Hilfe für die Menschen in Nepal

„…und wie kommst du auf Nepal?“ Noch heute fällt es mir schwer in Worte zu fassen, was mich vom ersten Tag an in Nepal beeindruckt und berührt hat. Wie so viele brachte mich die Faszination der Berge, der berühmte Himalaya, nach Nepal. Aber waren es nur die Berge? Es ist die Natur, die Menschen, ihre Kulturen, wie sie leben und ihren Glauben pflegen und damit so sehr das Land prägen… das alles macht Nepal für mich zu etwas ganz Besonderen.

„Und, weißt du was Neues aus Nepal?!“ Das ist die Frage, die ich in den letzten Wochen täglich gestellt bekomme. Ein großer Teil meines geliebten Nepals liegt in Schutt und Asche und viele meiner langjährigen Freunde stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Alle unsere Projekte und Partner sind von den zwei starken Erdbeben betroffen. Uns fiel ein Stein vom Herzen, als wir nach tagelangen Kontaktversuchen endlich die Nachrichten bekamen, dass alle überlebt haben und es nur leichte Verletzungen gab.

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Dennoch sind die Ausmaße verheerend und wir standen hier erstmal völlig ohnmächtig vor diesen Neuigkeiten. Das Interesse, die große Anteilnahme und die Unterstützungen freuen mich sehr und ich bin froh, dass wir durch die mehr als fünf Jahre Vereinserfahrung die Möglichkeiten haben schnell Hilfe vor Ort in Nepal ankommen zu lassen.

Nepal und ich

Aber jetzt nochmal von vorne… Nachdem ich also als klassischer Tourist unterwegs war und mich aber vom ersten Tag an fast wie zu Hause gefühlt habe, hatte ich mich dazu entschieden, einen Teil meiner restlichen Daimler-Auszeit zu nutzen um in Nepal zu leben. So habe ich weitere sechs Monate in Nepal, in einem Kinderheim nahe Kathmandu gearbeitet. An das Kinderheim kam ich durch Sarah Klingenstein, eine langjährige Freundin, die selbst Jahre zuvor, im selben Heim gearbeitet hat. Sie hat mich und die Kinder in der Zeit besucht und alte Freunde wieder getroffen. In den Monaten hat sich mein Netzwerk ausgebaut und ich habe sehr engagierte und vertrauenswürdige Nepalesinnen und Nepalesen kennengelernt.

Vereinsgründung

Für mich war klar und offensichtlich, dass man mit wenigen finanziellen Mitteln in Nepal schon viel erreichen kann und noch offensichtlicher war und ist die große Armut und die extrem schwierigen Bedingungen, unter denen die Menschen leben müssen. So kam mir die Idee, nach meiner Rückkehr in Deutschland, einen Verein zu gründen. Sarah zu fragen war nur noch pro forma und so haben wir wenige Wochen nach meiner Rückkehr unseren gemeinnützigen Verein gegründet und uns im Vereinsregister eintragen lassen.

Sarah und ich bilden den Vorstand unseres Vereins. Wir organisieren und bearbeiten ehrenamtlich alle notwendigen Aufgaben. Inzwischen haben wir knapp über 100 Mitglieder, die alle einen Jahresbeitrag von EUR 24.- bezahlen. Zusätzlich erhalten wir Spenden von privaten Unterstützern und z. B. Weltläden im Umkreis. Weitere Unterstützung bekommen wir durch Spendenaufrufe in der Presse. Ich versuche 1-2 Mal im Jahr nach Nepal zu reisen um die Partner und Projekte zu besuchen (Sarah hat zwei kleine Kinder und war letztes Jahr im Herbst wieder in Nepal dabei). Die Projektreisen finanzieren wir privat, für unsere Flyer oder Poster finden wir immer wieder Sponsoren. So können wir garantieren, dass unsere Spendengelder zu 100% in Nepal bei unseren Projekten ankommen und eingesetzt werden.

Finanzierung von Medizin Camps

Hauptsächlich fokussieren wir unsere Projekte auf die Themen Gesundheit, Bildung und die Unterstützung benachteiligter Familien. Zu Beginn haben wir in der Langtang-Region Schulen gebaut, Schülerinnen und Schüler durch Lehrmaterial unterstützt, Solaranlagen installiert und verwitweten Familien geholfen. Nachdem die Projekte von nepalesischen Partnern selbst fortgeführt werden konnten, haben wir uns neuen Aufgaben/Projekten zugewandt. Seit mehreren Jahren arbeiten wir zusammen mit einem anderen Verein (LiScha-Himalaya e.V.) in einer Region südlich von Kathmandu. Seit drei Jahren finanzieren wir dort gemeinsam jährliche Medizin Camps.

Mit nepalesischen Teams gehen wir in die abgelegene Region, gestalten aus Klassenzimmern Behandlungszimmer und versorgen so an drei Tagen 1.500 Patienten. Die Menschen in der Region müssen unter den schwierigsten Bedingungen leben. Es gibt kein Strom, kein fließend Wasser, die Flüsse und Quellen dienen als Trinkwasser und sind mit langen Fußmärschen verbunden.

Die Menschen haben viel zu wenig Fläche zur Bewirtschaftung zur Verfügung, so dass sie selbst bei guter Ernte die Familie ca. fünf Monate von diesem Ertrag ernähren können. Um alles Weitere kaufen zu können, müssen die Männer oder größere Kinder als Erntehelfer in den Süden oder in die Golfstaaten ausreisen.

Schule und Kinder sind wichtig

Des Weiteren haben wir in der Region einen Schulbau mit finanziert und unterstützen das Projekt „Schulspeisung“ für alle 16 Schulen in der Region. Unsere Partner von LiScha-Himalaya e.V. und USD Nepal leisten beeindruckende Arbeit und ohne sie wäre all das nicht möglich. Wir sind glücklich über so tolle Projektpartner.

Ein weiteres Projekt, das uns sehr am Herzen liegt, befindet sich am Rande von Kathmandu. Seit 10 Jahren leitet Pushpa Basnet ihr Kinderheim. Sie ist eine sehr engagierte 30-jährige Nepalesin, die es sich zu ihrer Aufgabe gemacht hat, die Kinder, die mit Ihren Eltern im Gefängnis leben müssten, ein Heim und die Chance auf Bildung und ein gesundes Leben zu geben. Wir unterstützen Pushpas Organisation und finanzieren allen Kindern die gesamte medizinische Versorgung bereits seit sechs Jahren.

Viele Details und Hintergründe verbergen sich hinter unseren Projekten. Zum Großteil schlimme Einzelschicksale sind damit verbunden und erleben wir seit unserer Vereinsgründung immer wieder. Wenn Sie Interesse haben, freue ich mich, wenn Sie einen unserer Vorträge besuchen. Sollten Sie Fragen haben oder mehr erfahren möchten, können Sie mich auch jederzeit kontaktieren oder unsere Homepage besuchen.


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