Projekt „sternchen“: Jonglieren mit Bürgermeistern

Seit fast 6 Jahren leite ich das Projekt „sternchen Kinderkrippen“.  Die spannendste und vielfältigste Aufgabe in meinem Arbeitsleben bisher, nach einer 16-jährigen Tätigkeit im operativen und strategischen Personalbereich. Nach meinem drei-jährigen Einsatz im lokalen Personalbereich bei MBUSA und dem Leben in New York war mir klar, dass die nächste Stelle das nicht mehr toppen kann. Was für ein Irrtum! Seit dem ersten Tag im sternchen Projekt war kein Tag wie der andere… morgens weiß ich noch nicht, was der Tag bringen wird und wo ich manchmal sein werde… Fragen wie „in welcher Höhe müssen die Toilettenspülknöpfe bei den Kindertoiletten angebracht werden“ (diese Frage musste natürlich sofort beantwortet werden, da der Installateur gerade vor Ort in der Krippe ist und jetzt die Spülung anbringen wird) oder ein Hilferuf um 6 Uhr morgens aus der Krippe „fast alle unserer pädagogischen Fachkräfte sind heute erkrankt – was sollen wir tun“….

Es ging auch oftmals lustig zu, wenn ich in den Umlandgemeinden unterwegs war, um für unsere Krippen die Fördermittel „einzutreiben“: Die Gespräche und die Höhe der Fördermittel pro Kind hingen meistens von dem jeweiligen Familienbild der Bürgermeister und Jungendamtvertreter ab. Ein Bürgermeister meinte bei meiner Terminabsprache zum 3. Gespräch: „Frau Barthelmeh verschonen Sie mich – Sie bekommen das Geld!“ Mitunter ist Hartnäckigkeit gefragt.

Manchmal fühlt man sich als Jongleurin – alle Teilprojekte am Laufen und alle Beteiligten intern wie extern bei guter Stimmung zu halten. Die Baugespräche waren ein Teil des Projektes. Wohlgemerkt, dass jedes Bundesland eigene Gesetze und Vorgaben hat – die wir zu beachten haben und außerdem kommen die individuellen Vorstellungen der Behörden hinzu – der Traum von Standardisierung im Krippenbau hat sich spätestes bei dem ersten Baugespräch in einem weiteren Bundesland in Luft aufgelöst.

Besonders wichtig ist uns die pädagogische Zusammenarbeit mit den Eltern sowie die kontinuierliche Qualifizierung der Fachkräfte. Wir sind stolz auf das für uns eigens entwickelte pädagogische Qualitätshandbuch. Auch das Feedback der Kinder und der Eltern ist uns immer sehr wichtig und stets willkommen. Eine Mutter hat mir berichtet, dass sie mit ihrem fünf jährigen Sohn im sternchen Untertürkheim die jüngere Schwester abgeholt haben, der Sohn meinte:“ Mama, warum bin ich nicht in so eine perfekte Kinderkrippe gegangen“.

Ich finde, mit unserem sternchen leistet das Unternehmen einen großen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir haben insgesamt rund 570 betriebseigene Betreuungsplätze für Kinder im Alter von 8 Wochen bis drei Jahren geschaffen – und das bundesweit! Unschlagbar ist außerdem, dass unsere sternchen nur 11 Schließtage im Jahr haben.

Ganz besonders hervorheben möchte ich, dass in unseren Krippen täglich frisch und saisonal gekocht wird. Und dass wir großen Wert auf die Förderung von Mehrsprachigkeit und Selbständigkeit legen. In einem unserer sternchen hat vor kurzem ein 2 ½ jähriges Mädchen auf der Toilette nach seiner Bezugserzieherin mit den Worten „finished!“ gerufen – das ist doch eine Glanzleistung!

Ich möchte mich hier nochmal bei allen Beteiligten für die sehr gute Zusammenarbeit, den gezeigten Einsatz und die Flexibilität bedanken. Nur mit Ihnen war es möglich in der kurzen Zeit 13 Kinderkrippen zu realisieren!

Das sternchen Projekt ist jetzt erwachsen geworden: es ist nicht mehr länger ein Projekt, sondern einer unserer langfristigen Managementprozesse. Weiterhin arbeiten wir an Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung – und natürlich daran, dass Kinder und Eltern auch in Zukunft immer gerne an „ihr sternchen“ denken und sich dort wohlfühlen.


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