„Full Lifetime“ – Mein persönlicher Aufstieg bei Daimler

Solange du nicht zu steigen aufhörst, hören die Stufen nicht auf; unter deinen steigenden Füßen wachsen sie aufwärts.“ Kafka

Liebe Leser,

Ich heiße Akin Özer, bin 34 Jahre alt und wie Sie meinem Namen entnehmen können, bin ich ein türkischstämmiger Deutscher. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich diesen Bericht schreibe, der gar mit einem Zitat von Franz Kafka eingeleitet wird? Der Grund ist mein Bestreben, andere Menschen bzw. junge Kollegen zu motivieren und Ihnen zu zeigen, dass man mit Fleiß, Zielstrebigkeit und vor allem Willensstärke sehr viel aus sich herausholen kann.

Nach der Mittleren Reife entschloss ich mich, das Wirtschaftsgymnasium zu besuchen. In der zwölften Klasse brach ich die Schule aus privaten Gründen ab. Im Jahre 2000 habe ich meine Lehre als KFZ- Elektriker bei Mercedes im Werk Wörth absolviert und vier Jahre in der Produktionslinie als Montagearbeiter gearbeitet. Langsam begriff ich, dass ich diesen Job nicht mein ganzes Leben lang ausüben wollte.

Akin Özer KarriereAlso entschloss ich mich, eine weiterführende Schule zu besuchen. Ich informierte mich im Unternehmen und im Privatumfeld welcher Weg für mich sinnvoll wäre, um in einen anderen Arbeitsbereich zu wechseln. Ab September 2003 besuchte ich vier Jahre die Technikerschule in Teilzeit. Im März 2004 hatte ich mich dann intern in der Logistikabteilung als Staplerfahrer beworben. Zu meiner persönlichen Stärke zählt unter anderem, mich rasch in ein neues Arbeitsumfeld integrieren zu können. Schnell wurde ich bei meinen neuen Kollegen voll akzeptiert und die Tätigkeit machte mir Spaß.

Es ging bergauf

Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich mein beruflicher Werdegang stetig nach oben. Im Lieferantenmanagement wurde damals ein Differenzklärer gesucht. Es kamen nur Leute in Frage, die gerade eine weiterführende Schule besuchten. In unserer Gruppe waren 2 weitere Kollegen, die sich weiterbildeten. Aber das Glück war auf meiner Seite und die Entscheidung fiel zu meinen Gunsten aus. Für die nächsten 2 Jahre wurde ich auf diese Stelle verliehen. Jetzt sitze ich in einem Großraumbüro mit Angestellten. Wahnsinn; das hätte ich mir vor vier Jahren nie zu hoffen gewagt. Zu meinen neuen Aufgaben gehörten Bandabläufe zu kommentieren, indem ich diverse Kostenstellen belasten musste. Plus- bzw. Minusdifferenzen waren zu klären, Arbeitsstände der Entwicklung und Einsatzsteuerung zu prüfen, wenn Fehlteile auf Basis falscher Dokumentation bzw. Einsatzsteuerung entstanden waren. Jeden Morgen bereitete ich für die Teamleiter den Bandablauf vor und besprach es in der Frühbesprechung – anfangs noch nervös, und mit zittrigen Beinen. In dieser Zeit musste ich Schicht arbeiten. In der Frühschichtwoche hatte ich jeweils Montag, Dienstag, Donnerstag und jede zweite Woche Samstag Schule. Ich kann mich erinnern, wie ich für Klassenarbeiten Schulordner und Bücher mit zur Arbeit nahm und in den Pausenzeiten lernte.

Geschafft, wovon ich immer träumte

In der Frühschicht hatte ich nicht viel Zeit. Mein Tagesablauf war streng gestrickt. Um halb drei von der Arbeit nach Hause kommen, auf die Baustelle gehen (zu dieser Zeit baute ich mein Haus), essen und von halb fünf bis zehn Uhr die Schulbank drücken. „Ganz so nebenbei“ hatte ich meine jetzige Frau kennengelernt und durfte (und wollte) sie natürlich nicht vernachlässigen. Fußball spielte ich auch noch. Zweimal die Woche ging ich zum Training. Sie merken, ich hatte einen „Full- time Life“, im wahrsten Sinne des Wortes.

