Mit Antriebslevel 4 zum Mailänder Dom

„Sollen wir die Sonnenschirme dann trotzdem auf dem Sonnendeck aufbauen?“ fragte mich unser Messebauer Jens und blickte missmutig in den wolkenverhangenen Mailänder Himmel. „Taugen die denn im Zweifelsfall auch als Regenschirme?“ fragte ich zurück. Mir fiel auf, dass ich offenbar mal wieder zu optimistisch gewesen war und mir unser mobiles smart ebike testdrive center vor meinem inneren Auge bei seiner ersten Aufstellung in Italien stets bei bestem Fahrradfahrwetter vorgestellt hatte. Tatsächlich wirkte das neue testdrive center in heiterem Weiß-Grün bei seinem ersten Einsatz vor der regnerisch-grauen Kulisse nun etwas deplatziert und ich fragte mich, ob die Sonnenschirme unser einziges Problem bleiben sollten. Hoffentlich würden die vielen designinteressierten Italiener kommen, die sich für unsere Testfahr-Touren in den nächsten Tagen angemeldet hatten.

Dabei hatte doch in den letzten Wochen alles so gut geklappt. Nach einigem Hin und Her hatte mein Chef seinen Chef und der seinen Chef davon überzeugen können, dass ein mobiler Bau für Testfahrten genau das Richtige sei, um das smart ebike in diesem Sommer in den Metropolen Europas auf die Straße zu bringen. Mit unserem Architekten hatten wir einen schicken und zugleich praktikablen Entwurf in den smart ebike Farben Weiß und Grün gestaltet, der nun ausgestattet mit 16 hochpolierten ebikes und einem Fahrsimulator im Innenhof der Fabbrica del Vapore in Mailand stand.

Nachdem wir unser neues testdrive center einmal komplett aufgebaut hatten, fuhr ich mit einem mulmigen Gefühl zum Hotel und hoffte, dass der Wettergott am nächsten Tag, dem ersten Tag der Mailänder Designmesse Salone del Mobile, auf unserer Seite sein möge.

Das, was sich am nächsten Morgen hinter dem Vorhang meines Hotelzimmers verbarg, sprach das Gegenteil. Der erste Tag des Salone del Mobile war doch tatsächlich ebenso nasskalt und grau in grau wie der Aufbau-Tag zuvor. An diesem Morgen erwartete mich allerdings auch eine gute Nachricht: Ich erfuhr, dass die Teilnehmerplätze unserer Touren bereits vor Beginn komplett ausgebucht waren – unsere smart ebike design tours stießen also offenbar auf Interesse.

Die Idee dahinter fand ich von Beginn an gut. Unser mobiles testdrive center sollte bei verschiedenen internationalen Designmessen aufgestellt werden, um auf das ebike aufmerksam zu machen und Testfahrten anzubieten. Zudem sollte es der Ausgangspunkt sein für geführte Fahrradtouren zu den Design-Hotspots des Festivals. So wollten wir der designaffinen Zielgruppe ein besonderes Erlebnis bieten, das wir nebenbei auch für unsere Kommunikation nutzen konnten. Ein Konzept, für das einige Designmagazine und meine Social Media Kollegin Andrea bereits vorab die Werbetrommel gerührt hatten. Sehr überraschte es mich also nicht, dass das Angebot auf Anklang stieß. Was mich dann aber doch überraschte, das war in den Anmeldemails deutlich geworden: Viele der Teilnehmer waren gespannt auf die Designtouren, hatten sich aber doch in erster Linie angemeldet, weil sie das smart ebike testen wollten.

