„Ni hao“ im Schwabenland

Interkulturelles Training  gibt Einblicke in chinesische Kultur und Bräuche 

China besitzt durch seine Größe und die uns so fremde Kultur eine besondere Faszination. Diese Faszination nahm ich zum Anlass mein Praktikum im China Project Office von Daimler zu absolvieren. Unser Team unterstützt die Werkserweiterung des Joint Ventures BBAC in Beijing. Um eine reibungslose Kapazitätserweiterung der Produktion in China zu erzielen, werden chinesische BBAC-Mitarbeiter regelmäßig an deutschen Daimler-Standorten geschult, um vom umfangreichen Wissen unserer Mitarbeiter zu lernen.

Diese Zusammenarbeit stellt natürlich auch für die Daimler-Mitarbeiter eine spannende Aufgabe und eine interkulturelle Herausforderung dar. Zur optimalen Vorbereitung auf die Schulung, organisierten wir für alle Ausbilder eine interkulturelle Sensibilisierung. Dieses interkulturelle Training sollte ein Tag voller interessanter Diskussionen und neuer Einblicke in die chinesische Kultur werden.

Die Trainerin Yang Li ist als gebürtige Chinesin und Wahlhamburgerin in beiden Welten zu Hause. Sie erläuterte den Teilnehmern die traditionellen Wertvorstellungen in China und erklärte daran, welche Verhaltensweisen in China als angemessen gelten. Natürlich können 1,3 Milliarden Menschen nicht stigmatisiert werden, ein Blick auf die Geschichte und die Traditionen im Land kann aber helfen, das Verhalten der chinesischen Kollegen einordnen zu können. Wenn ich verstehe, warum viele Chinesen das Eingestehen von Fehlern oder die Äußerung von Kritik vermeiden – nämlich um ihr Gesicht zu wahren – dann werde ich dieses Verhalten nicht als Unehrlichkeit missverstehen. Auch für das gemeinsame After-Work hatte die Trainerin einige nützliche Hinweise. So wird in China stets darauf geachtet, das Glas beim Anstoßen möglichst niedrig zu halten, um damit die Wertschätzung für den anderen zu betonen.

Wir debattierten viele Themen wie die Bedeutung von Geschenken in China und die ausgeprägte Gruppenorientierung. Die Diskussionen boten den Teilnehmern auch die Chance, ihr eigenes – kulturbedingtes –  Verhalten zu reflektieren. Außerdem nutzten die Ausbilder die Gelegenheit, konkrete Tipps für die auf sie zukommende Trainingssituation zu erfragen. Um das Verständnis aller Inhalte sicherzustellen, sei es sinnvoll öfter mal nachzufragen, ob alles verstanden wurde oder ob es noch Rückfragen gibt. Eine offene und persönliche Atmosphäre kann die Scheu zum Nachfragen senken. Mit offener Kritik werde in China sehr vorsichtig umgegangen, betonte Yang Li. Allerdings sollten die chinesischen Kollegen lernen, mit konstruktiver Kritik umzugehen und daraus zu lernen.

Zum Ende des interkulturellen Trainings erläuterte uns Yang Li noch einige chinesische Schriftzeichen. Denn die traditionsreiche Sprache mit den vielen kunstvollen Zeichen bildet einen Grundbestandteil des kulturellen Selbstverständnisses. Aber wie kann man ohne gemeinsame Sprache kommunizieren? Ein freundliches Ni hao (Guten Tag) kann oft schon das Eis brechen und mit Händen und Füßen lässt sich mehr sagen, als man es zunächst vermuten würde.

Ich bin mir nach dem interkulturellen Training sicher, dass die Ausbilder ihre BBAC-Kollegen mit Offenheit, Neugier und Respekt in Deutschland empfangen werden und Wiss- begierde und ein Lächeln dafür zurückbekommen werden. Einem lehrreichen Training steht also nichts mehr im Wege!


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