Mein Weg zum Werkzeugmechaniker

Meine Ausbildung als Werkzeugmechaniker bei Daimler begann Anfang Juni 2011 mit der Onlinebewerbung. Nach ein bis zwei Monaten bekam ich ein Schreiben von Daimler, worin stand dass ich zum Einstellungstest und Einstellungsgespräch eingeladen bin. Als erstes folgte der Einstellungstest, indem mathematisches Wissen, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Konzentrationsaufgaben und ein kleiner Teil „Deutsch“ abgefragt wurden.

Eine Woche später folgte das Einstellungsgespräch, wo über den Beruf aber auch über persönliche Dinge, wie Hobbys, Laufbahn, Familie, Erfahrungen usw befragt wurde. Vor dem Gespräch war ich sehr aufgeregt, weil ich nicht wusste was auf mich zukommt. Doch nach kurzer Zeit legte sich meine Aufregung, da das Gespräch ruhig und entspannt verlief.

Nach einiger Zeit kam erneut ein Schreiben, worin stand, dass ich einen Termin beim Werksarzt zur Gesundheitsuntersuchung habe. Nachdem die Untersuchung keine Mängel gezeigt hat, kam eine Woche später der Ausbildungsvertrag und somit die Zusage per Post, wobei ich zusätzlich neben der Ausbildung noch die Fachhochschulreife absolviere.

Ausbildungsbeginn
Als ich ein Jahr später die mittlere Reife erfolgreich abgeschlossen hatte begann meine Ausbildung im September 2012. Da zu Beginn alles neu war, war ich etwas angespannt. Am Anfang wurde viel Organisatorisches gemacht, die Arbeitskleidung ausgeteilt, Schließfächer und Werkbänke zugeteilt, Bilder und Werksführung gemacht. Die erste Woche war ziemlich ruhig, da man sich noch nicht kannte und sich deswegen zurückhielt.

Orientierungsworkshop
Mit der Zeit wurden alle offener und im November 2012 kam dann der Orientierungsworkshop. In dieser Woche stellte ich fest mit wem ich gut zurechtkomme und schloss auch schon gute Freundschaften. Hilfreich waren dabei auch die gemeinsamen Ausflüge und verschiedene Vertrauensübungen.

Die Kniehebelpresse
Nach dieser ereignisreichen und lustigen Woche begannen die ersten Versetzungen wie konventionelles Drehen und Fräsen, MAG Schweißen, Pneumatik, Blechbearbeitung, ebenso erlernte ich das Bohren und die manuelle Bearbeitungsverfahren. In den Versetzungsbereichen fertigten wir die Einzelteile für unser Projekt im ersten Lehrjahr, die Kniehebelpresse an, um sie später zu einer Baugruppe zu montieren.

Natürlich musste ich auch noch in die Schule, diese fand blockweise statt, d.h. ich musste alle zwei bis drei Wochen in die Schule, die dann ebenfalls zwei bis drei Wochen ging. Nach dem ersten Jahr hatte ich sehr viel dazu gelernt und fühlte mich mit der Wahl des Ausbildungsberufes bestätigt.

Folgeschneidwerkzeug

Zweites Lehrjahr
Das zweite Lehrjahr begann damit, dass meine Gruppe und ich das neue Projekt „Das Folgeschneidwerkzeug“ ausführlich erklärt bekamen von meinem Ausbilder in Form von einer einwöchigen Vorbereitungswoche „Technische-Kommunikation“. Hier habe ich die Einzelteile gezeichnet und mich mit dem Aufbau und den Zeichnungen des Schneidwerkzeugs auseinander gesetzt.

Gruppenarbeit im Werk Gaggenau und Zwischenprüfung
Diese Vorbereitung wird nur im Werk Gaggenau durchgeführt und ist daher einmalig. Und dann begann auch schon die Fertigung des Folgeschneidwerkzeuges. Die Einzelteile wurden anfangs in Gruppenarbeit gefertigt und später war dann jeder für sein Schneidwerkzeug selbst verantwortlich. Zwischenzeitlich hatten ich in diesem Jahr auch erneut Versetzungen und nicht zu vergessen meine Zwischenprüfung bzw. Teilprüfung 1, wobei alle erlernten Fähigkeiten in der Praxis und in der Theorie gefordert waren, für den Praktischen Teil hatte ich 6,5 Stunden Bearbeitungszeit und für den theoretischen Teil ca. 2 Stunden.

Der Druckluftmotor
Die Versetzungsbereiche in diesem Jahr waren unter anderem CNC-Drehen und Fräsen und Elektropneumatik, in denen ich ein weiteres Projekt „Druckluftmotor“ anfertigte. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres wurde das Umformwerkzeug angefertigt, doch dies geschah ausschließlich in Gruppenarbeit. Bei dem Thema fachlich richtiges Vorgehen gab es das eine oder andere Mal größere Komplikationen, sodass ich einige Einzelteile so verändern musste, dass die Funktion des Werkzeugs wieder gewährleistet war. Durch diese Fehler hab ich Erfahrungen gesammelt und gelernt eigenständig Lösungen zu finden, aber auch diese Fehler zukünftig zu vermeiden.

Entwicklungsworkshop zur Vorbereitung auf das 3. Lehrjahr
Der Inhalt des Schulstoffes zog an, da ich den Teil 1 Prüfungen immer näher gekommen bin. Wie auch schon im ersten Lehrjahr gab es im zweiten erneut einen Entwicklungsworkshop (EWS2), doch diesmal ging es auch um die Vorbereitung des dritten Lehrjahres. Da ich im dritten Lehrjahr von dem Ausbildungsbereich ins Werk versetzt wurde und daher einen neuen Meister bekomme, hatte ich die Chance ihn im EWS2 kennen zu lernen. Genauso wurde im EWS2 ein Feedback zum fast vergangenen zweiten Lehrjahr gegeben.

Werkzeugbau: Erodieren und Lehrenbohren
Mittlerweile bin ich im Werkzeugbau im Bereich des Erodierens und Lehrenbohren. Ich habe sehr viel neue Eindrücke bekommen und muss mich an Anfang noch gedulden, bevor ich selbst anpacken kann, da diese Maschinen sehr komplex zu bedienen sind, weil sie eine spezielle Computersprache besitzen. Insbesondere beim Thema erodieren. Ich freue mich und bin auch gespannt was ich noch alles erleben und welche Erfahrungen ich sammeln werde, bis meine Ausbildung im Sommer 2015 beendet ist.

 


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