China, Bremen und die neue C-Klasse: Was uns verbindet

China – auch ich hatte die typischen Vorurteile in meinem Kopf. Aber mit.  dem Beginn des Projekts CCC (Competence Center C-Klasse) sollte sich dies schlagartig ändern. Wurde die Baureihe 204 noch auf zwei Kontinenten, gefertigt, gilt für den 205 das Motto „Vier Kontinente. Eine Leidenschaft.“ Die neue C-Klasse der Baureihe 205 läuft neben Bremen und Südafrika auch in Tuscaloosa und eben in China vom Band. Was ich als Mitarbeiterin von HRM/BH damit zu tun habe? Unser Expatmanagement bekam einen neuen Fokus.

Für den Werksaufbau in Peking und den Anlauf der neuen C-Klasse wurden viele Fach- und Führungskräfte gesucht, die für drei bis fünf Jahre vor Ort ihr Wissen einbringen sollten. Und so tauchte ich ein in diese mir bis dahin doch sehr unbekannte Welt China.

Mittlerweile habe ich eine enge Verbindung zu meinem chinesischen Kollegen und Einiges an Expertise zu China aufgebaut, viele Bremer Kollegen für einen Auslandsaufenthalt in Peking ausgewählt und von ihnen Berichte, Bilder und Eindrücke bekommen. Vice versa haben wir auch chinesische Kollegen hier in Bremen qualifiziert und somit auf den Anlauf der neuen C-Klasse vorbereitet.

Als international-agierendes Unternehmen und größter privater Arbeitgeber der Region wurden auch von außen viele Fragen an uns gestellt. Immerhin hat der Logistik- und Industriestandort Bremen eine über 150jährige Geschäftsbeziehung zum „Reich der Mitte“. Und so entstand bei uns im Team „Nachwuchssicherung und International Support“ die Idee, unser Wissen zu teilen und zugleich weitere Perspektiven hinzuzugewinnen. Die Idee war geboren: Wir schaffen im Norden eine Plattform für einen interdisziplinären Erfahrungsaustausch zum Thema China, den Wirtschaftsdialog China. Nur wie fangen wir das an?

Ein Projektteam war schnell gegründet, gemeinsam wurden die weiteren Schritte geplant: Termin festlegen, Gäste einladen, Location finden, Ablauf erstellen. Und dann ging alles (gefühlt) ganz schnell. Plötzlich war der 13. Oktober und in der Halle 66, dem Bremer Betriebsmittelbau, stand alles bereit. Als Bühne für die Redner diente ein Teil des Servopressentryoutcenters. Dieses System stellt Presswerkzeuge her, die nicht nur in Bremen eingesetzt werden sondern auch nach China ins dortige Presswerk verschifft werden. Damit kamen unsere Gäste direkt in den Kontakt mit einem Herzstück der deutsch-chinesischen Kooperation.

Langsam trudelten auch die ersten Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik ein. Christian Weber, der Präsident der Bremischen Bürgerschaft, war ebenso vor Ort wie der Generalkonsul der Volksrepublik China Huiqun Yang und Thorsten Hinrichs, ein zurückgekehrter China-Expat. Wir vom Orga-Team waren wirklich gespannt, wie sich der Austausch entwickeln wird. Zunächst begrüßten aber erstmal unser Werkleiter Andreas Kellermann und Personalleiter Heino Niederhausen die Gäste. Heino Niederhausen spricht die kulturelle Zusammenarbeit an. Genau darum geht es uns auch.  Im letzten Jahr haben wir unseren Mitarbeitern z.B. in den Gastrowochen ein Stück chinesische Kultur nach Bremen gebracht. Gebackene Milch war für den einen oder anderen Werker hier schon eine Herausforderung…

