Mein Weg zum Olymp

Seit meiner Geburt habe ich eine Rückenmarkserkrankung, die verursacht hat, dass sich hüftabwärts nicht alle Muskeln, Sehnen und Körperfunktionen entwickelt haben. Dennoch habe ich gelernt diese Schwächen zu kompensieren und aus diesen Kompensationen haben sich sogar Stärken entwickelt.

Wie? Na, von innen. Als die Ärzte meinen Eltern erzählt haben, dass ich niemals laufen werde und ein kompletter Rollstuhlfahrer werden würde, brach für meine Eltern, als sie mich als Baby auf dem Arm hielten, eine Welt zusammen. Als ich jedoch trotzdem anfing mich an der Tischkante hoch zu ziehen und die ersten Schritte als Kleinkind zu machen, wussten meine Eltern, dass ich „Ein-Steh-Auf-Männchen“ bin.

Warum aber Rollstuhlbasketball, wenn man laufen kann, fragen sie sich nun gewiss. Ich kann sehr gut laufen. Als 10-jähriger habe ich mich in den Park gesetzt und beobachtet wie andere Menschen laufen. Ich hatte einen schwankenden Gang. In der Schule hänselten mich die Anderen mit einem „quak, quak“. Sie sagten ich gehe wie eine Ente und habe einen „Watschelgang“. Für mich war klar, dass ich lernen musste ordentlich zu gehen. Die Bewegungsabläufe gesunder Menschen waren für mich interessant und so versuchte ich diese Abläufe zu imitieren. Es gelang mir und ich wurde immer besser. Die mir bekannten Sprüche wie: „Du kannst das nicht, du schaffst das nicht“, die mich mein ganzes Leben begleiten sollten, hörte ich zu genüge. Ich glaubte diesen Leuten jedoch nie!

Mein Weg zum Olymp

Ich bin Sebastian Magenheim, Leistungssportler und angehender Masterstudent. Ich spiele Rollstuhlbasketball und studiere derzeit Management sozialer Innovationen an der Hochschule München. Die Fragen, die mich im Leben beschäftigen sind: „Wie komme ich vorwärts, warum so und nicht anders, ist das richtig so?“. Wie ich zu diesem ungewöhnlichen Sport, diesem seltsam anhörenden Studiengang und zu diesem Beitrag komme, möchte ich euch hier kurz erzählen: Ein Klassenkamerad von mir, der selbst im Rollstuhl saß, schwärmte vom Rollstuhlbasketball und ich nahm ihn nicht ernst. Nach einiger Bearbeitungszeit seinerseits, zeigte er mir Rollstuhlbasketball und es fesselte mich. Ich ging immer wieder hin und es zeigte sich, dass ich Talent hatte. Ballhandling, Räume antizipieren und Athletik. Athletik?

Genau. Rollstuhlbasketball würde ich beschreiben als Kombination von drei Sportarten. Es hat die Grundelemente des Läuferbasketballs, jedoch den Körpereinsatz von Eishockey gepaart mit den Körpern von Handballern. Die Rollstühle sind als Sportgeräte zu definieren wie etwa ein Eishockeyschläger. Schräge Räder mit Kohlefaserspeichen und Aluminiumleichtbau um schnell zu sein. Das ist genau mein Ding. Durch die Sportart Rollstuhlbasketball lernte ich viel. Durch den inneren Antrieb kam der Erfolg. Paralympics in London 2012, Wahl ins All-Star-Team der Euroleague und Kontakt zu Daimler über die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Letzteres kam über das Mentoren-Mentee-Programm der Sporthilfe und deren Partner zu Stande. Die Stiftung Deutsche Sporthilfeunterstützt in einem besonderen Programm alle Athleten, die eine Duale-Karriere betreiben.

Mein Weg zum Olymp

Ich studiere und betreibe Leistungssport, damit ich nach der Sportkarriere in einen ordentlichen Beruf gehen kann. Management sozialer Innovationen ist ein interdisziplinärer Studiengang. Dreh- und Angelpunkt für die professionelle Begleitung von Prozessen des institutionellen und gesellschaftlichen Wandels sind neue Formen des Lernens. Hierbei wiederum spielen kritische Medienkompetenz und Strategien der Informationsgenerierung und des Wissensmanagements eine zentrale Rolle.

Hinzu kommt ein zweiter Gesichtspunkt: Eine Vielzahl der derzeit diskutierten Lösungsansätze zum Thema soziale Innovation gehen von einer rein betriebswirtschaftlichen Logik aus und verlieren die psychologische und soziale Dimension der nötigen Veränderungsprozesse aus dem Blick. Die sozialen Dimensionen in handlungswissenschaftlich fundierter Weise einbringen zu können, stellt ein hohes Erfordernis für die zukunftsfähige Gestaltung der wirtschaftlichen, sozialen aber auch infrastrukturellen baulichen Umwelt dar. Diese Herausforderungen lassen sich nur interdisziplinär bewältigen.

Und interdisziplinär ist das Stichwort: Sind wir mal ehrlich, wenn man kein Fußball spielt oder in der Formel 1 fährt, hat man in Deutschland keine guten Karten mit Sport so viel Geld zu verdienen um hinterher ausgesorgt zu haben. Aus diesem Grund, muss man meiner Meinung nach, neben dem Sport einen Beruf lernen. Hier hat die Sporthilfe für die, die Akademiker sind oder werden ein Matching-Programm mit Partnern aus der freien Wirtschaft initiiert.

Mein Mentor ist Philipp Wex, Senior Manager bei Advanced Engineering – UI Technologies. Philipp konnte sich für das Programm bewerben, weil Daimler ein Partner der Sporthilfe ist. Philipp und ich stehen in Kontakt und er berät mich bei zukünftigen Dingen, die bei mir anstehen. Das Sportlerleben ist eng gestaltet. Das Studium kommt hier hinzu und macht es nicht einfacher. Mein Tagesablauf sieht so aus, dass ich morgens um 6 Uhr aufstehe, die erste Trainingseinheit für 2 Stunden absolviere,  die Uni bis 16 Uhr besuche, anschließend ins Praktikum gehe und ab 20 Uhr für 3 Stunden in die Basketballhalle fahre. Sonntags ist Regenerationstag. Da sich in dieser Zeit viele meiner Kommilitonen Gedanken machen wie sie die Zukunft gestalten, bin ich froh, dass ich mich hierfür jederzeit mit Philipp kurzschließen kann.

Mein Weg zum Olymp

Philipp hat mir auch einiges über Daimler erzählt und ich konnte mich total mit Philipp und Daimler identifizieren. Den Ehrgeiz Dinge zu verbessern konnte ich bei Philipp sowie bei mir fest stellen, aber auch „beim Daimler.“ Von innen heraus entstehen Veränderungen. Man trifft die Entscheidung im Kopf. An Autos kann man es gut beschreiben. Die Antriebe verändern sich – Elektro- und Hybridantriebe statt den üblichen Ottomotoren. Innen verändert sich etwas und die Handhabung ebenso, jedoch von außen sieht man keinen großen Unterschied. Blech, Räder und Glas werden bleiben. Nur das Innere verändert sich. Der Mensch ist ähnlich. Die Entscheidungen im Kopf leiten uns und unser Handeln.

Es bleibt nicht aus sich immer wieder zu hinterfragen und Entscheidungen im Kopf zu treffen.


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