Einfach Technik: So funktioniert DISTRONIC PLUS

Zu kurze Sicherheitsabstände, Unaufmerksamkeiten des Fahrers und unerwarteter, abrupter Stillstand des Verkehrs sind die häufigsten Ursachen für Auffahrunfälle. Der radargestützte Abstandsregeltempomat DISTRONIC PLUS von Mercedes-Benz schafft Abhilfe.

Das System hält den Fahrer automatisch auf Distanz zum Vordermann und leistet einen großen Beitrag dazu, das Risiko von Auffahrunfällen zu minimieren, indem es potenzielle Gefahrensituationen erkennt und entsprechend reagiert. Aber wie funktioniert das genau?

In der Erläuterung dieser Systeme liegt nun eine gewisse Herausforderung, denn Technikbegeisterte wollen in der Regel andere Informationen, als interessierte Laien. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir mit dem Daimler-Blog die Technologiekommunikation unterstützen können.

Deshalb gibt es „Einfach Technik“: komplexe Technik, einfach erklärt. Der Beitrag besteht aus einem Video im „Graphic Recording Stil“ für den interessierten Laien. Dazu ein Video-Interview mit einem verantwortlichen Ingenieur, für alle diejenigen, die mehr wissen wollen. Das Interview gibt es zudem in Schriftform, falls das Abspielen von Ton gerade ein Problem darstellt – beispielsweise in Großraumbüros oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Entwicklungsingenieur im Interview

Dr. Uwe Regensburger, Entwicklungsingenieur für Fahrassistenzsysteme Radar, Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung

Wie funktioniert DISTRONIC PLUS?

Vom Charakter her ist DISTRONIC PLUS ein Komfortsystem, das den Fahrer bei der Bewältigung der Fahrzeuglängsführung unterstützt. Die Verantwortung über die Fahrzeugführung bleibt beim Fahrer. Bei freier Fahrt regelt es die vom Fahrer gewählte Setzgeschwindigkeit ein und hält diese auch z.B. bei Bergauf- oder Bergabfahrt durch Eingriffe in Motor und Bremse weitgehend konstant. Nähert sich das eigene Fahrzeug einem langsameren Verkehrsteilnehmer in der eigenen Spur oder verzögert ein vorausfahrendes Fahrzeug z.B. bei Kolonnenfahrt, so bremst DISTRONIC PLUS selbständig ab und versucht den eingestellten Sicherheitsabstand einzuhalten. Beschleunigt ein vorausfahrendes Fahrzeug, so gibt auch DISTRONIC PLUS „Gas“ und folgt dem Vordermann maximal bis zur gewählten Setzgeschwindigkeit.

Wie wirken DISTRONIC PLUS und der Lenk-Assistent zusammen?

Der Lenk-Assistent ist eine Erweiterung des DISTRONIC PLUS Funktionsumfangs. Der Fahrer kann wählen, ob er bei aktiver DISTRONIC PLUS neben der Längsregelung auch eine Unterstützung bei der Querführung durch kleine additive Lenkmomente erhält. Die Querführung orientiert sich an Fahrspurmarkierungen und bei niedrigen Geschwindigkeiten auch am vorausfahrenden Fahrzeug.

Was passiert, wenn DISTRONIC PLUS erkennt, dass in einer Verkehrssituation stärkeres Bremsen notwendig ist?

Als Komfortsystem ist die Fähigkeit von DISTRONIC PLUS zu beschleunigen oder zu bremsen begrenzt. In kritischen Verkehrssituationen fordert deshalb DISTRONIC PLUS durch einen Warnton den Fahrer auf, ihm zu helfen und die Längsregelung wieder zu übernehmen.

Wie kann DISTRONIC PLUS helfen, Auffahrunfälle zu vermeiden?

Der Fahrer wird durch die haptische Rückmeldung bei stärkeren oder überraschenden Verzögerungen der DISTRONIC PLUS bereits auf die veränderte Verkehrssituation aufmerksam. Zudem fordert ein Warnton ihn in kritischen Verkehrssituationen zur Fahrzeugübernahme auf. Wenn der Fahrer dann selbst bremst, wird er durch das Sicherheitssystem BAS PLUS unterstützt, um den Unfall möglichst zu vermeiden.

Was können die Systeme in Bezug auf den Fahrer und dessen Fahrverhalten erkennen? 

Heute ist noch keine fahrerindividuelle Funktionsauslegung oder -adaption vorhanden.

In welchen Geschwindigkeitsbereichen arbeitet DISTRONIC PLUS?

DISTRONIC PLUS arbeitet im gesamten Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 200km/h indem es bremst, Gas gibt und lenkt.

Kann DISTRONIC PLUS in der Zukunft einmal Bestandteil der car to X –Kommunikation sein?

Ja und auch umgekehrt – soll heißen, DISTRONIC PLUS erhält zur Lösung der Fahrzeugführungsaufgabe wertvolle Informationen von anderen Verkehrsteilnehmern oder der Verkehrsinfrastruktur und kann selbst wiederum Informationen an diese senden.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Das Blog-Team waren in diesem Fall: Dan von Appen als verantwortlicher Redakteur für Text und Interview, sowie Tilo Hensel, der das Video mit Dr. Uwe Regensburger in seiner Praktikantenzeit erstellt hat.

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