Gastbeitrag: Arlberg Classic – 190 SLR und Blogger-Beifahrer

Damit wir uns nicht falsch verstehen, das mit der „Rennversion eines 190“, genauer bezeichnet einem „190 SLR“ aus dem Jahr 1955, führt nämlich zunächst mal zu falschen Vorstellungen. Bei der Arlberg Classic handelt es sich um eine Gleichmäßigkeits-Rallye, mit „Rennen“ hat eine solche Veranstaltung eher nichts zu tun.

Dafür aber die Fahrerin, die Zuschauer und den Beifahrer (in diesem Fall Axel Griesinger vom bigblogg) erfreut, der röhrende Sound des Gefährts und die Möglichkeit, bei allen sich bietenden Gelegenheiten ein wenig Gas zu geben. Windresistent sollte man allerdings sein, schließlich handelt es sich bei der Rennversion um einen reinrassigen Roadster.

Trotz Erkältung an den Start

Da ich mit Erkältung angereist bin, war der erste Tag „offen“, oder sagen wir „sehr offen“, somit ziemlich hart, denn dauerhaft kalter Wind im Gesicht beschleunigt nicht gerade den Heilungsprozess. Aber das Wetter sollte im Laufe des Wochenendes immer besser werden und am Ende konnten wir sogar aufs „Rheumadeckchen“ verzichten.

Im vergangenen Jahr an gleicher Stelle noch Dritte der Gesamtwertung, mussten wir dann erstmal kleinere Brötchen backen. Meine Stammbeifahrerin mit neuer Fahrerin auf Platz 100 und Axel und ich auf Platz 77. Da zeigt sich, wie wichtig es ist, bei einer Rallye, bei der es auf Streckenabschnitten um Hundertstelsekunden – Genauigkeit geht, ein eingespieltes Team zu sein. Ansonsten gilt: Der „Fehler“ sitzt sowieso immer rechts und wenn er mal links sitzen sollte, handelt es sich um ein englisches Automobil. Das Schöne an selbstgeschriebenen Blogs ist also, dass ich jetzt behaupten könnte, dass der Beifahrer schuld war, quasi so wie immer. Aber leider muss ich an dieser Stelle gestehen, dass bei mir in einer der Prüfungen das Hirn etwas hinter der Aktion auf der Strecke hinterhergehinkt ist; das nennt man dann: „Streichergebnis“!

Mit viel Fleiß, also dem genauen Ausarbeiten der Wertungsprüfungen haben wir es dann am zweiten Tag auf einen sehr respektablen 17. Rang gebracht und wegen der oben erwähnten Möglichkeit eines Streichergebnisses, hatten wir sogar die Hoffnung, noch einiges nach vorne zu kommen. Wenn, ja wenn, es nicht die Prüfung „Achterknoten“ gegeben hätte, den wir aus Gründen der zeitweiligen Orientierungslosigkeit in eine Doppel Null umgewandelt hatten. Mit zwei Streichergebnissen kann man zwar nix mehr gewinnen, aber unsere erste Zusammenarbeit endete dann versöhnlich auf einem 34. Gesamt-Rang (von 120). Gar nicht mal so schlecht für ’nen Blogger, Axel ..;-)

Das Cockpit mit den Rennscheiben: Käppis festhalten!

Der Fahrspaß steht an erster Stelle

Nun besteht eine solche Rallye aber nicht nur aus Competition. Der Fahrspaß soll auf wunderschönen Strecken auch nicht zu kurz kommen. Und da waren wir vom Gefühlserlebnis her natürlich ganz vorne. Denn der auf 130 PS verbesserte 1,9 Liter Motor zog unsere superleichte „Rennversion“ mit großem Elan die Serpentinen nach oben. In den Kurven muss man sich zwar erst einmal an die Besonderheiten der Lenkung gewöhnen, um komfortabel um die Ecken zu gleiten, aber wenn das erledigt ist, ist das Ganze ein großer Spaß. Ein bisschen Konditionstraining erledigt man nebenher, denn der 190 hat weder Servo noch Bremskraftunterstützung, aber da einem ab 100 Km/h hinter den kleinen Plastikscheibchen eh die Mütze/Lederkappe/Frisur vom Kopf gerissen wird, fährt man eher gemächlich.

Mein Resumé

Alles in allem also eine superschöne Veranstaltung auf einem kleinen Oldtimer-Juwel. Und da die Zuschauer immer so schön gejubelt haben (Achtung für Mitarbeiter des Classic Centers endet der Text HIER) habe ich mir einen Spaß daraus gemacht die „Rennfahrerin zu geben“ und den Roadster einige schwarze Streifen auf den Asphalt legen lassen. Immer wieder gerne!


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
5.0 / 5 (3 Bewertungen)
Bitte warten...

Tags: , , , , , , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Sie ist Rennfahrerin aus Leidenschaft, gewann als junge Pilotin die Formel Ford-Meisterschaft, ist bis heute die einzige Frau, die ein Rennen der DTM gewann und startet immer noch gerne bei Rallyes wie der berühmt-berüchtigten Paris-Dakar oder sogar Truck-Rennen. Daneben ist sie für Mercedes-Benz als Markenbotschafterin tätig.

Lesen Sie mehr über das Blog.

Letzte Kommentare

  1. Der neue AMG: Ein Auto, das ich selbst fahren würde

    Jürgen Graffunder: .....und ein Dank an die Abgasklappe. Freue mich schon auf die...

  2. Kinderreporter: Besuch in der TECFABRIK Sindelfingen

    Andreas Hartmann: Hallo Frau Wilbs, Hallo Herr Loose vielen Dank für Ihre...

  3. Teststrecke Immendingen: Hier fährt die Technik von morgen

    Martin Langer: Dass die Bindung zwischen Bundesregierung und Automobilindustrie jetzt schon so eng ist,...

  4. Der neue AMG: Ein Auto, das ich selbst fahren würde

    Robert Raffel: Für sich isoliert gesehen sicherlich eine tolle Ingenieursleistung. Insgesamt aber doch eher...

  5. Der neue AMG: Ein Auto, das ich selbst fahren würde

    Motorenliebhaber: Herrlich, was AMG da zusammengebaut hat. Manchmal muss man einfach den Verstand...