Mit ProCent zu Gast im Schloss Bellevue

Der Bundespräsident lässt bitten. „Was für eine Ehre! Werde ich wohl kurz mit dem Bundespräsidenten sprechen können? Soll ich überhaupt den Kollegen davon erzählen oder gelte ich dann als Wichtigtuer? Was soll ich anziehen?…“

Viele Fragen gehen mir durch den Kopf, als ich im August mit den Fingern über den goldenen Deutschland-Adler streiche, der leicht erhaben die Mitte der Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten ziert.

An erster Stelle freue ich mich einfach, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen anderer Werke an diesem „Fest der freien Bürgergesellschaft“ teilzunehmen, um dort als ProCent-Koordinator unsere Spendeninitiative ProCent den vielen Ehrenamtlichen vorzustellen, die mit diesem Fest geehrt werden.

Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin
Nach einem hochspannenden Flug (neben mir saß zufällig der Sprecher aller deutschen smart-Händler und hinter mir die Leiterin des Diversity Managements bei Daimler) lande ich gut gelaunt im sonnigen (!) Berlin und fahre ins Hotel nach Köpenick(!). Die Entfernungen in dieser Stadt mit 892 Quadratkilometern habe ich allerdings „leicht“ unterschätzt. Dabei präsentiert sich mir Berlin vielfältig, riesig, schmutzig (für einen Schwaben), schrill, wild – und natürlich arm und sexy. Nach einem Rundgang durch Köpenick (empfehlenswert!) werfe ich mich in Schale und los geht’s.

Für mein „zum Schloss Bellevue bitte“ werde ich vom Taxifahrer mit einem anerkennenden Nicken belohnt. Im folgenden Gespräch schwanke ich zwischen Dankbarkeit, Stolz und der demütigen Erkenntnis, dass ich lediglich als Firmenrepräsentant geladen bin – und nicht aufgrund persönlicher Leistungen. Der Taxifahrer erläutert mir währenddessen ausführlich, dass er mit seinem Verdienst von 42% der Tageseinnahmen kaum leben kann und signalisiert mir unterschwellig, dass ein Besucher von Schloss Bellevue sicherlich auch ein gutes Trinkgeld gibt – da komme ich wohl nicht mehr (günstig) raus…

Ein Fest zum Mitmachen, Promis, Speis und Trank
Nach dem Sicherheitscheck bin ich endlich am Ziel: willkommen im Garten des Schloss Bellevue! Ich bin beeindruckt von der Weite des Parks, den vielen Ständen, der großen Bühne, dem prunkvollen Schloss und den vielen festlich gekleideten Menschen, die hereinströmen – viele davon in Tracht.

Da ich vor meinem Standdienst noch etwas Zeit habe, sehe ich mich noch ein wenig um. Neben uns entdecke ich Götz Werner (Gründer der Drogerie dm), der sein Projekt „HelferHerzen – der dm-Preis für Engagement“ engagiert vorstellt. Gleich daneben bekomme ich eine rote Clown-Nase verpasst von der Stiftung „Humor hilft heilen“, die Clowns engagiert, um kranke Kinder und Senioren zum Lachen zu bringen. Das deutsche Jugendherbergswerk präsentiert sich mit einem Umweltlabor, in dem jeder seinen Forschergeist ausprobieren kann. Das ganze Fest scheint ein einziges „Mitmach-Event“ zu sein für Groß und Klein.

Langeweile kommt nie auf – und Hunger auch nicht, da alle Speisen und Getränke „aufs Haus“ gehen. Darunter auch Maultäschle vom „Wir können alles..“-Stand der Schwaben, Curry-Wurst mit Pommes (Klassiker in Berlin) und diverse Grillstände. In der Schlange am Stand trifft man dann auch gleich einige Promis, die bei so einem Fest natürlich nicht fehlen dürfen. Man erkennt sie spätestens an der großen Traube von Menschen, die engagiert „Selfies“ machen. Ich habe mich dabei brav zurückgehalten – nur bei Winfried Kretschmann konnte ich mich nicht zurückhalten. Dafür habe ich die gesichteten Peter Maffay, Frank Zander, Klaus Wowereit und Ulrich Deppendorf verschont.

