Die App der drei Amigos

Apps und internationale Projekte – Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Karlsruhe

Von Diana Kohl, Selina Nickel, Jan Saalbach

Wir selbst nennen uns gerne scherzhaft die drei Amigos – wie Grady Booch, Ivar Jacobson und James Rumbaugh, die in den Neunzigerjahren gemeinsam die Modellierungssprache UML entwickelten. Wie wir dazu kamen, uns so zu nennen? Nun, wir alle drei sind seit 2009 duale Wirtschaftsinformatik-Studenten im Werk Wörth, erfuhren in unserem Studium von besagten Amigos und übereigneten uns deren Spitznamen aufgrund der guten Stimmung in unserer Gruppe.
Die üblicherweise dreimonatigen Theoriephasen im Rahmen unseres Bachelorstudiums verbringen wir an der DHBW Karlsruhe, wo wir im 5. Semester vor eine herausfordernde Aufgabe gestellt wurden: das Jahrgangsprojekt. Hierzu durften wir zunächst zwischen verschiedenen Projekten auswählen.

Einige davon klangen äußerst vielversprechend, bei anderen wusste man sofort: Bloß nicht! Besonders interessierte uns alle das Projekt „Mobile Computing“, doch das Anmeldeverfahren wurde kurzerhand auf „Das Los entscheidet“ umgestellt, sodass unser Hahn im Korb schlussendlich seine beiden weiblichen Kolleginnen nicht bei der Programmierung einer Android-App unterstützen durfte, sondern dem Workflow Petri Net Designer Projekt (WoPeD) zugewiesen wurde. Auch die DHBW ist eben eine lernende Organisation und die Verfahren sind dynamisch.

Nachdem wir uns innerhalb des Projektes Mobile Computing in verschiedene Untergruppen unterteilt hatten, stand fest, dass wir eine App für die DHBW Karlsruhe programmieren würden. Motiviert machten wir uns nach einer einwöchigen Android-Schulung zunächst an die Erstellung des Pflichtenheftes, wofür wir eigens eine Umfrage bezüglich gewünschter Funktionen bei Mitarbeitern wie Studenten der DHBW durchführten – immerhin bekommt man nicht jeden Tag die Möglichkeit, an einem derart zeitgemäßen und interessanten Projekt mitzuarbeiten. Wir beschlossen, neun der möglichen Funktionen umzusetzen und nahmen uns damit für einen von der DHBW auf 150 Stunden angesetzten Workload einen ungeahnt großen Batzen Arbeit vor. Zu dritt machten wir uns in unserer Teilprojektgruppe daran, drei der ausgewählten Funktionen in Java auszuprogrammieren. Zwischen Datenbanken, einer Server-Einrichtung, Webseiten parsen und vielem mehr blieb manchmal nur noch der verzweifelte Hilferuf nach anderen, bereits erfahrenen Kommilitonen. Glücklicherweise waren diese äußerst hilfsbereit, sodass uns auch die sich stetig ändernden Anforderungen des „Auftraggebers“ nicht aus der Bahn werfen konnten. Fazit: Bei uns wird eben realitätsgetreu gearbeitet, um uns möglichst gut auf das spätere Berufsleben vorzubereiten!

Mithilfe unserer Samsung Nexus-Smartphones, die einem jeden von uns von der DHBW für die Dauer des Projektes zur Verfügung gestellt wurden, konnten wir die App auch während der Entwicklungszeit wunderbar direkt auf dem mobilen Endgerät testen.
Nach Ausarbeitung eines Marketing-Konzeptes für unsere App – zu dem auch eine Abschlusspräsentation vor dem ganzen Jahrgang gehörte – wurde uns leider mitgeteilt: Eine Veröffentlichung der App ist aus datenschutztechnischen Gründen nicht möglich. Wie bitte?! Ja. Uns blieb nichts anderes übrig, als schnellstmöglich alle bereits aufgehängten Werbeplakate wieder einzusammeln und unsere Promo-Präsentation trotzdem zu halten – immerhin wird das Ganze ja benotet.
Letztendlich hatten wir Glück, das Drama wurde geklärt und unsere App steht im Android-Market zum kostenlosen Download bereit.

Der männliche Amigo konnte die während des Studiums erlernte Theorie im Projekt „WoPeD“ zur Geltung bringen.
WoPeD ist eine von der Dualen Hochschule Karlsruhe initiierte Software, die seit 2003 verbessert und weiterentwickelt wird. Das WoPeD-Tool ermöglicht die Modellierung von sogenannten Petri-Netzen. Mit deren Hilfe kann ein breites Spektrum abgebildet werden, das von einfachen Ampelsystemen bis zu komplexen Geschäftsprozessen beispielsweise in der Produktion reichen kann.
Unser Projekt war wiederum in Teilprojekte untergliedert und ich entschied mich für „AProMoRe Integration“. Hier bot sich die spannende Chance, gemeinsam mit den Partnern an der Queensland University of Technology in Australien das unter deren Federführung entwickelte Tool AProMoRe (Advanced Process Model Repository) an WoPeD anzubinden. Konkret ging es für uns darum, eine Benutzeroberfläche für Im- und Exporte in Java auszuprogrammieren und in WoPeD einzubauen. Parallel dazu galt es, eine Kommunikationsverbindung zwischen WoPeD an AProMoRe für den Datenaustausch zu verwirklichen. Letztendlich hat mich die Projektarbeit durchaus begeistert – vor allem die internationale Zusammenarbeit in Form von Skype-Konferenzen.

Zur Projektorganisation und Zeitplanung haben wir das sogenannte Scrum-Verfahren verwendet, das auf regelmäßigen „Sprints“ fußt. Hierbei wird der Aufgabenumfang in Arbeitspakten zeitlich abgegrenzt erledigt. Unsere Sprints liefen meist eine Woche.
Wir konnten das Projekt zur vollsten Zufriedenheit der Projektleitung abschließen. Unsere Ergebnisse, die Bestandteil der nächsten Version von WoPeD sein werden, durften wird abschließend im Rahmen einer Präsentation mit Live-Demo vor dem versammelten Jahrgang vorstellen.

Für uns persönlich nehmen wir aus dem Projekt viel Know-How in Projektplanung und angewandter Programmierung mit. Wir befürworten das Jahrgangsprojekt im 5. Semester, da es eine spannende Chance ist, die in der Theorie vermittelten Inhalte nach dem Prinzip „Learning by Doing“ zu festigen. Somit wird einer noch engeren Verzahnung von Theorie und Praxis, dem Alleinstellungsmerkmal der DHBW, Vorschub geleistet.
Wir sind uns sicher, dass uns die Kombination aus Praxiseinsätzen beispielsweise in Mammut-Logistikprojekten wie „SAP TruckSupply“ im Mercedes-Benz Werk Wörth und die selbstständige Planung und Durchführung von Projekten an der DHBW in Zukunft von großem Nutzen sein wird.


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