Vom Praktikum zur Roboterprogrammierung: Mein Weg

In meiner Schulzeit hatte ich noch keinen besonderen Berufswunsch. Die Schulpraktika habe ich im Tierheim und in einer Arztpraxis absolviert. Da diese mich aber nicht ansprachen, habe ich in den Sommerferien ein freiwilliges Praktikum bei Mercedes in Bremen gemacht. Mein Vater hatte mich dazu motiviert. Dort war ich bei den Mechatronikern eingeteilt und es gefiel mir auf Anhieb gut, obwohl ich vorher nichts mit Technik zu tun hatte. Das Schöne an dem Praktikum war, dass man mit den Auszubildenden des ersten Lehrjahres zusammen in einer Werkstatt gearbeitet hat.

Somit konnte man sich bei Fragen direkt an Leute in seinem Alter wenden.

Das Praktikum hat mir so sehr gefallen, dass ich eine Bewerbung für das nächste Ausbildungsjahr geschrieben habe. Die Tests und Auswahltage liefen gut und ich habe nur noch auf eine Zusage gehofft. Diese kam dann auch schon ca. ein halbes Jahr vor Ausbildungsbeginn! Ich war froh, so früh zu wissen, wo ich nach meinem Schulabschluss hingehen würde. Hier in Bremen war ich das einzige Mädchen in meinem Jahrgang, was für mich Höhen und Tiefen bedeutete. Es hätte mir damals sehr geholfen, mich auch ab und zu mit einer weiblichen Person austauschen zu können. Wobei ich super Kollegen hatte, mit denen ich größtenteils sehr gut klar kam.

In der Ausbildung haben mir der Zusammenhalt und die Teamaufgaben am besten gefallen, die durch Teamfindungen und z.B. gemeinsamen Weihnachtsfeiern gestärkt wurden. Gerne habe ich auch bei Veranstaltungen geholfen wie z.B. den Girlsday oder auch Werksführungen für Schulklassen betreut. Im Endeffekt war es eine sehr lehrreiche und auch schöne Zeit.Kurz vor meinem Abschluss wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte an dem Pilotprojekt FacTS teilzunehmen. FacTS (FacharbeiterInnen Talentschmiede) ist ein Baustein der ganzheitlichen Personalentwicklung und wendet sich an Leistungsträger in der technischen Berufsausbildung. Dabei soll eine berufliche Perspektive in Richtung Fach- oder Führungskarriere aufgezeigt werden. Die Förderung beginnt nach der Berufsausbildung und beinhaltet den Einsatz in anderen Fachbereichen sowie Qualifizierungs- und Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb Daimler. Aktuell läuft der Pilot an den vier Standorten Untertürkheim, Gaggenau, Bremen und Mannheim (dort nur für EvoBus). Die ersten FacTS-Kandidaten wurden durch die Fachbereiche bestätigt und haben mit ihrem Förderprogramm gestartet, eine davon bin ich ;)

Zu dem Zeitpunkt gab es kaum Informationen zu der Vorgehensweise und der Zielsetzung. Ich habe mich dafür entschieden und kam nach meinem Abschluss in die Montage der Mercedes-Benz C-Klasse und des GLK zur Beobachtungsphase. Ich habe mir nach der Hälfte der Zeit ein Feedback von meinem Meister eingeholt. Eingeteilt wurde ich in der Neuanlage Technisches Zentrum-Dach, die zum Kleben des Daches für die neue C-Klasse und den GLK zuständig sein wird. Mein Aufgabenbereich als Anlagenwart umfasst die Inbetriebnahme, Instandsetzung und Instandhaltung der Anlage. Da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht im Serienprozess eingebunden und somit noch im Aufbau der Anlage waren,  hatte ich die Chance auch bei der Roboterprogrammierung und Anlageninbetriebnahme zu helfen. Dieses interessiert mich sehr, weil es meinem Ausbildungsberuf nahekommt und meine Grundkenntnisse ausbaut. Ich finde es faszinierend, was man für Geschwindigkeiten im Montageablauf durch Roboter erbringen kann.

Durch den Aufbau der Anlage hatte ich die Chance, was für mich völlig neu war, die Planungsprozesse mitzuerleben. Dadurch ergaben sich für mich kleine Projekte, die auch zur Bewertung in der Beobachtungsphase dienten. Nach einem halben Jahr wurde mir dann mitgeteilt, dass ich in FacTS aufgenommen wurde und nun ein Entwicklungsplan für mich erstellt wird. Diesen kann ich auch aktiv mitgestalten, was eine super Chance ist um die eigenen Interessen auszubauen. Es folgte eine Auftaktveranstaltung in Untertürkheim mit den anderen FacTS-Teilnehmern zum Informationsaustausch und Kennenlernen. Zudem gab es ein Gespräch mit Vertretern des Personalbereichs, des Betriebsrat und Fachbereichen sowie Herrn Schabert, dem Werkleiter des Werkes Untertürkheim.

Gut gefallen hat mir, dass wir erfahren haben, wie die Entwicklungspläne der Anderen aussehen. Somit hat sich nochmal gezeigt, wie viele Entwicklungsmöglichkeiten man hat. Ich habe einige Ideen dazu bekommen, in welche Bereiche ich mal schauen möchte. Interessant wäre es für mich, wenn ich mich in Richtung Robotertechnik entwickeln könnte. Ich freue mich auf die kommende Zeit, in der ich meine Fachkenntnisse erweitern möchte und andere Bereiche und evtl. auch Werke und deren Menschen kennenlernen kann!


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