Trommelwirbel im Finish-Bereich

Endlich war es soweit: am 4. Februar wurde das neue Model der C-Klasse – intern der W205 – vorgestellt und ich durfte dabei sein. Die kompletten ersten vier Wochen meines Praktikums planten wir die Berichterstattung über diesen Tag. Um elf Uhr trafen wir in der Halle 9 ein und bekamen noch mit, wie dort die letzten Vorbereitungen getroffen wurden. Den sonst eher funktional gestaltete Finish Bereich erkannte ich kaum wiedern: In zwei Reihen waren weiße Stehtische mit Blumendekoration aufgestellt. Rechts und links an den Pfeilern, an dessen Nummern ich mich sonst gerne orientierte, waren große Flachbildschirme angebracht. Geradeausdurch hing ein schwarzer Stoffbanner mit dem Motto: „Vier Kontinente. Eine Leidenschaft.“ , davor stand ein Rednerpult. Auch den Mitarbeitern vom Finish war deutlich anzumerken, dass es ein besonderer Tag war: Alle hielten sich eher etwas abseits vom Geschehen des Aufbaus, versuchten dennoch mitzubekommen, was dort passierte.

Gegen 11.15 Uhr begann es dann langsam sich zu füllen. Eingeladen waren Mitarbeiter aus anderen Gewerken – unter anderem aus dem Rohbau und der Oberfläche. Für das Intranet sammelte ich Erwartungen und Stimmen ein. Jessica Kelm aus dem Korrosionsschutz erzählte mir: “Es ist schön, auch mal die anderen Menschen zu sehen, die an ‚unserem‘ Auto mitarbeiten. Ich bin gespannt, was bei der Veranstaltung gleich passiert.“

Während wir noch darüber sprachen, wie das bevorstehende Event wohl werden würde, tauchte auf einmal eine Gruppe Journalisten hinter uns auf. Alle schauten gespannt zu, wie diese zum Finish Band hinüber gingen. Als ich näher ran ging, konnte ich sehen, dass dort der „Job #1“ des W205 auf sie wartete – das erste Kundenfahrzeug der neuen Baureihe. Dort montierten Wilfried Porth und Markus Schäfer unter anhaltendem Blitzlichtgewitter den Stern auf die Motorhaube. Der Wagen war bereit für seinen großen Auftritt. Wer diese beiden Herren nicht kennt: Markus Schäfer ist Mitglied des Bereichsvorstandes Mercedes-Benz Cars, Produktion und Einkauf und Wilfried Porth ist Vorstandsmitglied der Daimler AG, Personal und Arbeitsdirektor & Mercedes-Benz Vans. Hoher Besuch, also.

Bild1-neue C-Klasse-Bremen

Punkt 11.30 Uhr richteten sich alle Augen nach vorne: Werkleiter Andreas Kellermann fuhr den weißen W205 vom Band und parkte ihn halb schräg vor dem Pult. Er stieg aus und übergab den Schlüssel feierlich an Marcus Schäfer. Ich versuchte diesen Moment festzuhalten, doch es war gar nicht so leicht zwischen den ganzen Presseleuten: Entweder stand ich selber im Bild oder hatte Leute, die fotografieren drauf. Auf der rechten Seite der Bühne standen einige Kollegen aus East London und aus unserem Werk ganz nah am Geschehen. Meine südafrikanische Kollegin Gcorbisa Mdlalana berichtete mir hinterher: „Ich stand das erste Mal im Rampenlicht und dann bei einer so großen Veranstaltung. Really cool!“ Anschließend herrschte in der Halle ungewöhnliche Stille. Auf den Monitoren zeigte ein Film die Menschen hinter dem Fahrzeug: in der Produktion hier im Werk Bremen, aber auch in den anderen drei Produktionswerken. Die neue C-Klasse wird ja auch in Südafrika, USA und China gefertigt. Beim Blick auf die Gesichter um mich herum, konnte ich schon den Stolz und die Faszination auf den W205 erkennen. Das bestätigte mir auch Daniel Braun aus der Oberfläche: „Der Film hat mir wirklich gut gefallen. Es war schön, mal einen Überblick über die Geschichte und die anderen Werke zu bekommen.“

Danach hießen Wilfried Porth und Markus Schäfer uns alle herzlich Willkommen und spielten eine Grußbotschaft von Dieter Zetsche ein. Zum Ende seiner Rede sagte Wilfried Porth, dass es im Normalfall hier in Bremen nicht gerne gesehen wird, wenn auf einen Mercedes eingeschlagen wird. Für heute kündigte er jedoch eine Ausnahme an. Dies löste zuerst leichte Verwirrung bei manchen aus. Als aus dem hinteren Bereich Getrommel zu hören war, wussten alle, was er meinte. Als ich mich umdrehte, sah ich, wie die Zuschauer in der Mitte einen Gang bildeten. Durch diesen wurden verschiedene Teile der neuen C-Klasse – wie beispielsweise eine Tür – herangetragen, auf welchen die Gruppe „Groove Onkels“ trommelte. Da ich den Ablaufplan kannte, wusste ich zwar von ihrem Auftritt, hätte aber nicht gedacht, dass er mich so begeistert. Als die Band vorne angekommen war, lief ich um die Bühne herum und versuchte von der Seite ein paar gute Fotos zu bekommen. Leider war ich mit meinen 1,60m zu klein und bekam nur ein paar Rücken auf meine Bilder. Sehr schade…

Als sie ihr Stück beendeten, ergriff Andreas Kellermann noch einmal das Wort und wünschte uns allen einen guten Appetit: In die Zuschauermitte wurde ein Buffetwagen mit Häppchen und Getränken herein gefahren. Stilgerecht mit einem Versorgungszug unserer Logistik. Die Menge teilte sich in kleinere Grüppchen auf und ich unterhielt mich mit den Anwesenden, wie sie die Veranstaltung fanden.

Aykut Say aus dem Rohbau erzählte mir:“ Mir hat die Trommel-Show sehr gut gefallen. Außerdem habe ich durch den Film viele Features des W205 kennengelernt.“ Auch Karin Janke aus dem Finish Bereich war begeistert:“ Es war eine tolle Idee, wie sie die Show aufgebaut haben. Wir hatten hier schon viele Events, aber noch keines in dieser Variante. Es hat einen einfach mitgerissen!“

Mitgerissen war ich auch: Nicht nur von der Veranstaltung, sondern auch von meinen Interviews. Völlig in Gespräche mit Kollegen vertieft, bekam ich gar nicht mit, dass alle Häppchen aufgefuttert wurden. Mist! Wie gut, dass es noch die Kantine gibt.


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