Breites Interesse für ProCent
Dank unserer Mercedes-Benz Vertriebsgesellschaft für den deutschen Markt mit Sitz in Berlin, die sich schon seit vielen Jahren im Rahmen des Bürgerfestes engagiert, hatte unser Stand eine Top-Lage mit viel Publikumsverkehr. Unser „give-away“ in Form von 1-Cent Stücken mit der Überschrift „das Glück kann auch klein sein“ wurde gerne genommen und bat zusammen mit der Schätzaufgabe: wieviel Cent-Stücke bilden den Satz „Jeder ist wichtig!“ einen guten Einstieg in das persönliche Gespräch.

Den meisten Gästen war Daimler ProCent zunächst kein Begriff. Anhand der im Stand dargestellten drei Projektbeispiele sowie des extra für diesen Tag angefertigten ProCent Info-Films konnten wir die Systematik hinter ProCent aber gut vermitteln. Hilfreich dabei war, dass wir am Stand immer als Team tätig waren – jeweils der Einreicher eines der drei Beispiel-Projekte zusammen mit dem dazugehörigen ProCent Koordinator des Betriebsrates. (Projekt „Odachlosen Wärme geben“ und „Ein Zaun für mehr Freiheit“)

Die Gäste beeindruckte insbesondere die hohe Beteiligungsquote der Mitarbeiter von ca. 80%, die Verdopplung der Mitarbeiterspenden durch das Unternehmen sowie der Fokus auf lokale Projekte am jeweiligen Standort. Einige der besonders Engagierten wollten dann am liebsten direkt selbst Anträge einreichen. Hier blieb uns aber leider nur der Hinweis, sich ggf. im Bekanntenkreis nach jemandem umzusehen, der bei Daimler tätig ist – denn nur interne Mitarbeiter können Projekte einreichen.

Ein Bundespräsident zum Anfassen
Gleich zu Beginn des Festes bildete sich eine Traube von Pressefotografen. Wie vermutet kamen kurze Zeit später ein gut gelaunter Joachim Gauck und eine strahlende Daniela Schadt die Treppen des Schloss Bellevue herunter. Beim folgenden Blitzlichtgewitter fand ich besonders sympathisch, dass dieser hohe Grad an Aufmerksamkeit den Beiden eher unangenehm zu sein schien. Entsprechend rasch gingen sie direkt zur Bühne, um die etwa 4.500 geladenen Gäste zu begrüßen und ihnen ein hohes Maß an Wertschätzung für ihre Arbeit entgegen zu bringen.

Die anschließende mehrstündige Runde entlang der Infostände, während der die Beiden viele, viele Gespräche führten, bekräftigte den (persönlichen!) Eindruck: das ist ein guter Bundespräsident, der meint was er sagt, mit dem kann ich mich identifizieren. Entsprechend möchte ich ihn abschließend noch selbst zu Wort kommen lassen – denn dieser Dank gilt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei uns im Hause, die sich ehrenamtlich engagieren – sei dies nun im Rahmen von ProCent durch Spenden, Mitarbeit, Anträge einreichen oder auch durch anderweitiges Bürgerengagement.

„Daniela Schadt und ich haben Sie eingeladen, um „Danke“ zu sagen. Danke für die unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die Sie unserem Land schenken! Danke für Ihre Entschlossenheit und Ihre Ausdauer, für Ihre Fantasie und Ihr Einfühlungsvermögen, für all Ihre Talente und Fähigkeiten, die Sie in Ihre freiwilligen Aufgaben einbringen. Danke vor allem dafür, dass Sie Ihr Bürgersein nicht nur als Katalog von Rechten und Ansprüchen verstehen, sondern auch als Aufforderung – manche würden sogar sagen: als Verpflichtung –, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Und nicht zuletzt danke dafür, dass Ihre Familien Sie dabei unterstützen, dass Partner und Kinder nicht murren, wenn Zeit und Kraft in ein Ehrenamt fließen.“


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