Auf der Vulkaninsel für ein saubereres Neuseeland

Neuseeland ist bekannt für seine wundervolle Natur. Wir haben hier neben einheimischen Wäldern, scheinbar endlosen Wiesenlandschaften, verschneiten Vulkanen im Winter – die Liste ließe sich fortsetzen – 18,000 km wunderschöne und abwechslungsreiche Küstenlinie. Weiße Sandstrände laden im Sommer zum Schwimmen, Surfen und Sonnenbaden geradezu ein und egal wo man sich befindet die Küste ist mehr als 130 km entfernt. Viele Meeresbewohner wie Pinguine, Robben, Wale und Delphine tummeln das Jahr über sich in unseren Gewässern.Man kann schon sagen, dass Neuseeländer stolz auf ihr Land sind und auch ihr grünes Image. Umso schockierender war es für mich zu sehen, dass wir hier und gerade in Auckland, welches mit seinen über 1,4 Millionen Einwohnern – etwa einem Drittel der Landesbevölkerung- die größte Stadt Neuseelands ist, ein riesiges Abfallproblem haben.

Müll, der in den Straßen einfach fallengelassen wird, findet seinen Weg durch die diversen Stadt – Abflüsse Aucklands, welche direkt ins Meer führen, zu unseren Stränden. Vor allem Plastikmüll landet so im Ozean und wird auf den über 50 Inseln, die sich um Auckland befinden, angeschwemmt. Das klingt so gar nicht ‚grün‘ und trübt den sommerlichen Badespaß. Unser diesjähriger Day of Caring hat mir diesbezüglich die Augen geöffnet. Es verschlug uns diesmal, Mitarbeiter von Mercedes-Benz Financial Services (MBFS) gemeinsam mit Mercedes-Benz (MB) Neuseeland, nach Rangitoto, der jüngsten und wohl spektakulärsten von Aucklands Inseln, um dort zu helfen eben diesen Müll aufzusammeln. Um das normale Geschäft nicht zu unterbrechen, waren wir in 4 Gruppen aufgeteilt wobei jede Gruppe jeweils einen Tag auf der Insel verbringen durfte.

Organisiert wurde unser Day of Caring von internen Mitarbeitern zusammen mit „Sustainable Coastlines“ , einer lokalen non-profit Organisation, welche sich für die Erhaltung der Küsten durch Groß- Aufräumaktionen, Aufklärungsprogramme und öffentliche Medienkampagnen engagiert. Zusammen mit meiner Gruppe begab ich mich an einem vielversprechend aussehenden Donnerstag im Oktober auf unsere Mission. Wir trafen uns mit den Mitarbeitern von Sustainable Coastlines am Fährhafen in Aucklands Zentrum. Sie zeigten uns, bevor es auf die Insel ging eine eindrucksvolle Präsentation über die Ausmaße des Plastikmülls in den Ozeanen, welches nicht nur Neuseelands sondern ein internationales Umweltproblem ist. Denn Plastik, welches durch Menschenhand ins Meer gerät hat schwerwiegende, mitunter tödliche Folgen für viele Meeresbewohner. Der Plastikmüll aus den Ozeanen landet leider allzu oft in ihren Mägen, weil sie das Plastik mit etwas Essbarem verwechseln. Sie verenden dann entweder an der Verstopfung ihres Verdauungstrakts durch Plastikteile oder an Unterernährung, weil sie neben dem Plastik zu wenig Nahrhaftes aufnehmen. Z.B. halten Schildkröten transparente Plastiktüten, die im Wasser schweben, für Quallen, die sie liebend gerne essen. In neuseeländischen Gewässern haben wir viele Schildkröten und mehrere wurden schon tot mit Plastik in ihren Mägen aufgefunden.

Ein weiteres Problem, dass Sustainable Costlines uns vor Augen führte ist der eigentliche Vorteil von Plastik: Seine Langlebigkeit von bis zu 450 Jahren. Denn der Abfall zersetzt sich nicht, sondern zerkleinert sich durch Abtragung immer mehr bis er nur noch als Pulverform oder Mikroplastik vorhanden ist und im Meer schwimmt. So gelangt er über Fische und Plankton in den Nahrungskreislauf – vom Fisch bis zum Menschen.

Mit diesem neuen Bewusstsein ausgestattet setzte ich nach einer kurzen Fahrt mit der Fähre vom Stadtzentrum aus das erste Mal meinen Fuß auf diese berühmte inaktive Vulkaninsel. Vor Ort bekamen wir wiederverwertbare Müllsäcke und Handschuhe und machten uns ans Werk. Wir erhielten einen ersten Strandabschnitt zugewiesen, den wir reinigen sollten. Von weitem sah er recht sauber aus, aber ein näherer Blick genügte. So viel Müll! Parkscheine aus Auckland, Lutscher-Stäbe und Flaschenverschlüsse lagen im Schilf und zwischen den Steinen der schroffen Vulkanküste, angetragen durch Ebbe und Flut. Zum Teil waren die Plastikteile so klein und durch das Salzwasser porös, dass es Schwierigkeiten machte, sie überhaupt greifen zu können.  Ich dachte die ganze Zeit darüber nach, dass dies ja nur ein Strand und ein Teil dieser Erde ist, der durch uns Menschen mit Plastik und anderem Müll verschmutzt ist und dabei gibt es noch so viele andere und schwerer betroffene. Wir sammelten den ganzen Tag, bis wir uns aufmachen mussten um die letzte Fähre zurück nach Auckland zu bekommen. Verpassen wollten wir die nicht, denn Rangitoto ist unbewohnt – keine Einkaufmöglichkeit, nur vereinzelt verlassene Häuser, die von den ursprünglichen Siedlern zusammengezimmert wurden. Die Fährfahrt zurück verging schnell, wir waren alle ziemlich erschöpft aber wenn ich um mich blickte, sah ich zufriedene Gesichter.

Letztendlich haben wir in den 4 Tagen in unseren Gruppen gemeinsam mehrere tausend Abfallteile auf Rangitoto aufgesammelt – insgesamt 2,050 Liter Müll, das sind über 41 volle Müllsäcke. Ich hätte nie erwartet, dass eine so große Menge aus so vielen kleinen Teilchen zusammenkommt!

Die Erfahrung an unserem diesjährigen Day of Caring brachte unsere beiden Gesellschaften – Mercedes-Benz Financial Services und Mercedes Benz – und unsere Team Mitglieder noch näher zusammen während wir außerdem unseren Beitrag leisten konnten Neuseelands Gewässer und Strände zu retten.


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