Gastbeitrag: Offroad-Challenge 2013: G-roßartig!

Offroad-Challenge 2013? Das ist was für mich, dachte ich mir als ich den Aufruf von Auto-Motor-Sport gelesen habe. Trial fahren mache ich schon seit Jahren, warum nicht also auch mal auf einem Mercedes an der Challenge teilnehmen? Gedacht – geschrieben! Und es dauerte nicht lange und schon kam die Zusage, ich bin im 3. Vorentscheid in Kallinchen. Hier wurde ich 1. und hatte damit die Fahrkarte (Flugticket) nach Graz.

In Graz kamen alle 9 Finalteilnehmer (acht Männer, eine Frau) an. Der Erwin (einer der ersten und erfahrensten G-Testfahrer) zeigte uns, was alles mit einem G auf einem (Straßen-) Testgelände so geht. Auf 3 Rädern um die Ecke oder auch im Rundkurs, Vollbremsung von 170km/h in den Stand oder mehrfache 360er auf der Rutschbahn. Genial! Anschließend dann noch eine Werksführung wo man sah, wie der G von Hand zusammen geschraubt wird.

Nach dem  Mittagessen durften wir mit dem G selber auf der Gelände-Teststrecke fahren. Nach unten wurden wir dann von Testfahrern geshuttelt – man sollte eher „geschüttelt“ sagen. Die knallen bergab im Gelände mit 50km/h auf Wegen mit großen Steinen und Löchern – egal was da kommt. Das Auto war gefühlt die Hälfte der Zeit in der Luft. Auch wenn ich schon an Rallyes wie der Breslau teilgenommen habe, es war der Hammer was mit einem Serienfahrzeug geht.

Dann kam am Samstag der Tag der Entscheidung. Um 8:00 Uhr ging es los, uns standen jeweils 3 Autos (GLK, ML, G) zur Verfügung sodass jeder selber ausgiebig fahren konnte. Es wurde zu jeder Station eine „Ausfahrt“ von ca. 20-30 Minuten gemacht sodass man sich an das Fahrzeug gewöhnen konnte.

Hauptbestandteil der Challenge war der Trial – was für ein Glück für mich. Hier zahlte sich meine Erfahrung aus. Auch wenn es im ML plötzlich nicht vorwärts ging da die Räder im weichen Sand durch drehten. Da half nur eins: Ruhe behalten und mit Gefühl am Gas bleiben und vorsichtig mit der Fußbremse die Hinterachse einbremsen. Nur dann konnten die Traktionskontrollen eingreifen und ich kam wieder frei. Ganz anders im G, dort muss (oder darf) noch per Hand eingegriffen werden. Vorausschauend fahren hilft, im richtigen Moment eine oder mehrere Sperren einzulegen um durchzukommnen. Allerdings darf man nicht vergessen die Sperren wieder zu lösen um gefühlvoll lenken zu können.

Die einzelnen Aufgaben:

1. Station: Höhe schätzen – Pylonen auf dem Weg in aufsteigender Höhe. G fährt drüber, schätzen bei welcher die Pylone fällt. Ich hatte die 5, es war aber die 7. Also schon ein schlechter Einstieg.

2. Station: ML Trial. OK, hört sich gut an. Stangen (sehr wackelig) und kleine Pylonen (aus dem runden ML so gut wie nicht zu sehen) mit Kugeln drauf. Allerdings bekamen wir mit dem Saugnapf eine Becher auf die Motorhaube geschnallt der mit Wasser gefüllt war. Bei mir blieb es nicht so lange drin ;-). Erste Runde lief nicht so dolle, in der Zweiten dafür um so besser. Allerdings hörte ich dann später von anderen die wesentlich besser waren.

3. Station: G Trial. Pylonen-Kurs, Stangen Kurs und den Pylonen Kurs zurück. Diesmal nur einmal durchfahren. Da liefe es richtig gut, sehr gut an den Stangen vorbeigekommen. Pylonen nix gefallen. Also gutes Gefühl. Bis die anderen wieder berichteten…

4. Station: Schrägung schätzen: Baum liegt am Hang, Wasserwage drauf. Wieviel Grad sind es? Ich hatte 29°, es waren aber 28°. Gutes Ergebnis.

5. Station: Fragenkatalog: Oh Gott, was weiß ich alles nicht??? (Lief am Ende aber doch besser als gedacht)

6. Station: Blindfahrt Pylonenkurs GLK, einmal mit offenen Augen fahren, dann mit geschlossener Taucherbrille. Ging gar nicht (Schon einmal versucht mit geschlossenen Augen zu merken, ob ein Fahrzeug rollt?). Man hätte auch Würfeln können.

7. Station: Bremsen GLK. Eingang Pylonen Gasse Zeitmessung, dann Vollbremsung und möglichst dicht vor dem Ende zum stehen kommen. Wichtig war hohe Eingangsgeschwindigkeit. Lief OK, aber kein Highlight. 57km/h und 12m vor der Pylone zum stehen gekommen. Andere sind mit 70km/h 50cm über die Pylone hinaus.

Am Abend habe ich mich also mit einem sehr gemischten Gefühl ins Hotel shutteln lassen. Nach einem guten Abendessen ging es dann zur Siegerehrung nach draußen. Artgerechte Beleuchtung bekamen wir von einem GL und die Schlange der Teilnehmer, die nacheinander von 9 ansteigend plaziert wurden, wurde immer kürzer. Zum Schluss standen wir dann nur noch zu Zweit da. Hoffung keimte auf, reicht es doch noch? Und es reichte! Einen Augenblick später durfte ich den Pokal als „Deutschlands bester Offroader“ in den Händen halten!

Ich kann mich nur bei allen bedanken, die an der Organisation und Betreuung beteiligt waren. Es war einfach alles rundherum 100%ig professionell organisiert. Ich fühlte mich sowohl in der Vorausscheidung als auch im Finale gut aufgehoben und versorgt.

Und ich verspreche schon jetzt: Nächstes Jahr werde ich versuchen, den Titel zu verteidigen!

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Über den Autor: Lars Heuer ist Geschäftsführer der HEADWORKX GmbH, ein Systemhaus für kaufmännische Lösungen und für den Bereich Rechnungswesen verantwortlich. Das Offroaden ist für ihn Ausgleich zum „trockenen“ Arbeitsalltag.


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