Im Jahre 2008 war es soweit. Eine riesige Last wurde von meiner Schulter genommen. Technikerschule erfolgreich abgeschlossen, Haus gebaut und das Wichtigste, meine Frau geheiratet! Nun hatte ich das erreicht, wovon ich schon immer geträumt hatte. Ich war staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung KFZ- Technik und konnte mich in der internen Stellenbörse für andere Tätigkeiten bewerben. Meine Voraussetzungen waren aus meiner Sicht sehr gut für den nächsten beruflichen Entwicklungsschritt. Ich hatte in der Produktion und Logistik gearbeitet, hatte Erfahrungen im Lieferantenmanagement als Differenzklärer und die Fremdsprachen Englisch, Französisch und Türkisch konnte ich ebenfalls vorweisen.

Nun schaute ich mich in der Stellenbörse um und entdeckte eine Stelle als Qualitätstechniker im Global Logistics Center Germersheim. Die Anforderungen dieser Stelle erfüllte ich und bewarb mich darauf. Relativ schnell bekam ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Vorab machte ich mich bei Kollegen schlau, welche Tätigkeiten diese Stelle beinhaltete und sammelte Informationen im Intranet über das GLC. Mit großer Nervosität begab ich mich auf den Weg nach Germersheim, zum persönlichen Vorstellungsgespräch bei meinem jetzigen Teamleiter Oliver Hagenmüller.

Das Gespräch verlief vielversprechend und ich hinterließ wohl einen positiven Eindruck. Nach 3 Tagen rief mich die Personalabteilung Germersheim zu Hause an. Sie teilte mir mit, dass ich im Gespräch überzeugt hatte und für die Stelle in Central Warehouse Ettlingen vorgesehen sei. Ich hatte es geschafft! Ich wurde in das Angestelltenverhältnis übernommen und es wartete eine sehr interessante Aufgabe auf mich.

Mit viel Engagement und Euphorie begann ich an meinem ersten Tag in der Qualitätssicherung zu arbeiten. Meine Teamkollegen sind spitze, die Arbeit ist hochinteressant und vielfältig und mein Teamleiter ist echt super. Meine Tätigkeit in der Qualitätssicherung beinhaltet die Prüfung der Teilequalität, die Bearbeitung weltweiter Reklamationen und deren Fehlerbehebung.

Akin Özer KarriereInzwischen arbeite ich dort seit März 2009 mit viel Freude und Einsatzwillen und bin bestrebt, mich immer weiterzuentwickeln und neue Aufgaben anzunehmen. Seit Januar 2011 habe ich zusätzlich die Key- Account Funktion von meinem Teamleiter Oliver Hagenmüller erhalten. Ich nahm natürlich jede Sonderaufgabe dankend an. In dieser Funktion bin ich zentraler Ansprechpartner für ELC Warschau (Polen), ELC Wetzikon (Schweiz), ELC Miralcampo (Spanien) und MB Türkei für Teilequalitätsprobleme und der Überwachung von Einhaltungen der vereinbarten Maßnahmen zur Umsetzung, der von GLC definierten Prozesse.

 

Glaubt an Euch

Nach einem Gespräch mit meinem Teamleiter beschloss ich, mich nochmals weiterzubilden und ein Studium der Betriebswirtswirtschaft aufzunehmen. Seit Januar 2012 besuche ich die Wirtschaftsakademie Pfalz, um nach 3 Jahren meinen Traum eines erfolgreichen Studienabschlusses zu verwirklichen. Dieses Studium möchte ich nutzen, um meine beruflichen Perspektiven weiter auszubauen.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei meinem Teamleiter Oliver Hagenmüller, der mich in den letzten drei Jahren stets tatkräftig unterstützt hat. Zudem möchte ich allen Dank sagen, die meine berufliche Entwicklung positiv beeinflusst haben.

Wie anfangs erwähnt wollte ich mit meinem persönlichen Bericht Kollegen und junge Leute motivieren, an sich zu glauben und nie aufzugeben. Ich bin der Auffassung, dass Fleiß sich früher oder später auszahlen wird. Um bei Kafka zu bleiben: Hört niemals auf, die Stufen nach oben zu steigen.


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