Von der Schulbank ins Büromanagement

Schon während meiner Schulzeit war mir klar: Nach dem Abschluss wollte ich zu Mercedes-Benz, denn ich hatte von Anfang an den (bescheidenen) Anspruch: „Das Beste oder nichts“. Nach dem Bewerbungsverfahren mit Online-Test, Vorort-Test und einem Gespräch war ich unglaublich glücklich, als ich endlich meinen Ausbildungsvertrag in den Händen hielt.

Ich hatte es tatsächlich geschafft! Zu meiner Freude kam allerdings auch eine gewisse Aufregung. Ich hatte bis jetzt mein ganzes Leben die Schulbank gedrückt und sollte jetzt gleich vom ersten Tag an aktiv in mir völlig neue Arbeitsprozesse integriert werden?

Dazu kam auch noch die Tatsache, dass ich mich auf einen neuen Ausbildungsberuf „Kauffrau für Büromanagement“ beworben hatte. Das Berufsbild ist der Nachfolger von „Kauffrau für Bürokommunikation“ – allerdings mit veränderten Inhalten. Somit gibt niemand vor mir, der diese Ausbildung gemacht hat, niemand der bereits Erfahrung mit den neuen Inhalten sammeln konnte.

Einen Monat vor Beginn der Ausbildung wurden mir dann doch meine Sorgen mit einem Paten-Treffen genommen. Denn dort wurden uns Fragen aller Art von den Auszubildenden, die den Beruf Kauffrau für Bürokommunikation erlernen, beantwortet. Außerdem hatte ich so die Möglichkeit, die anderen Auszubildenden kennenzulernen, mit denen ich den Beruf gemeinsam erlernen würde.

Der Rest der Nervosität legte sich am ersten Tag, nachdem ich einige Gesichter vom Paten-Treffen wieder erkannte. In der ersten Woche bekamen wir eine Einführung in den Betrieb. Dazu gehörte neben einem Hausrundgang, einer Werksbesichtigung und einer Gruppensprecherwahl natürlich auch das Auseinandersetzen mit Ausbildungsinhalten, Regelungen und Themen wie Arbeitssicherheit und richtigem Telefonieren. Zusätzlich erhielten wir noch DV-Schulungen und dann ging es los: der erste Fachbereichseinsatz!

Als ich donnerstagmorgens das Sekretariat betrat, wurde ich sofort herzlich empfangen

Meine Fachausbilderin führt das Sekretariat von zwei Abteilungsleiterinnen. Beeindruckend war für mich ab dem ersten Tag die Freundlichkeit und Höflichkeit der Mitarbeiter beider Abteilungen. Schon als ich mich vorstellte, kamen einige auf mich zu und boten mir gleich ihre Hilfe an, falls ich etwas brauchen sollte.

Die ersten Tage dort vergingen wie im Fluge und ich wurde von Anfang an in den Arbeitsablauf integriert. Mit der Zeit wurden auch die Aufgaben, bzw. der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben meiner Leistung und wachsenden Erfahrung angepasst. Anfangs erstellte ich Tagesmappen, später begann ich Termine zu vereinbaren und telefonische Anfragen entgegenzunehmen. Kurze Zeit darauf lernte ich Flüge zu buchen, Reisen zu planen, Büromaterial zu bestellen und Fehlzeiten in das dazugehörige Programm einzutragen. Inzwischen kann ich meine Fachausbilderin während des Urlaubs oder im Krankheitsfall vertreten. Ich bin gespannt, was ich in meinen nächsten Fachbereichseinsätzen im Einkauf, Vertrieb, Personal- und Rechnungswesen erleben werde.

Auch wenn die Berufsschule eine Schule ist, ist es etwas ganz anderes

Zum einen habe ich Teilzeitunterricht. Das bedeutet, dass ich ein- bis zweimal pro Woche in der Schule bin. Und es ist tatsächlich entspannter einmal in der Woche in die Schule zu gehen als jeden Tag. Zum anderen hat sich meine Einstellung zur Schule geändert. Ich sitze nicht mehr im Unterricht und frage mich: „Wieso lernen wir das überhaupt? Das brauche ich doch nie wieder in meinem Leben“ (wie früher im Deutschunterricht, bei Gedichtinterpretationen, und gab es da neulich nicht einen Tweet einer Schülerin?) Denn jetzt brauche ich das, was unterrichtet wird, wirklich für mein späteres Leben und ich habe mich bewusst dafür entschieden.

Zusätzlich bekommen wir immer wieder Schulungen von der Kaufmännischen Berufsausbildung

Dort werden verschiedene Themen behandelt die nützlich für Fachbereichseinsätze oder Berufsschule sind oder in denen wir uns mit Fragen rund um den Konzern auseinandersetzen. So hatten wir beispielsweise eine Schulung zum Thema Compliance. In einer anderen Schulung zu dem Thema Präsentationstechniken wurden wir z. B. darüber informiert, wann wir wie mit welchen Medien und unter Beachtung der nonverbalen Kommunikation den größten Erfolg bzw. den gewünschten Effekt erzielen und durften uns auch gleich ausprobieren.

Überrascht haben mich die „Gesundheitstage“, die für uns Auszubildende stattfinden. Zum einen werden wir über verschiedene Themen wie Ergonomie, gesunde Ernährung und Sport vertraut gemacht. Zum anderen haben wir mehrere Termine im Fitnessstudio, wo wir uns mit den Sportgeräten und den verschiedenen Trainings-Möglichkeiten die wir haben, zu befassen. Es beeindruckt mich, dass ein Arbeitgeber so eine große Palette an Angeboten hat und von Beginn der Ausbildung auch über das Themenfeld Gesundheit informiert.

Ein Highlight war für mich das einwöchige Seminar „Ich und die Gruppe“. Dort haben wir uns intensiv mit den Themen Kommunikation, Kooperation, Wahrnehmung und Konfliktmanagement beschäftigt. Durch Gruppenarbeit und Vertrauensspiele sind wir als Gruppe ein Stück mehr zusammengewachsen. Und natürlich durch die Schneeballschlachten…

Das Schönste an der Ausbildung, finde ich zumindest,  ist, wenn man abends gut gelaunt nach Hause kommt (vorausgesetzt die Bahn streikt nicht) und man zu sich selbst sagen kann: “Heute habe ich mein Bestes gegeben und gute Arbeit geleistet!“ Ich bin davon überzeugt, dass ich nirgendwo einen besseren Berufsstart hätte haben können als hier!


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