindern um die Strecke zu fahren und ihnen einen kleinen Einblick in den Rennsport zu geben. Ich glaube, dass sie hinterher genauso glücklich waren wie Lucas und ich“

sagt Maximilian Götz. Wie die meisten Motorsportler begann auch er seine Karriere 1996 im Kart. Bleibt mir nur, allen Beteiligten für diesen besonderen Tag zu danken!


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