Filmstars, Trucks und unvergessliche Erlebnisse

Ich gehe einen langen, dunklen Tunnel entlang. Beleuchtet nur von einem gedämpften, blauen Licht. An der Wand sind einzelne Worte angestrahlt: „Kraftstoff sparen. Gewusst wie.“ fällt mir direkt ins Auge. Ein leichtes Summen von vielen verschiedenen Stimmen liegt in der Luft. Langsam gehe ich weiter, biege einmal nach rechts und bin fast ein bisschen geblendet, von dem hellen Licht, das mir plötzlich entgegenstrahlt.

Ich stehe in der Messehalle 14 auf der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover – die Halle von Daimler. Insgesamt gibt es hier knapp 70 Exponate zu bewundern.

Kein anderer Hersteller präsentiert sich in diesem Umfang in einer eigenen Halle. Auf den ersten Blick stechen mir natürlich die Fahrzeuge ins Auge. Lkws reihen sich an Busse, daneben stehen die Vans. Drumherum tauschen sich interessierte Besucher über die Neuheiten aus.

Ich selbst bin mit meinem Team herkommen. Ich arbeite als Werkstudentin bei Daimler Trucks #1, einem globalen Projekt, durch das ich tagtäglich mit ganz unterschiedlichen Truckthemen in Berührung komme. Im Mittelpunkt steht dabei immer ein bisschen der Vergleich mit unseren Wettbewerbern. Doch vom Schreibtisch in unserem Büro in Stuttgart aus ist das ganze Thema doch sehr abstrakt. Deshalb sind wir als Team nach Hannover gefahren, um uns vor Ort ein Bild vom Daimler-Auftritt zu machen und unsere Produkte einmal hautnah zu erleben. Und das kann sich sehen lassen.

Bereits beim Betreten der Halle bemerke ich eine Menschentraube auf der gegenüberliegenden Seite, dort, wo das Highlight Daimlers steht – der Future Truck. Dr. Bernhard zeigt gerade Verkehrsminister Dobrindt, was der Future Truck so alles kann. Die Journalisten drängen sich aneinander und bemühen sich um die besten Fotos. Und auch wir bahnen uns unseren Weg durch die Menschenmenge. Kurz darauf findet auf einer anderen Bühne in der Halle eine weitere Show statt. Der neue Vito rollt unter Trommelmusik mit einer beeindruckenden Szenerie auf die Bühne. Die Zuschauer drängen sich davor, die Handykameras gezückt.

Sechs Wochen hat es gedauert, bis die Halle so aussah, wie heute, erzählt uns die Kollegin, die uns über den Stand führt. Wir gehen von Lkw zu Lkw, von Bus zu Bus, in grau, weiß oder auch giftgrün stehen sie da, und wir erfahren, was Daimler für Neuheiten präsentiert. FUSO, Setra und Daimler sind in der Halle vertreten, Bharat Benz daneben, jede Marke hat ihren eigenen Bereich.

Fast durch Zufall stoßen wir auf einen Informationsstand, an dem die Daimler Driving Experience empfohlen wird. Einmal im Lkw mitfahren? Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und buchen die Tour „Offroad“, um einmal hautnah zu erleben, was unsere Produkte so können. Am Nachmittag soll es losgehen, also heißt es erstmal: Bis dahin so viel sehen, wie möglich.

Von den ersten Eindrücken überflutet, machen wir uns auf den Weg, die gesamte Messe zu erkunden. Wir sind noch keine fünf Minuten unterwegs, als wir bereits zwei weitere Highlights entdecken. Im Eingangsbereich der angrenzenden Halle steht in beeindruckender Farbenpracht in rot und blau ein Filmstar: Optimus Prime aus dem Film Transformers, ein riesiger Lkw von der Marke Western Star. Die Besucher stehen Schlange, um sich mit dem Koloss fotografieren zu lassen. Auch ich stelle mich an und freue mich hinterher über das Foto, das gleich an alle Freunde zu Hause gesendet wird!

Optimus Prime aus dem Film Transformers, ein riesiger Lkw von der Marke Western Star.

Und auch vor der Halle gibt es einiges zu sehen. Zum Beispiel steht da der WM-Truck, mit dem unsere Fußball-Nationalmannschaft nach ihren WM-Sieg gefahren ist. Ich klettere die Stufen nach oben. Der Boden ist im originalen Fußballrasen-Design. Ein bisschen fühle ich mich selbst wie ein Weltmeister. Schnell ein weiteres Foto und weiter geht’s.

Natürlich schauen wir uns auch die Wettbewerber an. Namhafte Truckhersteller aus der ganzen Welt sind hier vertreten. Doch auch kleine Auftritte fallen ins Auge. So werden an einem Stand auf dem Boden Trucker-Anstecker und Schlüsselbänder verkauft. Ich fühle mich wie in einer anderen Welt. Doch viel Zeit bleibt nicht, um alles ausführlich zu begutachten. Denn schließlich wollen wir die Driving Experience auf keinen Fall verpassen.

Mit dem Bus werden wir mit den anderen Teilnehmern zum Testgelände gefahren. Dort sehen wir neben einer asphaltierten Teststrecke auch das, was uns später noch erwartet: die Offroad-Strecke. Steile Hügel, unbefestigte Straßen, steinige Fahrbahnen – ein wenig mulmig wird mir bei dem Anblick schon zumute. Diese Strecken soll ein Truck tatsächlich bewältigen können? Nach einer kurzen Vorführung des Active Brake Assist 3, bei der die autonome Vollbremsung eines Lkw demonstriert wird, heißt es auch schon „bitte einsteigen“.

Ich klettere in einen orangefarbenen Atego, schnalle mich an und bin voller Erwartungen, wie die Fahrt wohl sein wird. Der Motor heult kurz auf und schon geht es los. Das Gefühl ist ein ganz anderes als in meinem eigenen kleinen Pkw. Wir fahren einige Meter, als der Kollege, der „meinen“ Truck fährt, plötzlich sagt: „So, jetzt sehen Sie gleich nur noch den Himmel und dann nur noch Erde.“ Der Truck steuert auf einen besonders steilen, kleinen Hügel zu. Und tatsächlich: Der Truck fährt so steil nach oben, dass mein Blick zum Himmel wandert und von einer Sekunde zur nächsten, habe ich das Gefühl, waagerecht in der Luft zu hängen. Ich sehe nur noch die Erde vor mir und fühle mich wie auf einer sehr langsamen Achterbahnfahrt. Ich frage mich, wie das Ganze funktionieren kann, und ein kleiner Teil von mir rechnet eigentlich die ganze Zeit damit, einfach vornüber zu kippen. Mein Herz setzt einen kleinen Moment aus, doch nichts passiert. Der Truck schafft den Hügel mit Leichtigkeit. Und ich bin ein wenig erleichtert, wieder die Strecke vor Augen zu haben.

Nach knapp einer Stunde ist die Testfahrt vorbei. Und damit auch mein Tag auf der Messe. Ich fühle mich ein wenig überflutet von den vielen neuen Eindrücken und den beeindruckenden Erlebnissen auf der Teststrecke. Ein bisschen stolz bin ich auch, ein kleiner Teil dieses großen Ganzen zu sein. Ich bin sicher: In zwei Jahren werde ich wieder mit dabei sein.


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