CapaCity L: Dieser Bus hat eine Mission

Sein Name ist L. CapaCity L. Wer jetzt an Geheimagent James Bond denkt, liegt gar nicht einmal so falsch, denn der neue Großraum-Gelenkbus von Mercedes-Benz hat, wie James Bond auch, eine Mission: Er soll bis zu 191 Fahrgäste transportieren. Dabei sieht er nicht nur gut aus, sondern beeindruckt außerdem mit einer Länge von 21 m.

Diese bringt ihm den Titel „Europas längster Stadtlinienbus mit nur einem Gelenk“ ein. Das sind immerhin ganze 31 Schritte vom Einstieg bis zum Ende des Busses. 191 Fahrgäste? Klingt super, denke ich, wenn ich an überfüllten Busse  Berufsverkehr denke.

Die Lösung für knallharte Fälle
Wer wie ich schon einige Male Bus gefahren ist, kennt sicherlich das nervenaufreibende Drängeln in vollen Bussen, regelrechte Kämpfe um den besten Platz und Jugendliche, die trotz Ermahnung alle anderen Fahrgäste mit Musik aus dem Smartphone unterhalten. Da wünscht man sich schon, ein paar Meter weiter weg sitzen zu können. Mit seiner Länge und den ausreichenden Steh- und Sitzplätzen stellt der CapaCity L somit eine gute Lösung für die Massen an Fahrgästen, vor allem in Großstädten wie Hamburg, dar. Im Namen stecken schon Sinn und Zweck des Busses: CapaCity L steht für die enorme Kapazität des Busses in der City.

Agent CapaCity L stellt sich vor
Am 1.12.2014 wurde der erste CapaCity L in Mannheim an seinen neuen Besitzer, die Hamburger Hochbahn, übergeben. Über 50 Journalisten aus insgesamt 12 Ländern waren anwesend, um den Bus kennenzulernen und an einer Mitfahrgelegenheit teilzunehmen. Sobald ich in die Halle eintrat, strahlte mir der CapaCity entgegen. Er präsentierte sich passend zur Hamburger Hochbahn in einem glänzenden weiß-roten Lack und führte vonseiten der Gäste zu einigen beeindruckten Kommentaren. Lediglich der Busfahrer blieb an diesem Tag gechillt, denn, so sagt er, er sei solche Fahrten ja schon vom Mercedes-Benz Citaro, auf dessen Basis der CapaCity L gebaut wurde, gewöhnt.

Des Agenten erster Einsatz
Dementsprechend sicher fuhr uns der Busfahrer 40 Minuten lang durch Mannheim, vorbei an bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Wasserturm. Im Inneren des Busses dominierten die Farben gelb und weinrot, die an diesem kalten Wintertag ein bisschen Wärme verbreiteten. Dabei war es ganz egal, wo im Bus man saß: Von jedem Platz aus hatte man eine gute Sicht nach außen. Ich hatte mich ins hintere Drittel des Busses gesetzt und stellte gleich fest, dass ich eine sehr weite Sicht nach vorne zum Eingang des Busses hatte, was bei der enormen Länge ja auch kein Wunder ist. Auf der Schnellstraße gab der Busfahrer dann richtig Gas – und trotzdem hatte ich ein sicheres Gefühl. Am meisten faszinierte mich der CapaCity L dann, wenn er die engen Kurven der Mannheimer Innenstadt nahm. Durch seine Länge hatte sich bei mir irgendwie das Gefühl breitgemacht, dass er unmöglich die Kurven einfach so würde nehmen können. Jedes Mal, wenn sich eine Kurve näherte, wurde ich ziemlich angespannt und beobachtete, wie der Bus einknickte, die Kurve nahm, kurz darauf wieder schneller wurde und somit immer wieder bestätigte, dass er es einfach drauf hat.

In Hamburg wird sich Agent CapaCity L seinem ersten Auftrag stellen müssen und ich bin mir absolut sicher, dass er ihn mit Bravour meistern wird, denn wer so gut aussieht und über eine tolle Ausstattung verfügt, hat definitiv die Lizenz zum Transport von Fahrgästen.

 

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