6 Esel mit 614 Pferden jagen ein Kamel – Teil 2

Ein großer und spannender Teil der Rallye seit unserem Start im schönen Allgäu ist geschafft. Istanbul lag vor uns: Die Stadt am Okzident übertraf alle Facetten einer Megapolis! Rasende und blinde Taxifahrer sind seitdem kein Widerspruch. Hupe ist ein Werkzeug und wird entsprechend massiv genutzt. Das Wort Tankstelle ist in der Türkei eine Angstquelle bei über 2 Euro pro Liter und ca. 15Liter Verbrauch! Kurz gesagt dieses allgegenwärtige Gewusel in einem Megakochtopf würde viele von uns einfach überfordern.

Nichtsdestotrotz haben wir eine schlagkräftige Truppe am Bosporus in Form von Mercedes Benz Türk, welche mit über 5000 Mann Busse und Nutzfahrzeuge herstellen. Da wir einen nagelneuen Heckflossen-Kühlergrill von der Daimler AG für ein Kunstwerk in Istanbul geladen haben, welches dem Türkischen Gastarbeiter in Deutschland gewidmet wird, nahmen wir dieses Ereignis zum Anlass und statteten dem CEO MB Türk Herrn Wolf-Dieter Kurz einen kurze Stippvisite ab. Wir wurden freundlich empfangen, erinnerungsfotografiert und nach einem längerem Aufenthalt im PKW-Service wegen einer vorbeugender Untersuchung am Traggelenk wieder in der Wildnis ausgesetzt. Ein Abendmahl in der türkischen Werkskantine lies uns zumindest vergessen, dass wir eigentlich unseren Urlaubstag beim „Daimler“ verbracht haben!


Der aufgehenden Sonne entgegen ging’s die nächsten Tage quer durch die Türkei. Die im Roadbook erwähnte “Chinesen-Rallye” (eine durchaus spaßige Fahrt auf unbefestigten Strassen irgendwo in Anatolien). Samsun, Trabzon und Kars am Berg Ararat hießen unsere Etappenziele und Nachtlager.

Im Land Nr. 9 „Georgien“ erlebten wir eine echte Überraschung! Drei Tage ging es durch das „Frankreich am Kaukasus“. Landschaftlich und gastronomisch einfach ein Genuss. Absolut ein Geheimtipp für einen außergewöhnlichen Urlaub in den Bergen. Nur am Rande sei erwähnt, dass wir in Georgien mit weiteren Rallyeteilnehmern an einer Hilfsaktion für ein Kinderkrankenhaus und einer Spendenaktion für eine Berufsschule teilgenommen haben, wo Hilfsgüter und Werkzeuge (u. A. eine neue Stihl-Motorsäge) abgegeben wurden.

Weiter in der brennenden Sonne, vorbei an den Ölbohrtürmen, erreichten wir am 15. Tag unser Ziel: Die Stadt Baku in Azerbaidshan. Hier wurden die Fahrzeuge gesammelt und den Behörden für die Weiterverwendung übergeben. Es fiel uns reichlich schwer unsere treuen S-Boliden und die zwei Reiskocher der Wüstensonne zu überlassen, denn unsere Fahrzeuge waren bis zum Schluss voll einsatzfähig und beulenfrei, was man von anderen Teamvehikeln nicht behaupten konnte.  Währenddessen erkundeten wir die Stadt am Kaspischen Meer auf eigene Faust. Petrodollars und Baukunst gehen in Baku eine eigenwillige Symbiose ein. Hinter pompösen Mauern entlang der Stadt würde Greenpeace einen Schlaganfall erleiden. Erdölseen, Förderpumpen wohin das Auge reicht, während auf der Innenseite Tankstellen mit Wasserfällen den Sprit für umgerechnet 45 Cent an gängige Hubraum- und PS-Monster verschleudern.


Als I-Tüpfelchen ging es zur letzen Etappe in das ursprüngliche Zielland Jordanien. Historisch bedingt endet die Rallye in Amman. Wegen den politischen Unruhen in Syrien ist eine Durchreise mit dem Auto nach Jordanien aktuell nicht möglich, so dass seit diesem Jahr ein alternatives Ziel angefahren wurde. Die Jordanische Königin Rania ist die Schirmherrin dieser eigenwilligen Veranstaltung und ließ es sich nicht nehmen den gesamten Rallyetross mit Chartermaschinen der Jordan Royal Air von Baku nach Amman zu bringen.
Wir wurden im Radison Blu am Roten Meer bestens versorgt und am nächsten Tag mit einem Zwischenstopp in der Felsenstadt „Petra“ in ein Wüstencamp „Jabal Rum“ zur Abschlussparty kutschiert. Hier wurde der Sieger gekürt, (Erster Preis ist ein Kamel), ordentlich gefeiert und viele viele Trost- bzw. Sonderpreise verteilt. Wir wurden leider nur 4. –  so wie alle anderen Teams (der Gerechtigkeit wegen). Bei ausgelassener Stimmung tranken und tanzten wir am Lagerfeuer und genossen den Moment.

Ja es war anstrengend und durchaus stressig in 18 Tagen 11 Länder zu durchqueren und dabei 6500km zurückzulegen, aber jeder Kilometer war es wert.
Wir waren dabei! Das zählt!

Einen weiteren Einblick über die Rallye, die Strecke vom Allgäu über den Balkan, erhalten Sie im ersten Teil


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