Im Laufe unseres ersten Eventtages sollte sich dieser Eindruck bestätigen. Warm eingepackt in frisch bedruckte smart Jacken warteten unsere Hostessen mit heißem Tee aus Pappbechern auf erste Besucher. Und die ließen nicht lange auf sich warten, denn der Standort unseres Centers stellte sich als gute Wahl heraus. Es stand in der Fabbrica del Vapore, dem Innenhof einer ehemaligen Dampffabrik aus dem Jahr 1899. Die alte Fabbrica hatte sich in den letzten Jahren zu einem Kunst- und Kulturzentrum entwickelt, das neben Architekturbüros, Ateliers und einer kleinen Bar nun während des Salone del Mobile auch die von Alessandro Mendini kuratierte Ausstellung ‚Bla Bla: Virtual Discussion between Makers‘ beherbergte. Direkt neben dem Eingang platziert, strömte das internationale Publikum zunächst vereinzelt und später in Scharen an unserem testdrive center vorbei, um die Ausstellung zu besuchen. Erntete unser Center beim ersten Vorbeigehen zumeist lediglich neugierige Blicke, entschlossen sich viele Messebesucher nach dem Blick in die Ausstellung, der Sache genauer auf den Grund zu gehen und die leuchtend grün-weißen Fahrräder bei einer Probefahrt zu testen.  So zogen nun zumeist  drei bis vier Fahrräder gleichzeitig ihre rasanten Kreise über den Innenhof der Fabbrica und zogen die Neugier der Passanten auf sich. Das Tollste daran: die sichtliche Überraschung und Begeisterung der Testfahrer. Im Gespräch mit den Besuchern merkte ich, kaum einer der Messebesucher war zuvor Pedelec gefahren und kaum jemand hatte solch ein spritziges Fahrerlebnis erwartet. Mir war es damals ähnlich ergangen, als mich ein Kollege zum ersten Mal zu einer kurzen Spritztour auf dem smart ebike einlud.

Um kurz vor 11.00 Uhr ließen sich dann auch die Teilnehmer unserer allerersten smart ebike design Tour blicken – eine Gruppe russischer Designer und einige Italiener, die für den Salone del Mobile nach Mailand gekommen waren. Mit Erleichterung stellte ich fest, dass sich kaum einer der angemeldeten Teilnehmer von dem miserablen Fahrradwetter hatte abschrecken lassen. Unsere Tourguide Francesca, eine italienische Kunst- und Kultur-Journalistin, begrüßte die Teilnehmer und los ging es zum ersten Stopp der Tour. Am Corso Garibaldi, einer kleinen, belebten Einkaufsmeile, herrschte zum Salone reges Treiben. Bei so vielen Ausstellungen am Straßenrand wusste man gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Wir hielten schließlich vor einem kleinen Laden mit bröckeliger Fassade und der dunkelroten Aufschrift Rossignoli. Durch die Ladenfenster war an der Decke eine pompöse Installation unterschiedlichster Fahrräder zwischen allerlei grünen Blättern zu erkennen. Wie uns unsere Tourguide erklärte, war dies einer der ältesten Fahrradläden der Stadt, in dem zum Salone eine Ausstellung der Initiative Green Island rund um nachhaltige Mobilität zu finden war.

Nach einigen weiteren Stopps, bei denen sich die Designer zum Teil persönlich Zeit für die Gruppe nahmen, konnten die Teilnehmer bei einer ‚Rennrunde‘ durch den Parco Sempione den Fahrtwind des smart ebikes bei maximaler elektrischer Antriebsleistung testen. Wir passierten den Mailänder Dom und zogen dabei durch die grün-weißen Bikes und Helme und die flotte Geschwindigkeit allerseits die Blicke auf uns. Bei der ersten Tour sprach uns sogar eine Filmcrew an und integrierte unsere vorbeifahrenden ebikes spontan in eine ihrer Szenen.

Am Nachmittag folgte dann eine zweite Tour, zu der wir Design-Blogger und italienische Journalisten eingeladen hatten. Nach vielen weiteren Testfahrten fuhr ich spät abends, durchgefroren, ziemlich geschafft, aber alles in allem zufrieden mit unserem ersten Tag, zurück ins Hotel. Kurz vorm Schlafen warf ich einen Blick in den Wetterbericht, der ankündigte, dass ich mir in den nächsten Tagen den ersten Sonnenbrand des Jahres holen sollte.

Nach dem Auftakt in Mailand mit knapp 1000 Testfahrten gingen die Designtouren im Juni, im Rahmen der DMY Berlin, in die zweite Runde. Neben dem Haupteingang zur Messe auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof platziert, konnten die Bewohner der Hauptstadt am testdrive center gleich zwischen drei verschiedenen Routen wählen. Im September besteht beim London Design Festival die vorerst letzte Möglichkeit an den smart ebike design tours teilzunehmen.

Mehr zu den einzelnen Stopps der Touren finden Sie im bettery magazine von smart.


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