Der Hybrid unter den Navigationssystemen

Zwei Welten vereint in einem System – der Becker MAP PILOT. Was ist eigentlich so toll an diesem Gerät? Wo liegt sein Mehrwert im Vergleich zu anderen bekannten Navigationslösungen? Und wieso widme ich ihm einen ganzen Beitrag wo doch bereits Anfang 2011 der MAP PILOT im neuen SLK seine Weltpremiere feierte und in vielen darauf folgenden Baureihen als mobiles Navigationssystem lieferbar ist.

Die Antwort auf die zumindest letzte Frage ist leicht: Der PILOT ist nun auch in der neuen A-Klasse wieder ein Thema. Grund genug, nun auch den ersten Fragen nachzugehen. Deshalb habe ich einfach mal direkt beim Zulieferer HARMAN nachgefragt.

Gleich zu Beginn habe ich mich erst einmal aufklären lassen: „Warum bin ich zum Thema Becker MAP PILOT jetzt bei HARMAN und nicht bei Becker?“
Vor allem in Deutschland ist die Traditionsmarke Becker ein Begriff, der für prägende Entwicklungen und innovative Pionierarbeit in den Bereichen  Car Audio, Car Navigation und Car Infotainment steht. Und genau hier hat auch das Unternehmen HARMAN seine deutschen Wurzeln. Denn seit 1995 gehört der Autoradio- und Navigationssysteme-Hersteller Becker zum US-Konzern Harman International Industries Inc. Diese Synergien tragen dazu bei, dass sich HARMAN zum Technologie-Führer für Infotainment-Lösungen entwickelt hat. Hiervon profitiert auch die bereits seit über sechs Jahrzehnten bestehende Partnerschaft mit Mercedes-Benz, aus der zum Beispiel das legendäre Radio Becker Mexico stammt.

Um mehr über das Produkt zu erfahren, stand mir Olaf Kappler zur Seite, der seit 1987 im Unternehmen ist und ursprünglich aus der Entwicklung Hardware kommt und im Laufe der Jahre an vielen Projekten für Mercedes-Benz gearbeitet hat. Seit letztem Sommer ist er in der Business Unit Daimler dafür verantwortlich, dass der Becker MAP PILOT kontinuierlich neuen Inhalt und innovative Leistungsmerkmale bereithält.   Eine enge Abstimmung mit der Entwicklung und der Produktion im Bereich Navigation bei Daimler ist Voraussetzung. Eine Abstimmung, die mit Sicherheit nicht immer einfach ist. Gemeinsam entwickelt man aber Lösungen, die exakt auf den Kunden, die betreffenden Fahrzeuge und die Zielgruppe zugeschnitten sind.

Ein aktuelles Integrationsbeispiel ist die neue A-Klasse. Hier zeigt sich bereits am Slogan „Der Pulsschlag einer neuen Generation“, in welche Richtung sich gerade alles bewegt. Folgt man den Einschätzungen unserer Marketingexperten, dann ist die Zielgruppe der neuen A-Klasse unabhängig und aufgeschlossen, immer up-to-date und sehr technik-affin. Sie kauft nichts, das innerhalb von einem Jahr schon wieder veraltet ist und das, bezogen auf die Navigation, vom Design und der Auflösung schlechter ist als ein Smartphone.

Die Schlussfolgerung wäre nun ein Navigationssystem mit den Eigenschaften eines Hybrid. Ein System, das zwei Welten quasi vereint.

Aber wo liegen Vorteile eines solchen Zwittersystems? Warum weg vom PNA (Personal Navigation Assistant)? Immerhin haben sich die kleinen Geräte über die Jahre rasant entwickelt. Spurassistent, fotorealistische 3D-Darstellungen von Autobahnkreuzungen und Sehenswürdigkeiten gehören heute ebenso zu den Features wie Stauumfahrungen mit TMC und Warnungen vor Tempolimits. Mit Bluetooth-Modul dienen die mobilen Navigationssysteme sogar als Freisprechanlage, weil man als Fahrer kein Handy mehr in die Hand nehmen darf.

Aber die Nachteile sind nicht von der Hand zu weisen: nerviges rumtippen auf dem meist kleinen Touchscreen, störrische Saugnäpfe, unschöne Kabel, die sich durch das Auto ziehen,  Radioantennen, die sich wie Efeu über die Scheiben räkeln oder der potentielle Reiz für Dritte, einfach mal bezüglich spontaner Zweckentfremdung die Scheibe einzuschlagen und den PNA mitzunehmen. Der klare Vorteil dieser mobilen Helferlein ist allerdings das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die komfortable Updatefunktion am heimischen PC. Und wer ganz neue Funktionen will, kauft sich drei, vier Jahre später eben die nächste PNA-Generation.

Dem gegenüber stehen in das Fahrzeug fest integrierte Navigationssysteme. Diese sind fest in die komplette Fahrzeug-Infrastruktur eingebunden, d.h., es greift auf hervorragende Lautsprecher, ein großes Display, den multifunktionalen Drehdrückschalter und die Bedienelemente am Lenkrad zurück, die jeder Fahrer kennt und intuitiv benutzt. Aber was man einmal mit seinem Neuwagen erworben hat, das ist es dann eben auch – kaum grafische Verbesserungen, wenige oder aufwendige Updates, kaum Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Man bräuchte die gerade erwähnten Eigenschaften der integrierten Systeme, gepaart mit einem leistungsstarken GPS-Empfänger und einem mobilen Navigationsmodul, auf dem Kartendaten, zusätzliche Features und die Navigationssoftware aktualisiert werden können. Und das Ganze müsste dann noch unauffällig, also diebstahl- und auch crashsicher eingebaut bzw. verstaut werden können. Schon hätte man ein hochwertiges Navigationssystem mit einem großen Display und gut verständlichen Ansagen aus den Bordlautsprechern, das trotzdem flexibel und jederzeit aktuell ist.

Auf Google recherchiert gibt es keinen Begriff, der die beschriebenen Eigenschaften so vereint, dass sie sofort verständlich sind. Mir persönlich gefällt „Hybrid-Navigationssystem“ – vielleicht greift das Marketing diesen Begriff ja auf. Solange wird man wohl erstmal weiterhin vom Becker MAP PILOT sprechen müssen.

Der Mann, der das Gerät in seiner Entwicklung vorantreibt ist Olaf Kappler. Bei meinem Besuch hatte er noch Zeit mir Rede und Antwort zu stehen:

Wer neugierig geworden ist und sich in einem Demo-Video über das System und seine Funktionen informieren möchte, sollte diesem Link folgen.


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