Daimler Sinfonieorchester: Was von innen kommt.

Gespannte Atmosphäre, gedämpfte Stimmen, leise Töne verschiedener Instrumente – hinter der Bühne spürt man die fiebrige Erwartung. Die Herren im schwarzen Anzug, weißes Hemd, die Damen in schwarz, alles ist sehr feierlich. Die Instrumente glänzen, manche Stirn auch. Gleich geht es los, unser Auftritt.

Alle Augen werden uns folgen wie wir unsere Plätze einnehmen, wenn wir optisch verschmelzen zu einer Einheit: dem Sinfonieorchester. Wieder bin ich froh, kein Solist zu sein. Und auch kein Dirigent. Man wird diese exponierten Mitwirkenden sehr genau beobachten, bei dem, was sie tun. Wie geht es den beiden wohl dabei?

Lampenfieber?

Das habe ich auch, aber gemeinsam mit den anderen werde ich meine Aufgabe gut bewältigen. Konzertmeister und Stimmführer spielen souverän, ich werde mich an ihnen orientieren, muss ich ja: wir sind die Streichergruppe. Wir führen einheitlich den Bogen, spielen gemeinsam „piano“ und „forte“, leise und laut. Schweller und Akzente wirken nur, wenn die Gruppe entsprechend harmonisch agiert.

Die Bläser hingegen prägen das Klangbild mit solistischen Einlagen und kurzen Einwürfen, was  besondere Anforderungen an Präsenz und Intonation bedeutet. Können wir nun nach monatelanger anstrengender Probenarbeit das erreichte Niveau hinreichend präsentieren, auch wenn wir keine Berufsmusiker sind? Spürt das Publikum die hohe Anspannung? Hoffentlich nicht. Leicht soll es wirken, wohltuend, formvollendet. Wir sehen uns nicht einfach als Freizeitgruppe. Wir sind das Daimler Sinfonieorchester. Wir spielen nicht für uns selbst. Wir tragen einen Namen, der uns verpflichtet, Qualität zu erzielen und Traditionen weiter zu leben. Wir setzen alles ein, was wir haben, um ein hervorragende Ergebnis zu erzielen: ein gelungenes Zusammenspiel von verschiedenen Instrumentalisten. „Concertare“ bedeutet im Italienischen:  „etwas miteinander in Übereinstimmung bringen ‚vereinbaren“, das Wort Sinfonie kommt von griechisch ‚sύµfωνος  „sýmphonos“‚ „zusammenklingend‚ harmonisch“.

Ein gelungenes Konzert entsteht nicht allein aus dem harmonischen Zusammenklang der Musikinstrumente, sondern auch durch vielfältiges und in unserem Fall ehrenamtliches Engagement im Vorfeld: Wahl und Kombination der Musikstücke und Veranstaltungsorte, Telefonate mit Verantwortlichen und Solisten, Budget- und Terminplanungen, Bewerben der Konzerte, …und, …und, …und. Auch durch die Besucher wird eine Konzertatmosphäre maßgeblich geprägt; ist das Publikum kritisch, wohlwollend, gut gelaunt?! Jeder Teilnehmer trägt seinen Teil dazu bei. Am Ende des Konzertes werden alle Töne verklungen sein. Messbar bleibt – abgesehen von Spenden oder Eintrittgeldern – nichts mehr zurück.

Aber in den Herzen, da ist etwas passiert

Da ist etwas entstanden aus dem Miteinander, aus der Übereinstimmung des Handelns vieler einzelner Menschen. Vermutlich hat es begonnen noch bevor der Komponist die ersten Noten zu Papier gebracht hat. Es ist das, was Leben ausmacht.


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