Theo und sein T-Modell

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Seit meiner Ausbildung war es schon immer ein Traum von mir, irgendwann einen Mercedes-Benz Oldtimer zu besitzen. Finanziell ging das während der Ausbildung leider nicht. Und danach war nie der Platz für solch eine Anschaffung vorhanden, denn der Wunsch-Klassiker sollte ja keinesfalls draußen stehen. Ich schob meinen Traum über die Jahre vor mir her. Aber irgendwann haben meine Familie und ich ein Haus gebaut. Also konnte ich mit der Suche neu beginnen…

Wochenlang „scannte“ ich die Anzeigen einschlägiger Onlineportale. Ich hatte mir zunächst eingebildet, doch für 2000 bis 3000 Euro ein brauchbares Fahrzeug zu bekommen und habe mir in der Preisklasse einige Autos angeschaut. Tatsache war, dass ich nur „Schrott“ zu sehen bekam.

Eigentlich sollte es eine S-Klasse W 116 mit einem 110er Motor (6 Zylinder-Reihen Otto-Motor mit 2 obenliegenden Nockenwellen) werden. Aber diese Modelle waren für kleines Budget dann wirklich nur als fast unrettbare „Rost-Ruinen“ zu erstehen. Danach machte ich mich auf die Suche nach Coupés der Baureihen Strich Acht und W 123. Ich fuhr von Baden-Württemberg bis Hannover und kam immer mit großer Enttäuschung zurück. Im Januar 2012 sah ich dann diesen (meinen) S 123 200 T-Modell bei einem Händler, der nur 15 Kilometer von meinem Wohnort entfernt war. Also rief ich dort an und fuhr gleich mit „quietschenden Reifen“ hin. Dieses Mal hatte ich Glück!  Es war ein ehrliches Auto, zwar ein paar Kleinigkeiten zu machen, aber eigentlich nichts, was ich nicht selbst reparieren konnte.

Die Innenausstattung war wie neu, was mir sehr wichtig war. Solche Teile sind kaum zu bekommen und wenn, dann nicht preiswert. Ich habe den Wagen zwar sofort gekauft, obwohl es ein Kombi war. Heute bin ich froh darüber, dass es zufällig ein T-Model wurde.Ich musste nur noch zwei Jahre bis zur H-Zulassung warten, aber als Benziner habe ich den Wagen sofort angemeldet und auch durchgehend angemeldet gelassen. Es wurde unser Familienauto. DAS (Familien) AUTO. Wir fuhren zum Einkaufen, aber genauso auch mal nach München und es war uns allen bei jeder Fahrt klar, dass es eine gute Entscheidung war. So ein Fahrzeug zu fahren, ist ein Genuss, vor allem wenn man sich in die Zeit versetzt, in der das Auto gebaut worden ist. Heute fahren wir aber nur noch bei trockenem und schönem Wetter. Auch meine Frau Andrea und Tochter Laura (10) sind auf dieses Auto sehr stolz.

Es hätte ewig so weitergehen können, aber dann kam dieser verflixte Tag im September 2013: Nasse Straße, kein ABS, der Vordermann bremste hart, ich war einen Moment nicht bei der Sache – Auffahrunfall – zum Glück wurde niemand verletzt.Ich erinnere mich noch, dass ich bei allem Ärger und Schuld am Unfall noch kurz darüber lächeln musste, dass sich mein T –  trotz eingedellter Front – problemlos nach Hause fuhren ließ. Der Familienrat musste tagen, ob wir es reparieren oder verkaufen wollten. Die Entscheidung war eindeutig: ein Familienmitglied stößt man nicht einfach so ab!

Aus der Unfallreparatur  wurde dann auch gelich eine kleine Restauration. Ein paar typische W 123-Rostmängel hatte auch mein Auto, z.B. Rost am Wasserkasten, an der A-Säule rechts unter der Frontscheibendichtung und an einer Tür. Aber Schritt für Schritt wurde aus der „Knautschzone“ wieder ein stolzer weißer Kombi. Im Februar 2014 fuhr ich damit zum TÜV und bekam die H-Zulassung – ohne Mängel! Und wie das so ist mit dem Oldtimer-Virus: Ich schaue schon wieder nach Anzeigen für einen Strich 8- oder ein W 123 Coupe´ – damit der T nicht allein bleibt …


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