Vom Unimog-Bazillus infiziert

Während meiner kaufmännischen Lehre Anfang der 1960er Jahre „in unserm Benz“ – so sagten wir damals in Gaggenau – war für mich die spannendste Abteilung der Unimog-Export. In den Erzählungen der Mitarbeiter vollbrachte der Unimog in aller Welt schier Unglaubliches.

Fernweh packte mich und ich knüpfte Kontakte, um nach der Lehre in einer Mercedes-Vertretung im englischsprachigen Raum tätig zu werden. Doch zunächst einmal betreute ich als Exportkaufmann die französische und die belgische Armee, die zuvor viele Unimogs geliefert bekommen hatten und belieferte sie mit Ersatzteilen.

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass ich nach einem anschließenden Fachhochschul-Studium wieder ins Benz-Werk einstieg. Diesmal in den Personalbereich. Von Standortfaktoren hatte ich im Studium gehört. Doch die trafen hier kaum zu. Und so fing ich an, mich intensiv mit der Geschichte des Werkes zu beschäftigen. Schließlich wollte ich einem externen Bewerber erklären können, wie dieses riesengroße Werk ausgerechnet im engen Murgtal entstanden war. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter die Bücher „Die Automobile der Benzstadt Gaggenau“ und „Geschichten aus unserem Benzwerk“ folgten. Und bald hieß es: „Wenn Werksgeschichte – dann Wessel!“

Besonders faszinierend waren für mich aber dann Interviews mit Unimog-Pionieren, die ich zusammen mit Eva Klingler 1992 als „Geschichten rund um den Unimog“ veröffentlichte. Meine Begeisterung ging so weit, dass ich mir noch im gleichen Jahr selbst einen Unimog 2010 – übrigens das erste in Gaggenau gebaute Baumuster – zulegte.

In Gesprächen mit anderen Unimog-Besitzern, die ich notfalls schon mal anhielt, wurde der Wunsch nach einem Unimog-Stammtisch geäußert. Das nahm ich in die Hand und „ertelefonierte“ an zwei Wochenenden etwa 100 Adressen von Unimog-Besitzern im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden. Deren Begeisterung war schon am Telefon zu spüren.
Auf meine schriftliche Einladung hin kamen am 13. März 1993 etwa 60 Unimog-Fans – davon 40 mit ihrem Mog – auf den Gaggenauer Jahnplatz. Ich war also nicht allein vom Unimog-Bazillus infiziert. Zwei Monate später, am 20. Mai 1992, gründeten wir den Unimog-Club Gaggenau. Dieser hat nach nunmehr 20 Jahren über 6000 Mitglieder in 35 Ländern.

Die interessanten Gespräche und positive Resonanz auf meinen ersten Band der „Geschichten rund um den Unimog“ ermunterte mich, weiter zu forschen, und so erschienen bald zwei weitere Bände zu den Pionierjahren des Unimog.

Weitere Infos zu den Unimogs finden Sie auf der Seite der Unimog-Community

Hier ein Blogbeitrag über die neuen Unimog und Econic!


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