GASTBEITRAG: Werkseröffnung Oragadam-Chennai

Mit jeder Menge an einmaligen Eindrücken vom Besuch im „Daimler India Commercial Vehicles Headquarter“ und dem Rundgang durch den indischen Markt (Teil 1), ging es wenig später zurück zum Hotel.  Der Tag hatte ja schließlich gerade erst begonnen und weitere Höhepunkte standen noch aus.

So zum Beispiel, die Mitfahrgelegenheit in den neuen BharatBenz LKWs auf der hauseigenen Teststrecke. Zuvor stand allerdings erst eine rund 30 Kilometer lange Busfahrt zum neuen LKW-Werk in Oragadam an.

Zeit also, um den Blick auf Land und Leute außerhalb der Millionenstadt Chennai zu richten. Die Häuser, die an mir vorbeiziehen, sind durchweg in einem eher schlechten Bauzustand. Oftmals sind es sogar nur leicht gebaute Hüttchen aus Lehmverschlag mit Palmenblättern als Dachkonstruktion. Selten ist mal ein modernes Gebäude dabei. Anders dagegen, das Straßenbild direkt in Chennai. Hier liegen Arm und Reich, Alt und Modern unmittelbar beieinander.

Die neuen BharatBenz Trucks im Test

In Oragadam im Werk angekommen, steuerte unser Bus direkt die Teststrecke an. Dort warteten auf die Kollegen und mich, verschiedene der BharatBenz Nutzfahrzeug-Modelle.  Alle Fahrzeuge waren voll beladen und wir durften jeweils zwei Runden auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, um einen kurzen Einblick und Eindruck von den Fahrzeugen gewinnen zu können. Exakt diese Fahrzeuge sollten kurze Zeit später beim Start des BharatBenz PAN India Drive die Hauptrolle spielen. Daimler Trucks-Chef, Andreas Renschler und DICV Geschäftsführer, Marc Llistosella, winkten gemeinsam die sechs BharatBenz Trucks,  zwischen 9 und 31 Tonnen, für die Power Yatra ab. Zuvor hatten Renschler und Llistosella zusammen mit Daimler AG-Chef Dr. Dieter Zetsche, symbolisch die Schlüssel der Fahrzeuge an die BharatBenz Power Yatra Fahrer übergeben. In den nächsten zwei Monaten sollen diese Nutzfahrzeuge auf einer Strecke von 7.000 Kilometern in 22 Städten quer durch Indien fahren. Ziel des rollenden Showrooms ist die Demonstration von Standfestigkeit und Langlebigkeit, der neuen BharatBenz Trucks bei unterschiedlichsten Straßen und Bedingungen. Potenzielle Kunden und Trucker-Fahrer sollen sich mit eigenen Augen ein Bild davon machen, wofür BharatBenz steht und welches Paket die Marke für indische Kunden anbietet – getreu dem Motto: „BharatBenz Trucks made in India and made for India!“

Nach so viel geballten Eindrücken bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Wie werden die neuen BharatBenz Trucks denn eigentlich produziert? Die Antwort darauf… konnten wir uns höchst selbst, bei einer knackig kurzen Führung, durch den Rohbau und die Endmontage geben. In kleine Grüppchen aufgeteilt, ging es durch die beiden Hallen. Die Kollegen und ich erführen so zum Beispiel, das alle Fahrerhäuser im Rohbau auf einer Linie montiert werden können, bevor sie anschließend in den Paint Shop – die Lackierung – gehen. Danach folgt in einer weiteren Halle die Endmontage, bis dann am Ende das fertige Produkt die Werkshalle verlassen kann. Aufgrund von unterschiedlichen Taktzeiten, bei leichten und schweren Trucks, erfolgt die Montage im Gegensatz zum Rohbau auf zwei getrennten Produktionslinien. Mein persönlicher Eindruck aus der Produktion und Fazit zugleich: Die komplette Fertigung wirkt ausgesprochen geräumig und ist klar gegliedert und geordnet, genau so kennt man es auch aus anderen Daimler Werken in der Welt.

Lasst die Zeremonie beginnen!

Inzwischen ist es Nachmittag in Oragadam geworden und der Höhepunkt des Tages und Hauptgrund unserer Journalistenreise steht unmittelbar bevor: Die offizielle Einweihungsfeier des neuen LKW-Werks! Insgesamt 700 Millionen Euro wurden in den neuen Standort in Südindien investiert. Das Werkgelände umfasst eine Fläche von 160ha inklusive Forschungs- und Entwicklungszentrum. Jährlich sollen mit dem Start der Produktion im dritten Quartal 36.000, der neuen BharatBenz das Werk verlassen. Bei Bedarf ist auch eine Steigerung auf 70.000 Nutzfahrzeuge pro Jahr möglich.

