Zimmer frei für den Artenschutz

Workshop mal anders: Azubis aus Untertürkheim bauen zwei „Insektenhotels“

von Stefan Juen, Marcel Stückner und Dominic Traub

Wie passt eine Ausbildung zum Industriemechaniker und Wildbienen zusammen? Die Antwort ist einfacher als zunächst gedacht: Wir sind eine Gruppe bestehend aus 24 Auszubildenden des Werkes Untertürkheim. Im Rahmen unserer Industriemechanikerausbildung, die regulär 3,5 Jahre beträgt, werden im ersten und zweiten Lehrjahr je ein Sozial-Pädagogischer Lehrgang (auch Entwicklungsworkshop genannt) durchgeführt. Hierbei wird versucht unter anderem die Gruppengemeinschaft zu stärken und die Teamfähigkeit zu verbessern. Momentan befinden wir uns am Ende unseres 3. Lehrjahres und dies war bereits unser zweiter Entwicklungsworkshop.

Zur praktischen Ausübung des Lehrganges hatten wir die Aufgabe, eine Nisthilfe für Insekten zu schaffen (Insekten-hotel). Unsere beiden Insektenhotels sollen später hauptsächlich für Wildbienen bewohnbar werden.
Tatkräftige Unterstützung erhielten wir von unseren Ausbildungsmeistern Herrn Rainer Kömpf, Herrn Karl Migl und Herrn Sascha Boss, ebenso vom Arbeitskreis Umwelt (vertreten durch Herrn Sven Giesler), der das Projekt vorgeschlagen hatte, dessen Ursprung auf einer Exkursion vom Arbeitskreis bei der Firma Weleda im Jahre 2010 basiert.


Angefangen hat das Projekt schon Wochen zuvor mit der Beschaffung von Material und Informationen über den Bau eines solchen „Hotels“.
Die endgültige Planung fand dann vor Ort statt, wir Azubis haben uns anschließend in einzelne Gruppen eingeteilt. Die Gruppen wurden definiert in Planung, Aufbau sowie Erdarbeiten. Während die Planer mit ihrer Ausarbeitung beschäftigt waren, haben restlichen Teilnehmer die Löcher für das Fundament ausgehoben. In Folge haben wir angefangen, die beiden Grundgerüste sowie die Dächer der Insektenhotels zu fertigen. Währendessen sammelten wir noch zusätzliche Materialien für die „Inneneinrichtung“ des Insektenhauses. Als das Grundgerüst auf dem Lämmerbuckel stand, wurde es mit den verschiedenen Materialien bestückt, ebenso am Donnerstag vor dem Haus des Schopflocher Naturschutzzentrums. Zum Schluss wurden beide Nisthilfen mit einem kleinen Informationsschild versehen.
Für uns alle war dieses Projekt eine willkommene Abwechslung zum normalen Arbeitsalltag. Jeder Einzelne konnte seine Ideen mit einbringen und selbst umsetzen.


Nun fragen Sie sich bestimmt, warum wir Azubis in unserem Lehrgang „Insektenhotels“ bauen. Damals wurden wir von unseren Meistern gefragt, ob wir denn nicht Lust hätten, anstatt einer eher eintönigen „In-House“-Veranstaltung, solch ein Projekt ins Leben zu rufen. Natürlich fanden wir diesen Vorschlag sehr ansprechend.
Ebenso sehen wir uns in der Pflicht, unsere Natur zu schützen und die Vielfalt der Lebewesen zu bewahren. Auch möchten wir Sie anregen, sich selbst ein Insektenhotel zu bauen. Daher haben wir auch einige „Giveaways“ gefertigt, die man zum Beispiel im Garten oder auf dem Balkon aufhängen kann. Diese befinden sich an den jeweiligen Standorten und dürfen gerne mitgenommen werden.
Da den Insekten immer mehr Lebensraum genommen wird, leidet die Artenvielfalt in unseren Regionen. Insektenhotels tragen dazu bei, das die Vielfalt der Insekten bei uns erhalten bleibt. Etliche Wildbienen zählen zu gefährdeten Arten, dabei sind diese sehr wichtig für die Bestäubung in der Natur und auch im eigenen Garten.
Zum Schluss möchten wir uns auch für die tolle Verpflegung durch das Küchenpersonal des Hauses Lämmerbuckel bedanken.


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