Die neue S-Klasse: Ich war beim Job #1 dabei!

Und da saßen wir nun, mein Kollege Felix Reiner und ich mit Herrn Dr. Zetsche und Herrn Renschler in einem Auto und durften mitfahren. Dr. Zetsche chauffierte uns von der Produktionslinie herunter, auf der normalerweise alle S-Klassen ihre Schlussabnahme erhalten.

Unser Auto: Die neue S-Klasse, offiziell der erste produzierte V222. Wie kamen wir in diese besondere Situation: Der Assistent unseres Center-Leiters (wir arbeiten im Center MOS in Sindelfingen = Montage S-Klasse) hat uns beide angesprochen. Es wurden zwei Mitarbeiter aus der Montage gesucht, die mit den Vorständen gemeinsam in unserer neuen S-Klasse vor eine große Gruppe von Journalisten vorfahren.

Die Journalisten haben vorher eine Führung von unserem Werkleiter, Herrn Dr. Reiss, durch die Montage der S-Klasse erhalten. Zum Abschluss der Führung wurde dann die neue S-Klasse von den Vorständen und uns vom Schlussabnahme-Band gefahren. Wir sagten sofort zu.

Da saßen wir nun gemeinsam einige Minuten im Auto und haben gescherzt, ob das Auto gleich wohl starten würde. Der „Vorführeffekt“ ließ zum Glück auf sich warten.

Ich möchte für unsere Kolleginnen und Kollegen in Sindelfingen an dieser Stelle einmal rüberbringen: Von der lockeren Art unserer Vorstände waren Felix und ich wirklich überrascht. Für uns hier an der Produktionslinie scheint es immer, als wären Sie eigentlich unerreichbar. In den gemeinsamen Minuten im Auto wirkten Herr Dr. Zetsche und Herr Renschler für einen Augenblick, als wären sie Kollegen aus der nächsten Meisterei, mit denen man auch mal Scherze machen kann. Also angeschnallt und dann konnte die Reise von rund 150 Metern beginnen…

Kurz zu mir: Ich arbeite als Meisterin an unserem Band 4. Hier verbauen wir beim W222 (und der Langversion V 222) die Windschutz- und Heckscheibe. Dazu gehören auch Scheibenwischer, die Dachbedieneinheit, die sogenannte Head Unit, die Abdeckungen an der Motorhaube, der Wasserkasten sowie die A-, B-und C-Säule. Wir prüfen außerdem zusätzlich, ob die zuvor montierten Steckverbindungen in den Autos alle funktionieren. Auch die Umfänge, die  wir selbst verbauen, werden durch den sogenannten E-Test geprüft. Weiter geht´s mit der Montage der Fondklima-Anlage und dem aktiven Gurtschloss bevor alles am Qualitätstor final gecheckt wird. Wir sind an unserem Abschnitt zu acht im Meister-Team, verteilt auf zwei Schichten. Jeder Meister-Kollege hat wiederum 35-40 Mitarbeiter.

Ich selbst bin eher ein praktisch veranlagter Mensch und hatte immer schon ein hohes Interesse für Autos und Tuning. Mein erstes eigenes „Projekt“ war noch ein Golf IV. Nach meiner Schulzeit habe ich mich gefragt, warum nicht zum Daimler, dort kann ich mein Hobby zum Beruf machen. Also bewarb ich mich in Sindelfingen und wurde zur Fertigungsmechanikerin ausgebildet. Nach der dreijährigen Ausbildung wurde ich in den unterschiedlichsten Bereichen im Werk eingesetzt: Bei der C-Klasse, der E-Klasse, der S-Klasse, bei der Türenvormontage, beim Cockpit, beim Fahrwerk, nur um einige Stationen zu nennen. Heute habe ich als Meisterin in erster Linie die Funktion, meine Gruppen zu führen, zu motivieren und Qualität abzusichern.

Der Anlauf einer neuen Baureihe ist für alle natürlich eine spannende Angelegenheit und gefüllt mit Herausforderungen. Erste Informationen rund um das neue Auto erhalten wir deutlich vor dem Produktionsanlauf in der sogenannten Anlauffabrik. Hier unterstützen Kollegen von uns die Mitarbeiter vor Ort bei der Montage der ersten Vorserienfahrzeuge. Diese Kollegen sind dann unsere „Trainer“, denn sie lernen als erste, wie man die Fahrzeuge zusammenbaut. Nach ca. einem Jahr kommen sie dann zu uns in die Serienmontage zurück und die Schulungen können beginnen.

In Schulungsboxen werden dann für den eigentlichen Anlauf des neuen Fahrzeugs die Mitarbeiter eingelernt. Ziel ist es, die Mitarbeiter so zu qualifizieren, dass möglichst viel Rotation innerhalb der Gruppen möglich ist. Dadurch verbessert sich auch die die Ergonomie für alle Mitarbeiter, da die Belastung auf die gesamte Gruppe verteilt wird. Bei der neuen S-Klasse sind viele Montagearbeiten im Vergleich zum Vorgänger leichter geworden. Kollegen, die sich vorher für einige Montagearbeiten bei der alten Baureihe ins Fahrzeug bücken mussten, können jetzt im Stehen von außen am Auto arbeiten. Eine tolle Sache!

Nach dem Produktionsanlauf hatte ich dann auch mal die Gelegenheit das neue Auto selbst zu fahren. Unser Center stellt hierfür Fahrzeuge für die Mitarbeiter zur Verfügung. Diese Fahrzeuge dürfen alle Kollegen, die unmittelbar am Auto arbeiten, benutzen, um sich selbst ein Bild über die neue S-Klasse zu machen – natürlich fragen auch schon Familie, Freunde und Bekannte: „Und? Wie ist das neue Auto so?“ Ich kann sagen: S-Klassig, durch und durch.

Das Auto sieht so klasse aus, dass die Leute stehen geblieben sind und Fotos gemacht haben. Ich habe mir über „unser Auto“ von guten Bekannten, von Qualitätsingenieuren und anderen Technikbegeisterten ein Feedback eingeholt. Alle sind von Technik und Qualität begeistert: Das Command oder die Verarbeitung des Leders im Cockpit, um hier nur einige Highlights zu nennen.Am meisten begeistert haben mich persönlich die Display-Anzeigen. Man muss sich daran gewöhnen, dass nun alles auf Displays digital dargestellt wird, aber das ist technisch der neueste Stand. Ein weiterer Höhepunkt ist „Magic Body Control“, eine Fahrwerksvariante, die jede Unebenheit der Strasse erkennt und wegbügelt. Während ich sanft dahin schwebte, habe ich gleich noch die Massagefunktion der Sitze getestet.

Ich bleibe dabei: S-klassig!


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