Hauptversammlung 2015: Alles Neu!

Hey! Alles glänzt! So schön neu! Ich bin beeindruckt: Unweit vom alten ICC gehe ich das auf neue Veranstaltungszentrum „City Cube“ in Berlin zu. Nach einem Jahr bin ich wieder bei der Hauptversammlung der Daimler AG in der Hauptstadt dabei – der Stadt, die niemals ist und immer wird.

Der neue Veranstaltungsort passt perfekt zu den vielen Neuerungen, die sich bei Daimler und seinen Marken seit der letzten Versammlung der Aktionäre 2014 abgezeichnet haben: Sieht nicht nur gut aus, ist auch gut.

Neues Corporate Design

Kurz zum „Aussehen“: „Blau“ wird jetzt zu „Silber“. So präsentiert sich Daimler mit seinem neuen Corporate Design und mit silbernem Logo in Berlin. Da staunt mancher Aktionär und fragt nach. Ja, stimmt, die Aktionärsversammlung ist als Prototyp des neuen Silber-Designs zu sehen, das bis November dieses Jahres fertig entwickelt und danach konzernweit eingeführt werden soll. Mit der Leitfarbe Silber will Daimler einen optisch neuen Akzent setzen: Mehr Modernität, High Tech und Zukunft.

Neues Corporate Design

Unternehmen zum Anfassen

Das macht Lust auf die High-Tech-Ausstellung der Fahrzeuge im unteren Geschoss. Ich habe den Eindruck, hier eine Art „IAA“ zu besuchen. Egal, ob Unimog, Setra-Bus, Mercedes-Maybach, Mercedes-Benz GLE oder Mercedes-AMG GT: Hier ist ein Unternehmen zum Anfassen. Was die Besucher auch machen. Schon einmal über eine Türverkleidung vom Maybach-Mercedes gestrichen? Sehr „empfehlens-wert(ig)“. Wer Glück hat, kann vor Beginn der Versammlung Dieter Zetsche die Hand schütteln und ihn zu Aktienkurs oder Fahrzeugen befragen.

Zahlen & Fakten

Womit wir beim Ist-Zustand von Daimler wären. „Unsere Wachstumsstrategie trägt sichtbar Früchte. Darauf sind wir bei Daimler gemeinsam stolz. Aber mit dem Erreichten geben wir uns nicht zufrieden“ zieht Zetsche vor den Aktionären Bilanz. Mitarbeiter und Aktionäre können sich über Absatz- und Umsatzrekorde freuen: So setzte die Pkw-Sparte von Mercedes-Benz im Vorjahr 1,65 Millionen Fahrzeuge ab, was einen Zuwachs von 12,9 Prozent bedeutet.

Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 2,45 Euro je Aktie (Vorjahr 2,25 Euro). Insgesamt schüttet Daimler 2,6 Milliarden Euro an seine Anteilseigner aus. Das Jahr 2014 war ein besonders erfolgreiches: Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 129,9 Milliarden Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 10,1 Milliarden Euro. Das sieht für die Zukunft doch gut aus, Dr. Zetsche!

Menschen & Maschinen

Clara Schmid, Auszubildende Mechatronikerin, steht bei einem Fahrzeug, das seltsam aussieht und einige Besucher erstmal verwirrt: „Warum habt Ihr da ein kaputtes Auto hingestellt?“ Das scheinbar kaputte Auto ist die „gläserne S-Klasse“. Hier wurden bewusst Teile aufgeschnitten, halbiert oder ausgebaut, um aufzuzeigen, was dahintersteckt. Qualität. Und Elektronik. Die will manch Besucher erstmal erklärt werden, was Clara Schmid spielend hinbekommt. Auch im „Benzingespräch“ mit Kfz-Mechanikern aus der analogen Zeit. Ja, sie weiß noch, was ein „Vergaser“ ist.

Azubi Clara Schmid vor gläserner S-Klasse

Daimler & Silicon Valley

Das Interesse vieler Aktionäre geht jedoch eindeutig Richtung Zukunft. Beim ausgestellten Forschungsfahrzeug F 015 unterhalten sich Alt und Jung über das autonome Fahren: Findet das Autofahren der Zukunft in dieser Form statt und wenn, kann Daimler sich einer möglichen Konkurrenz aus Silicon Valley erwehren?

Zetsche: „Wir wollen Technologieträger bauen, keine Verzichtsmobile“

Interessanter Fakt, den ich aus der Hauptversammlung mitnehme: Eine iPhone-App besteht im Schnitt aus etwa 50.000 Zeilen Programmiercode. Bei Googles Betriebssystem Android sind es etwa 12 Millionen Zeilen. Eine Boeing 787 kommt auf 14 Millionen. Aber in einer Mercedes S-Klasse stecken heute schon rund 100 Millionen Zeilen Code (das sind 1,8 Millionen DIN-A4 Seiten). Das Auto ist damit schon heute das wohl komplexeste IT-Produkt.

Pickup in Planung

So gesehen ist die Autoindustrie weiß Gott keine „Old Economy“. Allein im vergangenen Jahr wurden bei Daimler acht neue oder überarbeitete Modelle eingeführt. Die neue C-Klasse ist ein Renner: Der Absatz von Limousine und T-Modell stieg in den ersten Monaten 2015 um über 70 Prozent. Und 2015 kommen zusätzlich acht neue oder überarbeitete Modelle: Vom CLA Shooting Brake über das GLE Coupé bis zur Mercedes-Maybach-S-Klasse. Selbst ein Pickup ist in Planung und soll noch vor 2020 an den Start gehen.

Mercedes-Benz Pickup

GLE Hybrid oder AMG C63?

Vor dem ausgestellten Mercedes-Benz GLE als Hybrid-Version treffe ich Rüya Rende, Auszubildende Verkäuferin in Berlin. „Der GLE-Hybrid kommt gut an, die meisten Fragen gehen in Richtung Verbrauch, wie der Hybrid funktioniert und natürlich zum Kaufreis“ sagt Rende. Ihr Herr Papa fährt schon sein Leben lang E-Klasse und freut sich, dass sie beim Stern ausgebildet wird. Welches Auto würde sie gerne fahren? Den neuen smart? „Für mich wäre es der AMG C63“ sagt die 22-Jährige und ihr Lächeln blitzt auf.

Verkäuferin Rüya Rende vor Mercedes-Benz GLE

Die Zahl „3“

Ein Tag, viele Menschen, viele Neuheiten, viele Zahlen. Die Zahl des Tages ist für die Medien und Agenturen, die schon tickern, während ich noch tippe, die Zahl 3. Daimler-Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Bischoff kündigte an, dass der Aufsichtsrat beabsichtige, den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche um drei Jahre zu verlängern. Das führte zu spontanem Applaus bei den Aktionären.

Alles neu

Der Tag geht so schnell vorbei, auf zum alten Flughafen Berlin-Tegel. Noch immer habe ich den Song „Alles neu“ von Peter Fox im Ohr: „Hey! Wenn´s Dir nicht gefällt – mach‘ neu.“ Hat Daimler wohl gemacht, oder?


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