Für die Kleinsten nur das Beste

Weltpremiere des ersten ganzheitlichen Baby-Notarztwagen

Langes Blitzlichtgewitter ist Dieter Zetsche gewohnt. Auch dieses Mal verdeckten den Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG minutenlang die Blitzlichter der Kameras. Doch für „Felix“ war dieses Rampenlicht neu. Der Mercedes-Benz Sprinter mit 163 PS, aber einem Herzen, was es in sich hat, war der Star an diesem Tag.  Den Transporter hatte die Daimler AG der Björn Steiger-Stiftung zur Verfügung gestellt, um zusammen mit Medizintechnikern, Ingenieuren, mehreren Aufbauherstellern und Kinderärzten ein völlig neuartiges Fahrzeugsystem zu entwickeln, das speziell auf die Bedürfnisse von Frühchen ausgerichtet ist.

Bis auf den letzten Platz war die Mercedes-Benz Niederlassung in Stuttgart gefüllt. Und die Spannung unter den anwesenden Gästen, die ein vielfältiges Potpourri aus Größen der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bildeten, war groß, als Mika Häkkinen persönlich den auf den Namen „Felix“ („Der Glückliche“) getauften Baby-Notarztwagen präsentierte. Mit modernster Motoren- und Sicherheitstechnik bietet er ideale Grundlagen, um die kleinen Patienten schnell, sicher und umweltfreundlich zu transportieren und zu versorgen.

Unter anderem berechnet ein spezielles System den Beladungszustand des Fahrzeuges und passt die Regeleingriffe bei kritischen Fahrsituationen optimal an. Natürlich dürfen auch alle bekannten Sicherheitsfunktionen wie ABS und BAS (hydraulischer Bremsassistent) nicht fehlen. Für eine Art „Schwebezustand“ für die Frühchen sorgt ein Inkubator, der durch mehrere Elektromotoren gesteuert, einen erschütterungs- und vibrationsfreien Transport ermöglicht. Um die Babys vor Umgebungs- und Fahrgeräuschen zu schützen, ist der Rettungswagen zudem extra isoliert und gedämmt.

Bereits im August 2009 entschloss sich die Björn Steiger-Stiftung in Kooperation mit mehreren Firmen und der Hochschule Esslingen eine innovative Neuentwicklung von Fahrzeug- und Transportinkubatorarbeitsplatz zu entwickeln. Die Fakten haben es in sich: 30 Monate Entwicklung, knapp 20.000 Ingenieursstunden, rund 10.000 Testkilometer und diverse Crash-Tests standen über 5 Millionen Euro Entwicklungskosten gegenüber. Das Serienfahrzeug wird wohl an die 450.000 Euro kosten. Trotzdem zeigt sich Pierre-Enric Steiger, Präsident der Steiger-Stiftung,  zuversichtlich, in den nächsten Jahren bis zu 60 dieser Transporter auf die Straße zu bringen. Damit erreiche man bundesweite beinahe eine Flächenvollversorgung.

Schon im Jahre 1974 hatte die Björn Steiger-Stiftung erstmals einen Rettungswagen auf der Basis eines Mercedes-Benz T-Modells entwickelt. In den Jahren darauf gab die Stiftung immer wieder Entwicklungsaufträge aus, um die Fahrzeuge technisch stetig weiter zu optimieren. Heute stellten die Initiatoren und ihre Partner bereits die fünfte Generation eines Baby-Notarztwagens vor, der erneut modernste Hochleistungstechnik der Medizin auf vier Rädern vereint.

„Alle Beteiligten können stolz auf diese Ingenieursleistung sein“, betont daher auch Dieter Zetsche in seiner Rede. „Gleichzeitig wünschen wir uns natürlich, dass ‚Felix’ möglichst wenige Einsätze fahren muss. Wenn aber doch mal ein ‚Baby an Bord’ ist, dann ist es bei ‚Felix’ gut aufgehoben.“


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