Die Glücklichmacher – Eine Busreise um die Welt

Wenn man an Glück-bringende Dinge oder Angelegenheiten denkt, hat jede Person eigene Assoziationen. Für den Althippie sind das die verbotenen Substanzen, für den Despoten die „Instrumente der Macht“ und für den Gourmet wiederum sein Sternerestaurant. Das Institut für Glücksforschung einer deutschen Universität (ja, so etwas gibt es) hat sogar eine Studie dazu erstellt. Und die Ergebnisse sind für den gesunden Menschenverstand nachvollziehbar.

An einer der ersten Stellen der (dauerhaft) Lebensglück bewirkenden Tätigkeiten: Reisen! Genauer gesagt: bewusste, intensive Erlebnisse in der Fremde, die (im Idealfall) den eigenen Horizont erweitern, wovon man dann noch lange zehren kann.

Quasi das, was der Reiseveranstalter Hans-Peter Christoph seit dem 08. April mit seinem nagelneuen, feuerroten Setra-Bus ComfortClass 500, einem Ersatzfahrer, dem EvoBus-Mechaniker Anatoli Reklin und 17 abenteuerlustigen Menschen macht. Und das alles in Extremform: eine Weltreise mit dem Bus, eingeteilt in fünf Etappen. Vom Okzident in den Orient – die gesamte Seidenstraße entlang – von Freiburg bis nach Shanghai, dann über Anchorage bis nach Feuerland (Ushuaia).

Schlappe 52.000 km in 215 Tagen.

Das wichtigste Utensil der Gruppe? Ihr Gefährt! „Nüchtern“ ausgedrückt: die Avantgarde der Busse. Der neueste Fünf-Sterne Setra. So luxuriös und komfortabel, dass Jogi Löw sogar überlegt, zukünftige Reisen für die Qualifikationsspiele nach Baku oder Ulan Bator damit zu unternehmen..

Der Benchmark (ja, wir hassen Anglizismen..) im Bussegment mit einem umweltfreundlichen Euro VI-Motor, allerlei Sicherheitsstandards und technischen Annehmlichkeiten à la Abstandsregel-Tempomat, Spur-Assistent, Dauerbremslimiter, Elektronisches Stabilitätsprogramm, Notbremssystem, Fahrer-Fitnessüberwachung und Front Collision Guard (FCG), etc…

Ausgestattet mit 428 Pferden, die 20 Personen auf „guten und schlechten Autobahnen, kurvigen Landstraßen und abenteuerlichen Pisten, über Pässe und Gebirge, durch Täler und Schluchten, Wüsten und Einöden, Städte und Dörfer“ (Hans-Peter Christoph) befördern müssen.

Auf den Bus ist der Unternehmer sowieso ganz stolz: „Mit ihm erfüllen wir schon heute die europäische Euro 6-Abgasnorm, die erst 2014 in Kraft tritt“.

Eine Frage, die sich da stellt ist: was verbraucht eigentlich so ein Busmotor, bzw. wieweit kommt man mit einer Tankfüllung? Schließlich will oder kann man vielleicht gerade nicht tanken, weil irgendwo ein „Revolutiönchen“ stattfindet oder der passende Treibstoff fehlt.

„Ca. 2000 km“, ist die Antwort des Busfahrers Christian Seel, der das High-Tech-Gefährt bis nach Almaty, Kasachstan steuert. Abgelöst wird er durch Stefan Reif, der den zweiten Teil der Seidenstraße übernimmt. Nach der Überfahrt mit dem Schiff von Shanghai nach Anchorage übernimmt dann auf der anschließenden Panamericana Uli Lehman den Bus.

In Cartagena/Kolumbien gibt es dann eine Premiere. Der passionierte Busfahrer; Mitarbeiter der OmnibusRevue und Gründer des BUSFahrer-Magazins Sascha Böhnke hat sich bereit erklärt, im Praxistest den neuen Setra 500-ComfortClass gleich als Fahrer von Kolumbien bis nach Peru zu testen!

Und der sympathische Berliner ist begeistert: „da kann nichts schiefgehen. Von Luftfederbälgen über elektronische Diagnosegeräten, Keilriemen bis zu Ersatz Luft- und Ölfiltern für die staubigeren Gegenden – es ist fast alles an Ersatzteilen dabei!“

Doch was treibt die übrigen Teilnehmer an? Der Eine träumt von „einmaligen Landschaften, fremden Kulturen und ungeahnten Speisen“ (die Nahrung wird an den jeweiligen Orten gekauft und zubereitet – gewissermaßen Slow-Food in Reinform), der Andere von Abenteuern und unerwarteten Erlebnissen. Anatolij Reklin kann das bestätigen. Der Mechaniker, der den gesamten Trip begleitet, hat seine Ehefrau auf einer der letzten Trips kennen- und lieben gelernt.

Als der vom Unternehmer liebevoll als „rollendes Wohnzimmer“ bezeichnete Setra-Bus abfährt, fließen schließlich doch vereinzelt Abschiedstränen bei den Teilnehmern, ihren Freunden und Verwandten. Sind da vielleicht doch nicht alle glücklich? Der Schwabo-Amerikaner Jürgen Kl. würde sagen: „Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann“. Mir fällt dazu nur der bekannte Spruch aus der empirischen Sozialforschung ein: Traue nur der Statistik (oder Studie), die Du selbst gefälscht hast…

A propos: Der Bus wurde von Daimler mit einem sogenannten „Fleet Board“ System ausgestattet. Dieses System kann per GPS-Ortung jederzeit die Position des Weltreisebusses ermitteln.

Wer nicht nur wissen möchte, wo der Bus sich gerade befindet, sondern auch was die Teilnehmer unterwegs so alles zu Gesicht kriegen, der kann die Reise auf unserem Fotoblog verfolgen. Auf diesem werden regelmässig Fotos des Servicemechanikers Anatoli Reklin zu sehen sein.
An der Frontscheibe des Busses ist zudem eine Kamera installiert, welche die ganze Reise filmt. Wer wissen will, was dahinter steckt, kann sich auf Roadmovie.tv darüber informieren.


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