Mille Miglia 2014: Le strade sono le stesse

Italien und die Mille Miglia – das ist eine fast 90 jährige Liebesbeziehung. Dezember 1925: Vier junge Männer, Graf Franco Mazzotti, Graf Aymo Maggi, Renzo Castagneto und Giovanni Canestrini, setzen sich in den Kopf, in ihrer Heimatstadt Brescia ein Auto-Rennen zu veranstalten. Ein Vergleich unter Automarken und „Herrenfahrern“ soll es sein, mit irrwitziger Geschwindigkeit durch Italien auf unbefestigten Straßen, zum Wendepunkt Rom und dann zurück nach Brescia. Als Streckenlänge ergaben sich ungefähr 1600 Kilometer bzw. etwa 1000 englische Meilen. Warum Meilen?

Die alten Römer hatten auch schon in Meilen gemessen. Zwei Jahre später, im Jahr 1927, war es soweit:
In der Via Rebuffone fiel der Startschuss für 77 Wagen. 1000 Meilen sind bis heute auch eintausend Geschichten, Siege, Tragödien. „Italienische Momente“, würdet ihr „Tedeschi“ sagen. Passion, Kultur, gesunder Wettstreit, Kreativität und Teamgeist: Dies sind die Werte, die den Rennfahrern von einst zur Größe verhalfen – von Rudolf Caracciola bei seinem Sieg auf Mercedes-Benz SSK 1931 bis Stirling Moss, der 1955 mit dem 300 SLR den Rekord aufstellte, der für immer Geschichte schrieb: 10 Stunden bei 157 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit! Wir hatten unsere italienischen Volkshelden wie Giannino Marzotto, der immer mit Kashmir-Pulli, Schlips und Kragen am Steuer seines (naturalmente) Ferrari saß.

Mai 2014. Die Straßen sind dieselben, die Dörfer und Altstädte, die aufgereihten Zypressen, die Sonne, die in jeder Kurve durch die Blätter der zeitlosen Wälder schimmert. (Anmerkung der Redaktion: Weils so schön klingt, nochmal im Original auf Italienisch: Le strade sono le stesse, come i borghi e i centri storici, i filari di cipressi, il sole che filtra curva dopo curva tra le foglie di boschi senza tempo.) Die Menschen stehen wie damals am Straßenrand, winken, rufen „forza“. Natürlich besonders gerne bei roten Autos. Der Schauplatz der Mille Miglia ist das Italien der Kleinstädte, in dem Motoren, sportliche Autos und Autorennen immer noch beliebt sind. Es bildet die einzigartige Kulisse. Eine Strecke, die wir Jahr für Jahr fast mit Staunen wiederentdecken, lebendiger denn je dank dieser wunderbaren Oldtimer-Karawane, und die beweist, dass den Menschen dieses Rennen noch heute am Herzen liegt.

Eindrücke von der Mille Miglia 2014 fotografiert von Johannes Schlörb, Blog fünfkommasechs

Ich denke an die einst so großen italienischen Marken wie Alfa Romeo, Lancia, OM, die sich in die Geschichte der Mille Miglia einschrieben. Ich arbeite heute für Mercedes-Benz in Italien. Schlagen da zwei Seelen in meiner Brust? Vielleicht. Es gibt etwas, was mich stolz macht. Wir bewundern bei der Mille Miglia die alten Rennfahrzeuge. Ich sehe in den Straßen Roms A-Klasse, GLA, CLA, und viele, viele smart. Am Steuer junge Menschen – Mercedes-Benz ist lebendig. Dieter Zetsche bekam jetzt in Brescia von einer Jury aus Fachjournalisten den „InterAutoNews World Manager Award“. Ich denke mir: Vielleicht ist er ja für das Unternehmen so eine Art Alfred Neubauer (der langjährige Mercedes-Rennleiter der 20er bis 50er Jahre) von heute. Auch er drängt bei Daimler für mehr Erfolg aufs Tempo. Neubauer musste unter schwierigen Umständen die Rennwagen erfolgreich machen, sogar Farbe abkratzen, um die Autos leichter zu machen, Rückschläge auf dem Weg zum Erfolg hinnehmen. Die Journalisten bescheinigen Dieter Zetsche, dass er das Unternehmen effizienter, schlagkräftiger gemacht hat. Bei der Mille Miglia feiern wir gleichzeitig auch für Mercedes 120 Jahre Beteiligung am Motorsport. Ich freue mich schon auf die Mille Miglia im Jahr 2034, wenn wir dann 140 Jahre Motorsport feiern. Weil Mercedes-Benz dann immer noch am Start ist. Mein „Capo“ kündigte nämlich in Brescia die Fortsetzung der Mercedes-AMG SLS-Sportwagen-Geschichte mit dem Erscheinen des brandneuen „GT“ an.

Dr. Dieter Zetsche beim Entgegennehmen des „InterAutoNews World Manager Award"

Der Stern hat eben auch dazu beigetragen, den Mythos der Mille Miglia aufzubauen, und ist seit dem letzten Jahr einer der drei Hauptsponsoren des Rennens. Von der Targa Florio bis zur Mille Miglia sind viele dieser Erinnerungen mit Italien verbunden, und aus diesem Grunde haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal den Mercedes-Benz Tribute veranstaltet, ein Rennen im Rennen für die leidenschaftlichen Autofans, die 40 der faszinierendsten Fahrzeuge aus Vergangenheit und Gegenwart des Sterns fahren und bewundern können. Wann kommen Sie uns mal bei der Mille Miglia besuchen? Wobei ich Ihnen rate, es lieber zu lassen. Die Suchtgefahr ist einfach zu groß.


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