Von der Eifel über Freiburg nach Rumänien

Angefangen hat alles vor fast drei Jahren, im September 2012. Damals zog ich aus der Vulkaneifel nach Freiburg, um in der dort ansässigen Mercedes-Benz-Niederlassung meine Ausbildung zum Automobilkaufmann zu beginnen.

Schon seit dem Start meiner Ausbildung hatte ich immer den Wunsch, einen Abstecher ins Ausland zu machen. Schließlich wusste ich schon zu diesem Zeitpunkt, dass ich mir mit Daimler ein weltweit tätiges Unternehmen ausgesucht hatte. Bei internen Recherchen stieß ich auf das „Daimler Trainee goes Global Programm“-genau das Richtige für mich. Sofort begann ich mit der tieferen Recherche und nahm ersten Kontakt zu den Verantwortlichen auf.

Dran bleiben

Wie ich schnell merkte, braucht man für die Vorbereitung eines Auslandaufenthaltes eine ganz wichtige Eigenschaft – und zwar Geduld. Denn ohne diese befinden sich schwache Gemüter schon mal schnell am Rande des Nervenzusammenbruchs. Aber ich wollte ja unbedingt, und deshalb blieb ich dran. Telefonate hier, Gespräche da, E-Mail-Verkehr dort, teilweise hatte ich das Gefühl, ich sei die größte Nervensäge des Daimler-Konzerns. Aber gut, andererseits hat dieses ganze Hin und Her mir auch gezeigt, dass es sich lohnt an einer Sache dranzubleiben.

Nachdem ich die Hoffnung auf einen Platz eigentlich schon fast aufgegeben hatte, kam dann im September 2014 doch noch eine positive Nachricht zurück. Nein, nicht aus London, Madrid oder einer anderen beliebten europäischen Hauptstadt, die Antwort kam aus Bukarest in Rumänien! Okay gut, im ersten Moment musste ich schon schlucken. Rumänien?! Ist da Mercedes-Benz überhaupt vertreten, bzw. kann das ein wichtiger Markt sein? Das waren nur die ersten Fragen, die mir zu Beginn durch den Kopf gingen. Nun ja, ich konnte mich doch dann relativ schnell mit dem Gedanken, den Monat in Rumänien zu verbringen, anfreunden. Denn schließlich musste ich die Reise auch nicht alleine antreten. Wir hatten zwei Plätze für das Azubiaustauschprogramm bekommen. Daniel Hauger, ein Azubikollege von mir und ebenfalls kaufmännisch, durfte auch mit nach Rumänien.

Besuch vom CEO

Ab dem Zeitpunkt der Zusage ging alles relativ schnell! Nach Buchen des Fluges und der Unterkunft erhielten wir eine Mail vom CEO von Mercedes-Benz Romania. Er wollte uns beide kennen lernen und Freiburg einen Besuch abstatten. Mann, waren wir aufgeregt vor diesem Besuch. Uns hätte vielleicht vorher mal einer sagen können, dass der CEO kein Rumäne, sondern Deutscher ist, das hätte die ganze Aufregung um seinen Besuch wesentlich verringert. In dem Gespräch ging es dann lediglich um das erste Kennenlernen und um unsere zu bearbeitenden Projekte.

Los geht’s

Im Januar 2015 war es dann endlich soweit! Nach einem zweistündigen Flug erreichten wir Bukarest, die Hauptstadt Rumäniens, und unsere neue Heimat für den nächsten Monat. Unser erster Eindruck? Naja, doch eher gewöhnungsbedürftig! Nachdem wir durch einen Fahrer abgeholt und zum Bürogebäude, in dem sich Daimler befindet, gebracht wurden, trafen wir dort auf unsere neuen Chefs, einmal den CEO und einmal den Direktor des After-Sales Bereichs. Von ihnen wurden uns unsere jeweiligen Projekte vorgestellt, die wir während unseres Aufenthaltes bearbeiten sollten.

In Projekt 1 ging es um das Erstellen eines Arbeitsablaufes für Teilekampagnen. Projekt 2 beinhaltete das Erstellen sogenannter „Road Maps“, ein Kontrollinstrument für den CEO, damit dieser immer auf dem laufenden Stand, bezüglich der Arbeit aller Abteilungen ist. Ich entschied mich für Projekt 1, demnach mein Kollege für Projekt 2. Nachdem wir unsere Projekte zugeteilt bekommen hatten, wurden wir vom Fahrer zu unserer Wohnung gebracht. Diese befand sich direkt im Herzen von Bukarest, nur wenige Meter von der Altstadt entfernt.Ehrlich gesagt hätte ich mich, beim ersten Anblick der Außenfassade, am liebsten wieder in den Flieger Richtung Deutschland gesetzt.

Der erste Eindruck

Es ist halt doch ein etwas anderes Flair, das manche Überbleibsel aus der kommunistischen Vergangenheit ausstrahlen. Das Innere der Wohnung konnte dann aber überzeugen. Nach einem kurzen Nickerchen fingen wir direkt schon damit an, das neue Umfeld zu erkunden. Nach anfänglichen Zweifeln fanden wir dann doch noch relativ schnell heraus, dass Bukarest eine wirklich tolle Stadt ist. Am ersten Abend wollten wir unbedingt ein traditionelles Restaurant besuchen. Gut, das war der Plan. Allerdings landeten wir schlussendlich dann doch im Restaurant einer bekannten Fast-Food-Kette.

Nachdem wir den Rest des Wochenendes mit Kulturprogramm verbracht hatten, starteten wir montags zu unserem ersten Arbeitstag. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Personalverantwortliche und einem Rundgang durch das Gebäude und die einzelnen Abteilungen, wurden uns auch schon unsere neuen Kollegen vorgestellt. Eines vorweg, die Kollegen waren einfach super nett und haben uns auch schnell ins Team integriert. Auch die Arbeit an unseren Projekten hat richtig gut funktioniert, da uns die Kollegen bei allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite standen!

Unsere Freizeit haben wir größtenteils mit dem Erkunden von Bukarest verbracht. Natürlich haben wir uns hier nicht nur der Kultur gewidmet, sondern uns selbstverständlich auch das Nachtleben – zusammen mit unseren neuen Kollegen – angeschaut. Und das ist vor allem eines, abwechslungsreich. Es steht dem in großen deutschen Städten in nichts nach. Also echt sehr empfehlenswert.

Ach übrigens, unsere Projektarbeit musste natürlich auch dem gesamten Management Board präsentiert werden, und das auch noch auf Englisch. Vor der Präsentation hätte uns ein Schluck Baldrian sicher sehr gut getan, so nervös wie wir waren. Allerdings war alles, wie meistens, nur halb so schlimm wie gedacht und wir erhielten ein positives Feedback.

Liebe auf den zweiten Blick

Nachdem wir uns schnell eingelebt hatten, gingen die vier Wochen super schnell vorüber. Wir hatten eine spannende, aufregende Zeit mit vielen Erlebnissen. Wir haben auch festgestellt, dass man Bukarest bzw. Rumänien zu Unrecht ein wenig verschmäht, da dieses Land doch auch wirklich viele schöne Ecken hat. Wir haben tolle Erfahrungen sammeln können und nette Menschen kennen gelernt, mit denen wir den Kontakt aufrecht halten werden. Und vielleicht heißt es bereits diesen Sommer wieder: „Buna ziua Bucuresti!“ (Hallo Bukarest)


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er macht eine Ausbildung zum Automobilkaufmann und erfüllte sich den Traum vom Auslandsaufenthalt durch das „Training goes Global“ Programm. Er arbeitete einen Monat in Bukarest, Rumänien.

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