Optimierungswirtschaft trifft Ideenwirtschaft

Eine Ideenwirtschaft sei das Silicon Valley, hat Venture Capitalist Andreas von Bechtolsheim uns, der rund 70-köpfigen Delegation aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unter Leitung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, bei unserem Treffen in Palo Alto mit auf den Weg gegeben.

Eine Ideenwirtschaft, was ist das? Zu Beginn unserer sechstätigen Delegationsreise nach Kalifornien haben wohl am ehesten die mitreisenden Wissenschaftler*innen davon einen Begriff, da es ja ihr Job ist, neue Erkenntnisse zu entwickeln. Auch wenn ich die große Leistung der baden-württembergischen Unternehmen bei der Entwicklung neuer Patente kenne, bin ich als Abgeordnete des Mittleren Neckarraums, die oft Unternehmen der Automobilbranche und des Maschinenbaus besucht, eher eine Optimierungswirtschaft gewöhnt: Den Verbrennungsmotor noch effizienter machen, die Präzision und den Energieverbrauch der Zerspanungsmaschinen noch weiter verbessern, das sind Themen meines wirtschaftspolitischen Alltags.

Winfried Kretschmann (Ministerpräsident Baden-Württemberg) und Arwed Niestroj (CEO bei Mercedes-Benz Research & Development North America)

Nach meiner Kategorisierung fußt Daimler in der Optimierungswirtschaft. Das Unternehmen vermittelt mir bei unserem Besuch in Sunnyvale den ernsthaften Versuch, beides verbinden zu wollen. So mit der innovativen Entwicklung zum autonomen Fahren, die an bisherige Entwicklungen zum assistierten Fahren anknüpft. Und mit der Adaption des ortsüblichen lockeren Stils, moderner Arbeitsplatzkonzepte und einer internen Ideenschmiede. Das wäre ja vielleicht auch etwas für Untertürkheim et al.

Welche Erkenntnisse und Eindrücke bleiben mir von den Begegnungen mit AppleGoogleTeslaDaimlerSAP, Investoren, Gründer*innen, Datenschutzaktivisten, Professoren und Politikern? Zu viele, um sie in diesem Beitrag mitteilen zu können. Meine Spotlights sind:

Energiewende

Bemerkenswert, wie genau sich die Multiplikatoren der Bay Area mit der deutschen Energiewende auskennen. Nicht nur die kalifornische Regierung lobt unsere Vorreiterrolle (und erkundigt sich besorgt nach dem Stromnetzausbau), auch Google begrüßt uns mit dem Dank, die Photovoltaik so günstig gemacht zu haben, dass sie jetzt hervorragend nutzbar sei.

Altruistische Atmosphäre als Anreiz

Das knappe Personal ist ein zentrales Thema der Unternehmen im Valley. Die Ansage bei Google, dass die Leute zu ihnen kommen und die ökologischen und sozialen Probleme der Welt lösen sollen, ist dabei sicher ein gutes Konzept zur Motivation und Bindung von Personal. Und genügend Ideen, mit denen sich Geld verdienen lässt, kommen dabei auch heraus.

Wissen schafft Werte

Wir sollten unsere Hochschulen besser nutzen, um Unternehmensgründungen voran zu bringen. Das kann von Studieninhalten zu Entrepeneurship über Netzwerke bis zum – von der Landesregierung gewollten und unterstützten – stärkeren Engagement der Hochschulen in der Weiterbildung gehen, die beispielsweise ausgründungswilligen Mitarbeitenden aus Unternehmen nützen kann.

Und abschließend

Die hochrangigen Gespräche mit Governor Jerry Brown oder dem Präsidenten der Stanford University John Hennessy und Ministerpräsident Kretschmann zu begleiten und viele spannende Gespräche im pulsierenden Kalifornien selber führen zu können, war mir eine Ehre und Freude.


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Sie ist MdL, stv. Fraktionsvorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg. Mehr Informationen finden Sie auf ihrer Website.

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