Gebrauchtteile Center: Schaurig-schönes Ende für Autos

Altfahrzeuge und ehemalige Prototypen werden zur Verwertung im GTC gelagert

Jetzt, im Sommer, denken viele über den Kauf eines neuen Fahrzeugs nach. Die Auswahl ist groß und unsere neue S-Klasse wurde gerade vorgestellt. Wer denkt dabei daran, wie es wäre, wenn ein neues Fahrzeug wie die S-Klasse irgendwann verwertet werden muss? Niemand! Niemand? Doch, denn von Anfang an ist eine umweltfreundliche Verwertung unserer Fahrzeuge vorgesehen. Auch wenn keiner sein Fahrzeug in der Schrottpresse sehen möchte, trifft es irgendwann (fast) jedes Fahrzeug.

Wie Fahrzeuge fachgerecht und so umweltfreundlich wie möglich verwertet (demontiert, Teile wiederverwendet und recycelt ) werden, davon haben sich etwa 30 interessierte KollegInnen bei einer Führung durch das GTC, das Gebrauchtteile Center von Mercedes-Benz, überzeugt.
Der AKU (Arbeitskreis Umwelt der MitarbeiterInnen) aus Untertürkheim und Sindelfingen hatte dazu ins GTC nach Neuhausen geladen. Damit die Besichtigung für die KollegInnen sicher über die Bühne gehen konnte, wurden wir direkt bei der Begrüßung am Tor mit Warnwesten ausgestattet. Schon auf dem Hof standen jede Menge schöner Daimler-Fahrzeuge, die häufig nicht so aussahen, als wären sie reif für die Verwertung. Neben älteren Modellen sahen wir auch viele, noch nicht am Markt erhältliche Modelle, die noch mit Tarnungsfolie abgeklebt waren. So erfuhren wir schon am Anfang unseres Rundganges, dass hier nicht nur alte, gebrauchte Fahrzeuge verwertet  werden, sondern ebenso ehemalige Entwicklungsfahrzeuge, Prototypen, Vorserienmodelle und andere.

Als erstes werden alle Fahrzeuge hinsichtlich ihrer Bauteile auf Wiederverwendung überprüft. Denn „die Wiederverwendung ist die höchste Stufe des Recyclings“ und der beste Weg, mit unseren Abfällen umzugehen. Handelt es sich nicht gerade um Entwicklungsfahrzeuge/ Prototypen, so werden bis zu 60 Bauteile pro Fahrzeug zerstörungsfrei demontiert, evtl. gereinigt, mit einem Etikett mit der dazugehörigen Teilenummer versehen und zum Verkauf angeboten.

Hier im GTC, aber auch über das Internet, können Kunden und Werkstätten gute gebrauchte Teile erwerben. Dies kann für Autofans schaurig sein, wenn sie zum Beispiel einen optisch scheinbar noch intakten SL der Serie „R129“ sehen, der nun „geschlachtet“ werden soll. Dafür aber hält er als „Organspender“ andere SL auf den Straßen „am Leben“. Ein „schaurig-schönes“ Ende also….und dabei vor allem ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung aber auch zur Schonung des Geldbeutels. Zeitwertgerechte Reparatur ist hier ein Schlagwort. Steht fest, welche Teile ausgebaut werden können, kommen die Fahrzeuge in die Demontagehalle. Hier wird das Fahrzeug als erstes „trocken gelegt“. Darunter versteht man, dass alle Flüssigkeiten wie Kraftstoff, Motor- und Getriebeöle, Bremsflüssigkeit, Hydrauliköle, Scheibenwaschwasser, Kältemittel usw. aufgefangen werden und manche Flüssigkeiten zum Teil nach einer Reinigung wieder eingesetzt werden. Was nicht wiederverwendet werden kann, wird gesammelt und einer fachmännisch Verwertung zugeführt.

Die "Trockenlegung": Alle Flüssigkeiten werden abgelassen. Youngtimer-Fans können bei diesem Bild erschauern, aber: Dieser SL "R 129" hilft mit seinen Teilen anderen SL, noch möglichst lange auf der Straße zu bleiben

Nach der Trockenlegung werden nach und nach die benötigten Bauteile aus dem Fahrzeug ausgebaut. Airbags dürfen aus Sicherheitsgründen nicht wiederverwendet werden, diese werden daher vor Ort gezielt gezündet, aus diesem Grund ertönt gelegentlich in der Halle ein lautes Knallen. Andere Teile wie Reifen und Felgen werden, wenn sie nicht nutzbar sind, so zerstört, dass sie auf keinen Fall in den Verkehr gebracht werden können und danach zum Material-Recycling gegeben. In letzter Zeit erfüllte das GTC eine weitere wichtige Aufgabe: Das Sammeln von Wertstoffen. In den heutigen Fahrzeugen befinden sich vermehrt Wertstoffe, wie zum Beispiel Platinen aus den Steuergeräten, ähnlich wie in unseren Handys. Diese Bauteile werden ebenfalls ausgebaut und einer Verwertung zugeführt. Erst wenn sich keine wertvollen Werkstoffe mehr in den Fahrzeugen befinden, werden die Restkarossen flach zusammengepresst und einem Schredder zur weiteren Materialverwertung zugeführt.

Es ist schon beeindruckend, mit wie viel Know-how die Mitarbeiter im GTC an die Verwertung der Fahrzeuge gehen. Immer wieder werden sie vor neue Herausforderungen gestellt, denn sie sind die Ersten, die neue Techniken wie Hochvolt-Batterien oder Brennstoffzellen zur Entsorgung auf den Hof bekommen. Aber auch normale Bauteile stellen häufig eine Herausforderungen dar. Wie muss der neue Tank angebohrt werden, damit der gesamte Kraftstoff entnommen werden kann , oder wie können bestimmte Bauteile, die zum Verkauf gelangen sollen, am schnellsten und dazu zerstörungsfrei demontiert werden? Am Ende der Führung hatte wir schließlich so viele Informationen und Eindrücke zum Thema Fahrzeug-Verwertung erhalten, dass wir davon überzeugt sind, dass es Sinn macht, gebrauchte Mercedes-Benz (irgendwann) zur Verwertung ins GTC nach Neuhausen zu bringen….

 


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