Gastbeitrag: Wir sitzen alle in einem Bus

Corporate Social Responsibility – ein Begriff, mit dem wir beim Blick in unser Vorlesungsverzeichnis erst einmal nur wenig anfangen konnten. Der eine hatte es schon mal gehört, die andere las bereits darüber. Welchen Stellenwert ökologische und soziale Verantwortung heute in der Gesellschaft und in Unternehmen einnehmen, war allen weitgehend klar, aber die Frage, wo man Corporate Social Responsibility, oder kurz CSR, wirklich findet und zu welchen Zwecken es in Unternehmen eingesetzt wird, konnte kaum jemand beantworten. Licht ins Dunkel sollte uns Dr. Jens Arnold aus der Unternehmenskommunikation von Daimler Buses bringen, der das Fach nebenberuflich bei uns an der Dualen Hochschule Ravensburg unterrichtet.

Während der zweitägigen Veranstaltung an der DHBW in Ravensburg lernten wir zunächst die theoretischen Hintergründe dieser Thematik kennen. Wer nun glaubt, dass dies nach dem typischen Vorlesungscharakter ablief, liegt nur begrenzt richtig: In vielen kleineren Gruppenarbeiten lernten wir das Wesen der CSR vom Ursprung und der Geschichte bis hin zu ihrem heutigen Einsatz in Unternehmen kennen. Kritisch betrachteten wir Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen, lernten die Akteure dieses Themas kennen und erarbeiteten uns die Ziele und Herausforderungen, die mit dem Thema einhergehen. Für uns als Studenten der Medien- und Kommunikationswirtschaft mit Schwerpunkt Unternehmenskommunikation und Journalismus war natürlich auch die Ansprache von CSR und die CSR- und Nachhaltigkeitskommunikation in und von Unternehmen allgemein von Interesse. Dies machte uns Dr. Arnold an zahlreichen Beispielen deutlich. Um den praxisorientierten Einblick in das Thema CSR und Nachhaltigkeit von Unternehmen zu vertiefen und gemeinsam konkrete Praxis-Konzepte zu erarbeiten, lud er uns ein, die Bussparte des Daimler-Konzerns am Standort Neu-Ulm zu besuchen. Wir als Studenten empfanden es toll und spannend zugleich, dass ein weltweit erfolgreiches Unternehmen an unserer Meinung und unserem Denken interessiert ist.

Nachhaltiger Input der Studierenden

Angekommen in Neu-Ulm, wurde uns zunächst unsere Rolle und unser „Arbeitsauftrag“ für diesen Tag erläutert: Wir sollten in die Rolle einer Kommunikationsagentur schlüpfen und Ideen und Ansätze entwickeln, wie Daimler Buses seine CSR- und Nachhaltigkeitskommunikation verstärken kann. Dazu wurde uns zunächst das Geschäftsfeld „Daimler Buses“ und die Produktionsstandorte vorgestellt. Weltweit schafft der Bus-Bereich Arbeitsplätze von Sámano über Monterrey nach Istanbul-Hosdere – mit dem Werk in Neu-Ulm ist das Unternehmen sogar der größte Arbeitgeber der Region. Doch was kann man als Bus-Hersteller zum Thema Corporate Social Responsibility beitragen? Welche Nachhaltigkeitsaspekte spielen „beim Bus“ eine Rolle? Um diese Frage drehte sich die erste Gruppenarbeit unseres CSR-Praxis-Workshops. Die Antworten der Gruppen fielen dabei alle sehr ähnlich, wenn auch nicht gleich aus. Die kreativsten und ausgefallensten Antworten („Man könnte doch Solarzellen auf die Dächer der Busse bauen!“) mischten sich unter naheliegende Antworten („Man kann leichtes Baumaterial und Hybridmotoren verwenden.“).
Am Beispiel von Daimler Buses kann man aber viel mehr für die Nachhaltigkeit und das soziale Engagement der Region tun, als umweltbewusste Bautechniken anzuwenden: Jährlich werden Ausbildungsplätze und duale Studiengänge in Kooperation mit der Dualen Hochschule in Baden-Württemberg angeboten, der Bau der Kindertagesstätte Neu-Ulm wird finanziell gefördert und auch als Arbeitgeber beschäftigt Daimler Buses mehr als 16.500 Mitarbeiter weltweit. Und das ist nur ein kleiner Teil des gesamten nachhaltigen Handelns. Vor unserem Besuch in Neu-Ulm war uns nicht bewusst, in welch‘ großem Maß sich das Unternehmen für die Umwelt und seine Mitmenschen engagiert. Umso stärker war der positive Eindruck unsererseits.

Während der zweiten Gruppenarbeit, bestehend aus fünf Gruppen, bestand die Aufgabe darin, ein Kommunikationskonzept für die CSR- und Nachhaltigkeitskommunikation für Daimler Buses zu entwerfen. Als erstes sollten wir dabei einen Slogan zum Thema Corporate Social Responsibility nach unseren eigenen Ideen und Anregungen  entwerfen. Der Slogan sollte aussagekräftig, auf den Bus-Bereich bezogen und mit dem Nachhaltigkeitsgedanken die Zielgruppen ansprechen. Die Umsetzungen und die Präsentationen waren auch hier sehr vielfältig: Vom eigenen Logoentwurf bis hin zu einem selbst getexteten Lied fielen die Ideen kreativ aus. Beispiele für entworfene Konzepte sind: „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung“, „Wir sitzen alle in einem Bus“ oder „Heute ankommen. An Morgen denken“.  Zugehörig zu einem Leitspruch der CSR sollten die grundlegende Positionierung, die Zielgruppen, die Zielsetzung und die zentrale Message für die CSR-Kommunikation genannt werden.

Gegen Mittag begann mit der Werksführung unter dem Motto „Grüne Fabrik“ der letzte Abschnitt unseres Workshops. Wir wurden zum Busmontagewerk geführt und ließen uns auf dem Weg die Idee der nachhaltigen Wiesenflächen auf dem Werksgrundstück erklären: Diese Wiesenflächen werden nur zweimal jährlich zum Erhalt der wild wachsenden Pflanzen gemäht. Bei unserem Rundgang durch die Montage sammelten wir Eindrücke über die modernste Omnibus-Montage mit der umweltfreundlichsten Lackiermaschine weltweit. Jährlich werden hier ca. 3000 Busse in Einzelanfertigung komplett montiert. Beeindruckt und voller neuer Eindrücke verließen wir das Gelände von Daimler Buses gegen Nachmittag.
Besonders positiv in Erinnerung bleibt uns die Interaktion mit der Unternehmenskommunikation von Daimler Buses. CSR lebt vom Dialog mit seinen Interessensgruppen – auch wir durften diesen Dialog aktiv mitgestalten.
Wir danken Herrn Dr. Arnold für die interessanten Tage und die Möglichkeit, unsere Ideen in die Unternehmenskommunikation von Daimler Buses einzubringen. Wir sind gespannt, was Daimler Buses daraus macht!

Dieser Beitrag wurde von Teresa Mantel und Alice Würtz geschrieben. Studentinnen (2. Semester) des Studiengangs Unternehmenskommunikation und Journalismus an der Dualen Hochschule Ravensburg.


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