Hingucker, Menschen und Ideen #CES2015

Die CES ist gerade vorbei und ich sitze im ‚Cosmo‘, wie man hier das Hotel Cosmopolitan am Strip in Las Vegas nennt. Es ist Samstag und mein Flieger geht erst am Sonntag – ich fühle mich wie in Star-Trek, wenn der Warp Drive plötzlich ausfällt, Stillstand.

Was war das eigentlich? Wir haben mit dem F 015 ‚Luxury in Motion‘ alle Preise abgeräumt: den „Engadget Best of Show„, den „Boy Genius Report Award „und den „Übergizmo“. Gegen sehr starke Konkurrenz: VW, Audi, Ford, BMW, Toyota, alle waren da, sie hatten riesige Stände und teilweise dazu noch Auftritte auf dem Freigelände.

Las Vegas Sonnenaufgang

Wir hatten dagegen nur eine kleine versteckte Nische, als Teaser einen AMG Sportwagen (gefällt auch den CES Besuchern) dazu passend ein Autorennspiel, den Intelligent Drive Simulator und eine Sitzecke mit 4 VR Tablets. Vom echten F 015 blieb nur ein 1:4 Modell, da der F 015 nach dem ersten Tag 3000 km gen Detroit, zur NAIAS reisen mußte. Als ‚Life Acts‘ hatten wir vom Design ein tolles Taping des F 015, täglich einen Vortrag von mir und sehr engagierte Explainer. Der kleine Stand war einladend aufgebaut, die laufenden Filme über den F 015 wurden von den Besuchern geduldig aufgenommen und angeschaut.

Was wir dem Wettbewerb offensichtlich voraus hatten, waren Menschen und Ideen, und das wurde honoriert.

Die Keynote von Dieter Zetsche setzte die Tonlage: Das war gar keine Keynote mehr, sondern ein kleines Bühnen-Lehrstück was aufgeführt wurde. Es beginnt mit einem giftigen kleinen Roboter (Bender aus Futurama?), sehr menschenkritisch. Zum Glück kann Dieter die Frage ‚are you human?‘ mit ‚German‘ kontern. Ich kann mich noch gut erinnern, als die Erwähnung von ‚Robotern‘ in Verbindung mit Autos äußerstes Stirnrunzeln auslöste. Wie die Zeiten sich ändern!

Spannend an der CES sind die Besucher: eine bunte Mischung, sehr global, sehr interessiert – so interessiert, dass ich vor lauter Gesprächen kaum etwas von der Messe sehen konnte. Da jedoch einige Trendscouts und natürlich viele Journalisten am Stand waren und ihre Eindrücke schilderten, habe ich doch einen ganz guten Überblick bekommen. Tenor war, dass viel zu viel Technik als Selbstzweck gezeigt wurde: Connected, smart, wearable, Internet of Things (IoT) – sehr schön, aber der Mensch fehlte. Das ‚Warum‘ wurde nicht beantwortet. Samsung will jedes Consumergerät in das IoT einbinden, was es nützen soll, konnten sie scheinbar nicht erklären.

Unser kleiner Stand

Eine Episode vom Intel Stand illustriert es: eine junge Frau führt mir das neueste Fototablet mit drei Objektiven vor. Es macht automatisch Fotos mit nachregulierbarer Tiefenschärfe. Wunderbar. Ich zeige ihr meine alte schwere Nikon, und sage dass ich diese bevorzuge. Daraufhin erklärt sie mir ihre Vorliebe für echte Filmkameras. Da macht sie ganz manuell das Bild, nicht der Automat. Es ist dann ihr ganz eigenes Foto. Sie nutzt die High-Tech Wunder daher gar nicht. Soviel zu den Digital Natives.

Natürlich gibt es Hingucker: Die gebogenen und extrem farbigen TV-Screens, die Bildqualität ist „besser als echt“, Visualisierung, Licht ist ein Zukunftsthema.

Vielleicht lag die starke Resonanz auf den F 015 auch daran, dass wir nicht einfach evolutionäre Verbesserungen oder Features (‚kann jetzt automatisch parken‘), sondern echte Perspektiven in die Mobilität der Zukunft gezeigt haben. Die Erklärung, dass unser F 015 mit seiner Umgebung kommuniziert, Fußgänger erkennt und sich freundlich verhalten kann, hat in jedem Interview die Gesichter aufgehellt und uns vom Techie-Mainstream abgehoben.

Kein Wunder, dass Dieter Zetsche mit “Anyone who focuses solely on the technology has not yet grasped how autonomous driving will change society” sehr häufig zitiert wurde. Der Wandel der Gesellschaft geht uns Alle an.

Den Menschen in der Vision zukünftiger Mobilität den Mittelpunkt zu stellen, nicht die Technik, diese Botschaft wurde verstanden. Nach dem Lenkrad am F 015 wurde ich übrigens keine einziges Mal befragt.

Sensation der CES


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