Rund eine halbe Stunde vor dem Beginn der Eröffnungszeremonie machten wir uns vom direkt angrenzenden Media-Zentrum, auf in die Halle der Feierlichkeiten. Da auch die Ministerpräsidentin des Bundesstaates Tamil Nadu an der Eröffnungs-Zeremonie teilnehmen wird, sind die Sicherheitsvorkehrungen besonders hoch. Über 1.000 Polizisten, rund auf dem Werksgelände verteilt, sind im Einsatz. Zudem ist von einem Störsender für das Mobilfunknetz die Rede. Ob es stimmt? Zufälligerweise hatten sowohl meine Journalisten-Kollegen als auch ich, die gesamte Zeit im Werk keinen Mobilfunkempfang. Wer weiß, vielleicht gab es wirklich einen Störsender.  Wie am Flughafen, musste aufgrund der strengen Sicherheitslage, jeder vor dem Eintritt in die Festhalle durch einen Metalldetektor laufen und sich gegebenenfalls einer Taschenkontrolle unterziehen. Die Festhalle präsentierte sich anschließend bereits gut gefüllt. Im hinteren Teil der Halle konnte man große Teile der Belegschaft des Werks erkennen. Im vorderen Bereich waren Ehrengäste und sonstige Gäste platziert. Unsere Journalistenplätze befanden sich etwa mittig in der Halle. Zur Unterhaltung und Überbrückung der Wartezeit spielte eine indische Musikgruppe auf der großen Bühne. Ein Musikstil, der nicht so wirklich dem westlichen Geschmack entspricht.

Der Beginn…

Pünktlich um 14 Uhr betraten unter großem Applaus, Dr. Dieter Zetsche, Andreas Renschler, Marc Llistosella, sowie die Ministerpräsidentin von Tamil Nadu Selvi J. Jayalalithaa die Bühne. Nach der üblichen Begrüßung aller Gäste, entzündete die Ministerpräsidentin eine Art Weihrauchfeuer an einer goldenen Figur. Vermutlich ein typisch indisches Ritual, um das neue Werk zu segnen. Es folgten die Eröffnungsreden von Dr. Dieter Zetsche, Andreas Renschler, Marc Llistosella, sowie der Ministerpräsidentin. Alle Beteiligten lobten die Kraftanstrengung und den Willen, das neue Werk in Oragadam-Chennai zu errichten und blickten zugleich zuversichtlich in eine positive Zukunft. Dr. Dieter Zetsche  betonte in seiner Ansprache an die Gäste vor allem, dass sich hier im neuen Werk die indische Ingenieurskunst mit deutscher und japanischer DNA vereinen. Dieses ist einmalig!

Wie sehr aber auch die Mitarbeiter hinter ihrem neuen Werk stehen, zeigte sich an einer Sache ganz besonders deutlich. Wann immer, sowohl bei den Reden als auch bei verschiedenen Videoeinspielungen einer bestimmten Arbeitsgruppe – beispielsweise der Rohbau – genannt oder im Video gezeigt wurde, brandete mehrfach aus dem hinteren Teil der Halle lauter Jubel bei Mitarbeitern auf. Besser motivierte Mitarbeiter kann es wohl kaum geben, oder?

Zum Ende der Eröffnungs-Zeremonie und auf dem Höhepunkt der Stimmung, wurde dann feierlich die offizielle Werks-Einweihungstafel mit dem Schriftzug „Daimler Plant Inauguration 18th April 2012 by Nadu Selvi J. Jayalalithaa  Hon`ble Chief Minister of Tamil Nadu“ enthüllt. Es folgte als Schlusspunkt und Ausklang des Festakts die indische Nationalhymne. Nun war das neuste Daimler LKW-Werk eröffnet und wir Journalisten machten uns schnellen Schrittes auf zum Media-Zentrum, um die Nachrichten und Bilder der Einweihung in die Welt zu verbreiten, bevor es zurück mit dem Bus nach Chennai geht. Dort im Hotel stand für den Abend, ein letztes gemeinsames Dinner auf dem Programm. Spannende, ereignisreiche und beeindruckende zwei Tage in Indien, neigten sich damit dem Ende entgegen – 10 Stunden später landete unsere kleine Gruppe aus nationalen und internationalen Journalisten wieder in Deutschland.

Das moderne Produktionswerk der Daimler India Commercial Vehicles wurde in nur 24 Monaten fertiggestellt.
Verfolgen Sie in folgendem Video den Entstehungsprozess des neuen Werks in Oragadam-Chennai.
Einen weiteren Einblick in die Kultur Indiens und einem Besuch im Daimler India Commercial Vehicles Headquarter erhalten Sie im ersten Teil.

Über den Autor

Dieser Artikel wurde von Philipp Deppe geschrieben. Blogger beim Mercedes-Benz Passion Blog und anlässlich der Werkseröffnung in Oragadam-Chennai zu Gast auf der Journalistenreise nach Südindien.


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