Dialog auf Augenhöhe – Echtzeit ist Wunschzeit

Im Zusammenhang mit Social Media Aktivitäten von Unternehmen wird gerne mal von „Dialog auf Augenhöhe“ und „Echtzeitkommunikation“ gesprochen, wobei Interneterklärer Sascha Lobo gerade auf Spiegel Online letzteres relativierte: Echtzeit ist Wunschzeit.

Kunden, Bewerber oder allgemein Interessierte, können heutzutage über Soziale Medien, wie Facebook oder Twitter, direkt mit Unternehmen in Kontakt treten – wenn diese denn dort präsent sind. Auf Augenhöhe. Was wiederum bedeutet: Inhalte und Argumente zählen, nicht Hierarchien. Und die Antworten? Am besten unmittelbar, sofort – in Echtzeit eben.

Dass dies im Unternehmensalltag kaum möglich ist, liegt auf der Hand. Hinter den Social Media Aktivitäten stehen meist Mitarbeiter aus dem Marketing-, des Kommunikations- oder manchmal auch des Servicebereichs; sogenannte Community-Manager. In der Regel sind dies aber keine Fachexperten. Letztere arbeiten am Produkt. Sie optimieren, entwickeln und teilweise erfinden sie sogar. Kommunikation mit Interessengruppen gehört meist nicht zu ihrem Aufgabengebiet. Er (der Experte) steht somit in den seltensten Fällen zur Verfügung, wenn Fragen von außen an das Unternehmen herangetragen werden.

Umgekehrt fehlen gerade dann Fragen, wenn Experten zur Verfügung stehen. An diesem Punkt stößt „Echtzeitkommunikation“ und „Dialog auf Augenhöhe“ an seine Grenzen.

Das Social Web ist bunt, vielfältig und hat doch bestimmt auch dafür eine Lösung parat. Sofort fallen einem Google-Hangouts oder Formate wie Social TV ein. Begrenzte Teilnehmerzahl, Lizenzierungsrechte oder notwendige Accounts für die Interaktion sind nur einige Hürden, die dabei zu nehmen sind.

Wir haben vor kurzem auf dem Automobilsalon in Genf eine ganz klassischen Lösung  integriert: die Live-Übertragung. Sowohl die gesamte Pressekonferenz, als auch Slots von jeweils 15 Minuten für Expertengespräche (sog. Live-Talks, hier mit dem Leiter Aerodynamik und dem Designchef) wurden ins Netz gestreamt. Da wir zu wichtigen Events, wie Automobilmessen, Jahrespressekonferenzen oder Hauptversammlungen standardmäßig Live-Übertragungen schalten, ist es ein relativ überschaubarer Aufwand diese zeitlich für Expertengespräche zu verlängern.

Soweit so gut, streamen bedeutet senden: Einbahnstraßenkommunikation ist kein Dialog, schon gar nicht auf Augenhöhe. Hier kommt dann wieder Social Media ins Spiel.

Zur Ankündigung der Übertragung nutzten wir sowohl die Markenauftritte von Mercedes-Benz auf Facebook und Twitter, aber auch unsere eigenen Webseiten wie beispielsweise die Mercedes-Benz.com, die Daimler.com oder das Intranet. Zudem haben wir das Thema der Live-Talks hier auf dem Daimler-Blog angekündigt – inklusive einiger zentraler Informationen. Fragen konnten 5 Tage lang über die Kommentarfunktion gestellt werden.

Man kann nicht davon ausgehen, dass Experten aus Unternehmen ständig zur Verfügung stehen. Umgekehrt erwarten wir auch nicht, dass während eines feststehenden 15-Minuten-Slots Interessierte gerade Zeit finden, ihre Fragen anzubringen. Deshalb haben wir sie vorab eingesammelt, um sie später live zu stellen.

Den Embed Code zum Einbinden der der Live-Übertragung der Pressekonferenz gab es für jedermann hier auf einer zentralen Seite von von GOMEX live. Den Embed Code für die Live-Talks mit den Experten bekamen die Medien, die ihre Reporter vor Ort hatten. Auto Motor und Sport hat den Talk hier eingebunden und Motor-Talk auf deren Webseite.

Da nicht jeder Interessierte die Möglichkeit hatte, innerhalb der entsprechenden Zeitfenster live dabei zu sein, gab es die Live-Talks auch als Videokonserve zum zeitversetzten Konsum . Wir haben diese auf YouTube hochgeladen und im Blogbeitrag nachträglich eingebunden.

So klappt das dann auch mit dem Dialog auf Augenhöhe, wenn auch zeitversetzt. Old Media und New Media – Hand in Hand.

Die Abrufe direkt während der Live-Übertragung können sich auch sehen lassen: Pressekonferenz: 9650 Views, Live-Talks insgesamt:  8171 Views. Das sind für den Anfang schon mal ganz ordentlich Zahlen. Vor allem, wenn man sich vorstellt, wie groß ein Saal sein müsste, um alle diese Zuhörer zu fassen.


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