ELA – Ein Preis für den Umweltschutz

Als wir die Einladung zur diesjährigen ELA-Preisverleihung bekamen, waren wir richtig stolz. Wir, das waren neun Kollegen beim Daimler und je ein Partner der TU Chemnitz sowie ein Mitarbeiter eines Lieferanten. Gemeinsam hatten wir ein Projekt zum Daimler- internen Umweltpreis ELA angemeldet und wurden nominiert, das heißt, wir waren bei den zehn Finalisten in diesem Jahr dabei.

ELA, der Name steht für „Environmental Leadership Award“ und ist der Umweltpreis für engagierte Daimler MitarbeiterInnen weltweit, der alle 2 Jahre im Auftrag unseres Konzerns vergeben wird. Ausgezeichnet werden Umweltschutz-Projekte, die das Unternehmen voranbringen. Das besondere Augenmerk wird hierbei auf die Teamarbeit gelegt. So können die Arbeitsgruppen rein intern zusammengesetzt sein, es sind aber auch Teams mit externen Partnern möglich.Dieses Jahr nahmen Teams von 35 Standorten und 12 Ländern teil. Seit Bestehen des Preises wurden mehr als 900 Projekte eingereicht, an denen etwa 3000 Mitarbeiter und externe Partner beteiligt waren.

Dass wir zu den  Teams gehörten, die in die Endausscheidung gekommen sind, ist schon eine Ehre, denn alle zwei Jahre werden an die 70 Beiträge von den Daimler-Werken aus aller Welt eingereicht.

Unter dem Projekttitel „Sandwichleichtbauteile aus ökologischen Grundmaterialien für das Fahrzeuginterieur“ haben wir uns für die Kategorie B „Produktbezogener Umweltschutz“ beworben. Darüber hinaus gab es eine Kategorie für Projekte aus dem Bereich des „Produktionsbezogenen Umweltschutzes“ und eine Kategorie  für Projekte mit dem Titel „Herausragendes Umweltengagement/Wahrnehmung mit besonderer Verantwortung für die Umwelt“.

Unser Projekt hatte sich dem Leichtbau verschrieben. Dabei griffen die Entwickler auf ein Baumuster aus der Natur zurück, der Wabenstruktur. Diese Bauweise der Natur weist eine extrem hohe Stabilität bei gleichzeitig geringem Gewicht auf. Weiterer Vorteil dieser Struktur ist die Schall-und Wärmedämmung. Damit eignet sich diese Struktur ideal für den Leichtbau im Fahrzeug. Bauteile aus diesem Werkstoff kosten dabei nicht mehr als konventionelle Bauteile. Darüber hinaus wird durch den Leichtbau in der Nutzungsphase Kraftstoff eingespart, was einerseits Kosten spart und andererseits CO2-Emissionen verringert.

Als konkretes Bauteil wurde eine Hutablage nach diesem Leichtbauprinzip entwickelt, wobei sich natürlich dieses Prinzip auch auf andere Bauteile anwenden lässt. Mein Beitrag zu diesem Projekt war die Berechnung der Ökobilanz, mit der wir den Nachweis der Umweltfreundlichkeit für die Hutablage erbringen konnten. Die Preisverleihung rückte näher. Da die Veranstaltung erst gegen 19:30 Uhr in der Niederlassung beim Daimler-Museum stattfinden sollte, habe ich vorher die Zeit für einen Besuch im Museum genutzt, das immer einen Besuch wert ist.

Dann ging es aber endlich los. Zur Einstimmung in die verschiedenen Preiskategorien wurde von jedem Projekt ein kleiner Filmbeitrag gezeigt. Diese Beiträge machten schnell klar, wie schwer es für die Jury gewesen sein muss, die Preise zu vergeben, denn es waren in jeder Kategorie wirklich beeindruckende Arbeiten vertreten. Die Team-Mitglieder bekamen Ihre jeweiligen Preise von Prof. Dr. Weber und dem Umweltbevollmächtigen Prof. Dr. Kohler überreicht.

Den ersten Preis in der Kategorie „Produktbezogener Umweltschutz“ haben wir zwar nicht bekommen aber über den dritten Preis haben wir uns auch sehr gefreut. Und wer weiß, vielleicht findet sich die Leichtbautechnologie eines Tages auch in einem der anderen Preisträger unserer Kategorie wie den Setra-Reisebus, den Diesel-Hybriden oder einem Actros wieder. Grundsätzlich möglich ist das auf jeden Fall. Mit diesem, auf den ersten Blick kleinen Bauteil, haben wir es immerhin geschafft, gemeinsam mit einem Schwergewicht wie dem Actros einen Preis zu bekommen.

Der Umweltschutz liegt mir schon sehr lange am Herzen. Ich möchte dieses Thema als Mitarbeiterin in der Automobilindustrie vorantreiben. Da geht man auch einmal etwas demotiviert nach Hause, um am nächsten Tag doch wieder mit Elan die Aufgaben anzugehen. Die Technik und die leistungsstarken Motoren der Fahrzeuge überstrahlen in der Presse häufig den Umweltschutz oder reduzieren diesen auf den reinen Kraftstoffverbrauch. Umweltschutz ist umfasst aber viel mehr, was auch die verschiedenen Arbeiten an diesem Abend deutlich gemacht haben. Und deswegen ist es toll, dass es den ELA gibt!

Die Gespräche, die ich an diesem Abend geführt habe, zeigten deutlich, dass alle Preisträger Überzeugungstäter sind. Die Fragestellung, die dahinter steckt, reduziert sich nicht nur auf die Thematik, „Was nützt der Firma?“, sondern auch „Was nützt es dem Menschen?“ Denn nur was auch dem Menschen nützt, kann langfristig auch der Firma nützen und ist nachhaltig. Alleine dafür könnte der Preis stehen. In diesem Sinne war auch unser dritter Platz für mich und die anderen Projektmitglieder ein wirklicher Grund zum Feiern


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