Engineering IT, und was das Leben sonst noch spannend macht

Schnelle Fahrzeuge, Prototypen und digitale Engineering Daten sind meine Welt! Und darum beschäftige ich mich als Ingenieurin im Bereich der Virtuellen Produktentwicklung vor allem mit der Entwicklung und Einführung von Engineering IT Standards.

Virtuality:­ Das Unsichtbare sichtbar machen…

Die Virtuelle Produktentwicklung bzw. das Virtual Engineering ist ein ingenieurwissenschaftlicher Ansatz: Wir wollen physisch nicht existente Dinge virtuell erlebbar machen. Also intelligente Lösungen schaffen, die es Ingenieuren ermöglichen, komplexe Produkte virtuell zu entwickeln, sie in deren Umgebung zu erforschen sowie mit Partnern und Lieferanten auszutauschen. Ein Großteil der automobilen Produktentwicklung geschieht heute nicht mehr physisch, sondern vor allem digital, bzw. virtuell. Die Fahrzeuge und deren Bestandteile sind komplexer als früher.

Deshalb treiben Forschung und Industrie effiziente Methoden, IT-Lösungen und -Technologien für die Virtuelle Produktentwicklung voran. So gelingt es, Fahrzeuge am Computer zu entwickeln und „virtuelle Prototypen“ (Digital Mock Ups) für Berechnungen und Simulationen (bspw. Crash-Simulationen oder Montageuntersuchungen) einzusetzen (s. Abb. 1&2).

Standards, Schlüssel und Systemlandschaften…

Engineering IT Standards sind hierbei ein Schlüssel. So ermöglichen offene und standardisierte Datenformate in der Virtuellen Produktentwicklungen vor allem mehr Unabhängigkeit und Durchgängigkeit bei heterogenen Systemlandschaften. Soll heißen: Jeder, der bereits mit unterschiedlichen Dateiformaten und komplizierten Konvertierungen zu kämpfen hatte, weiß die Vorzüge eines Standards zu schätzen. Ähnlich des mp3 oder pdf Formats für Audio- bzw. Textdateien, schaffen Engineering IT Standards eine gemeinsame Sprache für das Handling und den Austausch von Entwicklungsdaten (z.B. für 3D-Daten, Strukturdaten, Simulationsdaten, Anforderungen).

Interpretieren und austauschen lassen sich die im Standardformat abgelegten Datensätze dadurch nicht nur von unternehmensinternen Softwarelösungen, sondern auch über System-, Landes- und Sprachgrenzen hinweg, zwischen Partnern und Lieferanten. Die Potentiale und Methoden rund um den Einsatz und die Entwicklung von Engineering IT Standards sind bislang nur geringfügig bekannt. Deshalb erforsche ich im Rahmen meiner Dissertation neue Ansätze, um eine umfängliche Engineering Collaboration über Disziplinen, Lebenszyklusphasen und Kooperationspartner hinweg, durch die Kombination von Standards zu verwirklichen.

Reality:­ Auf der Suche nach persönlichen Role Models…

Hinter all den fachlichen Herausforderungen in meiner Doktorarbeit stecken ein persönliches Faible und eine große Portion an Neugier. Sie treibt mich auch in Bezug auf meine eigene Entwicklung voran. So gelingt es mir durch die Vernetzung mit anderen, Neues zu erfahren, interessante Kontakte zu knüpfen und stets weiter zu lernen.

Ein einzigartiges Netzwerk für den Austausch zwischen Ingenieurinnen und die persönliche Weiterentwicklung bietet die Femtec GmbH ­ ein Kooperationsverbund aus Technologie-Unternehmen, Forschungsinstituten und technischen Universitäten (TU9-Verbund). Der Role Model Gedanke ist das Herzstück der Femtec.

Es geht darum jungen Ingenieurinnen Role Models aufzuzeigen, sie zu vernetzen und sie selbst zu Role Models für andere werden zu lassen. Ich selbst bin über mein Studium zur Femtec gekommen und aktuell im Alumnae Verein tätig.

Während meines Masters hatte ich die Möglichkeit, an einem 2-jährigen Careerbuilding-Programm teilzunehmen und lernte, neben Karrieretrainings, einer persönlichen Beratung und Zielbildung, vor allem die verschiedenen Unternehmenspartner hautnah kennen.

So auch die Daimler AG als Partnerunternehmen der Femtec. Durch Exkursionen und Diskussionen bei Networking Veranstaltungen hatte ich die Gelegenheit, persönliche Kontakte zu Daimler aufzubauen und Einblicke in die verschiedenen Bereiche der Daimler AG rund um die Produktentwicklung zu erlangen. Vertreter seitens Femtec und Daimler unterstützten mich schließlich durch ein persönliches Matching in meinem Anliegen zu promovieren und bei meinem Berufseinstieg in der Engineering IT.

Passion:­ schnelle Flitzer und die eigene Lebensgeschwindigkeit…

Mit meinen 26 Jahren habe ich neben einem Ingenieursstudium am KIT in Karlsruhe, einem Auslandsstudium und zahlreichen Automotive Praktika im In- und Ausland schon so einiges gesehen und erlebt. Die Femtec hat mich darüber hinaus mit einem persönlichen Toolkit für meine berufliche Zukunft ausgestattet, wobei der Role Model Gedanke zu meinem ständigen Begleiter geworden ist.

Angesteckt haben mich von deren Leidenschaft vor allem Prof. Martin Eigner von der TU in Kaiserslautern und Prof. Jivka Ovtcharova (KIT Karlsruhe) sowie viele meiner Betreuer, Freunde und Kollegen. Der Clou des Role Model Prinzips ist es, dass beide Seiten profitieren ­ sowohl das Role Model, als auch der Mentee. Die Kunst ist es dabei die eigenen Ziele und Pläne, wie auch das persönliche Maß an Lebensgeschwindigkeit nicht zu vergessen und sich gegenseitig zu motivieren.

Es liegt also an uns selbst, sich auf die Suche nach der eigenen Leidenschaft zu machen, den Mut zu erweisen und neue Herausforderungen einzugehen, die eigene Neugier zu nutzen, um dabei aufkommende Probleme zu meistern und sich von persönlichen Role Models inspirieren zu lassen, um die eigenen Ziele zu erreichen.


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Sie arbeitet als Ingenieurin und Doktorandin im Bereich ITM Group Research & Product Development (ITP/D) bei der Daimler AG und hat Wirtschaftsingenieurwesen am KIT in Karlsruhe studiert. Letztes Jahr hat Sie sich für einen Berufseinstieg bei Daimler im Rahmen des Doktorandenprogramms entschieden.

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