Zurück ins Hier und Jetzt: die erste Keynote spricht Ingo Kramer, der Präsident der deutschen Arbeitgeberverbände. Als Herausforderung sieht er, die Breite der chinesischen Bevölkerung am Wohlstand teilhaben zu lassen – dies ist in seinen Augen auch gut für unsere Exporte. Klar, für Deutschland als Exportnation ist dies besonders wichtig. Aber er sagt auch, dass man als Unternehmen in China vor Ort sein muss. „Nur wer in und mit China stark ist, kann auch im weltweiten Wettbewerb bestehen.“ Deswegen hat Daimler ja auch ein Werk in China – so können wir einfach schneller auf die Bedürfnisse des chinesischen Marktes reagieren. Wer sich näher mit China beschäftigt, der weiß, welche Chancen in diesem Land und dessen Markt liegen. Während hier ein Fahranfänger im Schnitt mit einem Golf III seine Karriere als Autobesitzer startet, ist es in China eine S-Klasse. Eine stärkere Beschäftigung mit China fordert auch gerade der zweite Keynote-Speaker Prof. Sachsenmeier von der hiesigen Jacobs University. Er ist sich sicher, nur wer sich mit dem Aufstieg Chinas beschäftigt und daraus  resultierenden Konsequenzen für sein Denken und Handeln ableitet, kann in China erfolgreich sein.

 

Wirtschaftsdialog China

Dann geht es endlich los mit der Podiumsdiskussion: auf dem Podium sitzen neben Andreas Kellermann und Heino Niederhausen unser CEO der BBAC Frank Deiss, Ingo Kramer und Kristin Shi-Kupfer, eine Gesellschaftsexpertin die auch schon als Journalistin in Peking tätig war. Die Leiterin des Personalmanagements, Sandra Laack,führt  die Teilnehmer geschickt durch die Podiumsdiskussion und die Gäste konnten aus erster Hand erfahren welche Herausforderungen und Chancen sich aus einer „deutsch-chinesische Kooperation im chinesischen Markt  ergeben.). Ein Highlight war sicherlich auch die Vorstellung des selbstgedrehte Film von Paul Dick, der als Roboterspezialist gerade in China lebt. Er hat mit seinem Film einen lebendigen Eindruck vom Leben und Arbeiten in China aus Sicht eines Expats geben können.

Nach der Podiumsdiskussion konnten die Gäste auch aktiv in die Diskussion mit unseren Referenten einsteigen. Drei Vorträge standen den Gästen zur Vertiefung Ihres Wissens zur Verfügung:

Politik:  Prof. Dr. Sachenmaier, Jacobs University :
„Die KP Chinas oder wie kapitalistische Wirtschaft und kommunistischer Staat  sich ergänzen“.

Bei seinem Vortrag hat  er das Phänomen, wie eine starre kommunistische Partei einen derartigen Aufschwung erzeugen konnte, näher beleuchtet  und eine Einschätzung zur Stabilität des politischen Systems in China gegeben.

Kultur und Gesellschaft: Frau Dr. Shi-Kupfer, Merics:
„Chinesische Träume: Über den  Wertewandel  in der chinesischen Mittelschicht.“

Sie hat hier darüber gesprochen, wie sich die Werte von Menschen im heutigen China verändert haben und was das für deutsche Unternehmen, die nach China exportieren bzw. dort produzieren bedeutet.
Wirtschaft: Frau Anja Oden, Mercedes-Benz Werk Bremen:
In unserer China Lounge haben wir den Gästen einen Blick hinter die Kulissen unserer Personalarbeit  ermöglicht. Frau Anja Oden hat den Gästen unseren Infosdtandtand vorgestellt, mit dem wir   daran arbeiten Mitarbeiter für einen Einsatz im Ausland zu gewinnen, das Know-how der Mitarbeiter und Führungskräfte zu China weiterzuentwickeln und ihr mind-set an die aktuellen Erfordernisse anzupassen.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Wirtschaftsdialog China ein voller Erfolg war. Die Gäste konnten viele intensive Gespräche führen und sich interdisziplinär austauschen. Das Werk Bremen hat gemeinsam mit dem Personalbereich eines der Kernthemen des Konzerns, Internationalisierung, innovativ  aufgegriffen und Verantwortung für dieses Thema übernommen. Für uns Bremer ist Internationaliserung eben auch ein Kernthema und der (Bremer) Schlüssel zum Erfolg…

 

 


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