Zahlen, bitte! Und ich will ein Eroberungsauto!

Es mag Journalisten geben, die mittlerweile Jahrespressekonferenzen als Pflichttermine sehen, als Kommunikationsritual, das auf dem Prüfstand steht.

Man könnte als Antwort darauf unter Journalisten/Bloggern jetzt Egon Erwin Kisch herausholen, etwas mehr Neugier einfordern und zitieren „Nichts ist verblüffender als die Wahrheit, nichts exotischer als unsere Umwelt, nichts phantastischer als die Wirklichkeit.“ Um diesen Termin bei der „JPK“ spannend zu finden, reicht der Satz „Zahlen, bitte“

Ich fasse mal kurz zusammen, was ich mir notiert habe:

  • China ist für Daimler ein wichtiger Wachstumsmotor. 2014 ist Daimler dort schneller gewachsen als die Konkurrenz, und in diesem soll der Absatz noch steigen und zwar auf insgesamt über 300.000 Fahrzeuge.
  • Der operative Gewinn soll nicht nur bei Mercedes-Benz Cars, sondern auch im Lkw- und Transporter-Geschäft zulegen. Erwartet wird ein Plus von 10%.
  • Absatz und Umsatz sollen „deutlich“ gesteigert werden, und zwar um einen Zuwachs von 5%.
  • Insgesamt setzte Daimler im vergangenen knapp 130 Milliarden Euro um, 10% mehr als 2013.
  • Absatz Pkw, Vans, Transporter, Lastwagen und Busse: 2,5 Millionen Fahrzeuge!
  • Das Konzern-EBIT  beträgt 10,8 Mrd. Euro
  • Investionen: Im Jahr 2014 wurden 5,7 Mrd. € in Forschungs- und Entwicklungsleistungen investiert“. Schwerpunkte waren neue Fahrzeugmodelle, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebe, neue Sicherheitstechnologien sowie das autonome Fahren.
  • Last und überhaupt nicht least: 135.000 „anspruchsberechtigte Tarifmitarbeiter“ bekommen im April einen einmaligen Bonus von 4.350 Euro – so wurde es mit dem Betriebsrat vereinbart

Dieter Zetsche fasste es bei der JPK so zusammen:

„Überall im Unternehmen ist deutlich spürbar: Daimler ist im Aufbruch!“

Das klingt fast untertrieben. Ich treffe beim Kaffee im Vorraum des Stuttgarter Carl Benz Centers Torsten Frech. Sein Arbeitsgebiet bei Daimler: „Automobilmärkte: Analysen und Prognosen“ . Aha, ein „Wettermann“. „Erstaunlich, was für ein organisatorischer Aufwand hier bei der JPK dahintersteckt“, so Torsten Frech, der die JPK zum ersten Mal besucht. Stimmt. Das Beste für die Journalisten oder nichts.

Frech hat beruflich sein Ohr am Puls der Wirtschaft: „Wir analysieren weltweit volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und leiten daraus ab, was für das Automobilgeschäft bei Pkw und Nutzfahrzeugen bedeutend ist. Für alle Divisionen des Unternehmens sind wir ein wichtiger Informationslieferant.“

Seine Wirtschafts-Wettervorhersage:

Heiter bis wolkig. Wir erwarten weltwirtschaftlich und für den Welt-Automobilmarkt moderates Wachstum.

Für Premium-Marken wie Mercedes-Benz sind die Aussichten noch günstiger, vor allem weil sich wichtige Premium-Märkte wie China und die USA weiterhin gut entwickeln dürften. Die Lkw-Märkte zeigen dagegen ein eher gemischtes Bild. Märkte wie Russland und Brasilien schneiden aufgrund der dortigen Wirtschaftslage aktuell ziemlich schlecht ab, aber hier kann vor allem die gute Marktentwicklung in den USA das Bild zum positiven wenden.“

Die Daimler-Zahlen, bitte, muss man einfach mögen. Ich mag Autos noch mehr. Für einige von ihnen gibt es sogar schon einen heroischen Namen: „Eroberungsautos“. Zum Beispiel der GLA. Er hat dazu beigetragen, dass Mercedes-Benz 2014 insgesamt 472.000 Kompaktautos verkauft hat. Im Kompaktsegment wechselt beim Kauf eines neuen Autos durchschnittlich jeder zweite Kunde die Marke, beim CLA sind bis zu 80 Prozent.

Im S-Klasse-Segment sieht es da ganz anders aus, nur jeder vierte Kunde wechselt beim Kauf eines neuen Autos. Ist ja auch irgendwie logisch, wer will denn nach der S-Klasse etwas anderes ordern? Wenn ich könnte, dann würde ich jedenfalls zum nächsten Date gerne mit einem „Eroberungsauto“ vorfahren.

Geradezu „geentert“ hat eine Gruppe chinesischer Journalisten den auf der JPK ausgestellten Mercedes-Benz Future Truck 2025: Fotoshootings, Probesitzen, Fragen an die Explainer, Spaß an der Technik. Einen deutschen Journalisten konnte ich auf dem Fahrersitz des ersten autonom fahrenden Lkw der Welt nicht erblicken. Womit wir wieder bei Egon Erwin Kisch wären …

Spannend ist (für mich jedenfalls) mein Gespräch mit Eberhard Zeeb und Georg Stefan Hagemann, leitende Ingenieure beim Thema „autonomes Fahren“ – erstgenannter für den Pkw- und letzterer für den Truck-Bereich. Die beiden freundlichen und unauffälligen Herren sind nicht weniger als Teilhaber einer (noch) stillen Revolution des Straßenverkehrs und der zukünftigen Mobilität.

Daimler ist wirklich im Aufbruch, baut laut BILD-Zeitung das erste Raumschiffauto und erweitert beständig die Modellpalette, z.B. Mercedes-Benz GLE, CLA-Shooting-Brake, die neuen smart fortwo und forfour, bringt die für die Zukunft neben den rein elektrischen Antrieben ebenso wichtigen Hybridantriebe. Ich muss meinem Reporter-Vorbild Kisch widersprechen: Noch „phantastischer als die Wirklichkeit“ könnte die Zukunft werden.


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