Big Brothers, Big Sisters – and me

Die gemeinnützige Organisation „Big Brothers Big Sisters“ fördert gezielt und individuell mit einem Mentorenprogramm Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren, die aus ganz unterschiedlichen Lebensverhältnissen kommen.

Als Mutter von zwei Söhnen (22 und 23 Jahre alt) finde ich die Entwicklung von Jugendlichen faszinierend. Besonders herausfordernd ist aus meiner Sicht die Zeit zwischen 10 und 18 Jahren. Jugendliche in diesem Alter stellen sich oft Fragen wie: Wer bin ich? Was kann ich? Wo will ich überhaupt hin? Was will ich mal beruflich machen? Wie soll mein Leben später aussehen?

Als Mentorin bietet sich mir die Möglichkeit, Jugendliche auf ihrem Entwicklungsweg bei der Klärung der vielen Fragen zu begleiten. Ich darf ihnen Impulse geben, meine Sicht zur Verfügung stellen und das allerwichtigste – ich darf Ihnen zuhören und an ihren Gedanken teilhaben.

Auch in meinem Leben hatte ich sowohl privat als auch beruflich immer wieder „Wegbegleiter“, die mir ihre Erfahrungen zur Verfügung gestellt haben und das habe ich immer als hilfreich erlebt. Daher freue ich mich, im Rahmen des BBBS-Programms auch etwas von meinen Erfahrungen weiter zu geben. Allerdings gebe nicht nur ich meiner Mentee Impulse, sondern auch sie immer wieder mir (z. B. über ihre Sicht auf das Leben, über ihren Kulturkreis, etc.). Es ist also ein Geben und Nehmen von dem wir beide profitieren.

Seit April begleite ich Aycanur, sie ist 14 Jahre alt und Kurdin. Wir treffen uns einmal wöchentlich am Wochenende für ein bis eineinhalb Stunden – je nachdem was wir unternehmen. Durch das Auswahlverfahren von BBBS, welches im Vorfeld Interessenschwerpunkte des Mentors und die des Mentees abgleicht, war sichergestellt, dass Ayca und ich ähnliche Interessen  haben. Wir unternehmen viel in der Natur, spielen Minigolf, besuchen Museen, das Planetarium oder gehen ins Kino. Außerdem nutzen wir die Angebote von BBBS (z. B. gemeinsamer Kochkurs, Besuch in der Stuttgarter Wilhelma….).

Als Mentor sollte man sich auf die neue Rolle vorbereiten: Sehr wichtig für mich war die grundsätzliche Entscheidung, die Verpflichtung einzugehen mich mindestens ein Jahr lang regelmäßig einmal pro Woche mit einer Mentee zu treffen. Das ist eine zeitliche Herausforderung, die ich aber gerne meistere.

Big Brothers Big Sisters bietet selbstverständlich auch Kurse an, mit denen man  gut vorbereitet wird und wo geübt wird, wie man mit möglichen kritischen Situationen umgeht. Sollte man dennoch mal an Grenzen stoßen, bietet BBBS während des Programmes regelmäßig Unterstützung an.

Ich und Aycanur beim Klettern

Wichtig ist, dass Vertrauen entsteht. Schließlich kommt man nicht aus dem Umfeld des Mentees und muss sich erst einmal kennenlernen und eine Beziehung aufbauen.  Ich habe mir klar gemacht, dass man nur Unterstützung anbieten kann. Entscheiden muss die Mentee. Hier kann es zum Beispiel sein, dass die Mentee schulische Probleme hat und man gerne helfen möchte. Wenn man dann Hilfe anbietet und die Mentee diese nicht nutzen möchte – sollte man dies respektieren. Für mich ist es  wichtig, mich als Mentorin nicht aufzudrängen.

Gut ist es auch immer, eine gewisse Portion Geduld und Gelassenheit zu haben, wenn zum Beispiel für die Mentee auf einmal andere Themen wichtiger sind als die Einhaltung der gemeinsamen Termine oder die gemeinsamen Unternehmungen nicht mehr interessant scheinen.

Aber solche Situationen kenne ich auch von meinen Kindern. Hier gilt: „Dranbleiben“ und gegebenen falls gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Letztendlich sind es gerade auch die gemeinsam bewältigten kritischen Situationen, die die Rolle als Mentorin spannend und interessant machen.

Wenn Sie Freude an der Weitergabe Ihrer Erfahrungen haben und es Ihnen Spaß macht, Kinder und Jugendliche in Ihrer Entwicklung zu begleiten, überlegen Sie sich doch auch einmal,, ob Sie die Zeit aufbringen können, sich für diese tolle Initiative zu engagieren. Es macht eine Menge Freude und Spaß und ist auf jeden Fall spannend und herausfordernd.

Ganz besonders möchte ich auch Männern dieses Programm ans Herz legen. Es gibt noch sehr viele Jungs, die gerne am Programm teilnehmen möchten, so dass männliche Mentoren besonders gesucht werden.

Christel Götz ist leitende Führungskraft im Bereich Corporate Facility Management, die sich wie auch andere Daimler-Mitarbeiter in diesem Programm engagiert.


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