Sternewelt der Köstlichkeiten

Manchmal ist es schade, dass der deutschen Sprache schnell Grenzen gesetzt werden, wenn es darum geht, die Faszination einzigartiger Sinneseindrücke zu beschreiben. Ich will trotzdem versuchen, die Eindrücke der vergangenen Sternenächte im Mercedes-Benz-Museum zu schildern.

Denn bereits zum neunten Mal avancierte die oberste Ebene des Museums zu einem Gourmettempel, der bei Kennern guter Küche und ebenso hervorragender Weine keine Wünsche offen ließ. An zwölf Abenden verwöhnten die Michelin-Stern prämierten Köche Mansour Memarian und Sebastian Frank ihre Gäste mit kulinarischen Überraschungen aller Couleur.

Da meine Blogger-Kollegen und ich nur bei Memarian speisen konnten, wird sich dieser Beitrag auf sein 5-Gänge-Menü beziehen. Dem geneigten Leser sei aber versichert, dass die Küche von Sebastian Frank ebenso zu überzeugen wusste. Ich lade Sie hiermit zu einer kleinen kulinarischen Reise in die Welt der Sterneküche ein.

Kulinarische Sternennächte im Mercedes-Benz Museum

Wird Mansour Memarian gefragt, welche Besonderheiten seine Menüs aufweisen, so legt er sich nicht fest: „Meine Küche ist ein Mix aus klassisch-europäischer und orientalischer Küche, in der ich das Hauptprodukt mit vielen verschiedenen Gewürzen unterstütze und hervorhebe. Jedes Gericht muss für mich einen Sinn haben, das Kochen ist wie Fashion, man muss sich immer nach Neuigkeiten umschauen und sich entwickeln wollen.“ Ein Grundsatz, der den mehrfach preisgekrönten Sternekoch zu bisher knapp 230 Eigenkreationen inspiriert hat.

Nicht ohne Grund ist der Deutsch-Iraner seit 2010 Sous Chef im Gourmetrestaurant des luxuriösen „Shangri-La“ Hotels in Abu Dhabi. Die Vorfreude der Gäste und natürlich von mir und meinen Kollegen war daher groß. Bereits am Eingang leitete einen der rote Teppich zum Fahrstuhl. Dieser führte hinauf in die Cocktaillounge, wo im Vorfeld Aperitifs und Häppchen gereicht wurden. Wer wollte, konnte danach an einer Museumsführung teilnehmen, die im Preis (die Karten mussten im Voraus reserviert werden) enthalten war und die ich gerne annahm.

Nach jenem kulturellen Abstecher in die automobile Sternewelt von Mercedes-Benz ging es an den Tisch in stiller Vorfreude ob der angepriesenen Sterneküche. Gereicht wurden zu jedem Gang ausgewählte Weine, deren ausführliche Beschreibung einen eigenen Beitrag fassen würde (daher sei auf den Beitrag meines Blog-Kollegen und Mitgenießers vom Werk2-Blog verwiesen). Der Leser kann sich jedoch sicher sein, dass Sommelier Christian Watzek einen tollen Job gemacht hat. Und nach einem kurzen Gruß aus der Küche (Langustinencarpaccio auf Tomaten-Honig-Gelee mit Gurken-Kaffir-Relish!) begann endlich die kulinarische Reise. Die folgenden Beschreibungen könnten auch von einem Gourmetkritiker stammen, das gebe ich zu. Aber an alle anderen und unter uns: Es war einfach nur lecker! Bereit?

Vorspeise

Wir beginnen mit einem Maine-Hummer auf Sesam-Krokantbett, welches sanft auf drei frischen Honigmelonen aufsaß und von einer Madras-Curry-Emulsion umschmeichelt wurde. Es war unglaublich, wie sich das zarte Fleisch des Hummers an den dominanten Geschmack des Sesams schmiegte und dabei die Süße der Honigmelonen sowie die Emulsion einen perfekten Rahmen bildeten. Man wollte es kaum glauben, doch überboten die darauf gereichten norwegischen Jakobsmuscheln mit Kräutersaitlingen und Maronen serviert; umrahmt von Salaltherzen und Perigord-Trüffeln in einer schaumigen Cognac-Velouté den ersten Gang noch. Hier lag ein kulinarisches Gesamtkunstwerk vor, für dessen Verzehr sich der Abend schon gelohnt hätte.

Hauptgang

Fischfreunde werden mir Recht geben, wenn ich sage, dass ein weißer Heilbutt nie zu verachten ist. Erst recht nicht, wenn er von einem knusprigen Waldpilzkorsett ummantelt wird und mit einer dazu gereichten Bouillabaise-Vongole-Sphere sowie Rote-Beete-Schupfnudeln eine geschmacklich hervorragende Komposition auf dem Teller darstellt. Das folgende Milchkalbsfilet (natürlich Bio) mit Zuccinipüree und Auberginenlasagne auf Gremolata-Sauce stand dem in Nichts nach. Die Zartheit des Fleisches suchte Seinesgleichen und die Sauciere hätte der Kellner gar nicht wieder mitnehmen müssen.

Nachspeise

Wie rundet man einen Abend ab, der im Vorfeld Gänge bot, die mehr als nur Gaumenfreuden darstellten? Man serviert ein Joghurt-Sorbet in Catalana-Schaum, umrahmt von Erdbeer-Rhabarber-Ragout und Vanillekorallen. Das sagt doch alles, oder?

Damit endete die Reise durch die Sternewelt der Köstlichkeiten. Jedes Gericht konnte für sich begeistern, und fand zudem seinen Platz in der Gesamtkomposition aller fünf Gänge. Ich hatte zu Beginn angedeutet, dass es kaum möglich ist, mit Worten die Geschmäcker der Speisen annährend so zu beschreiben, dass sich der Leser einen wirklich Eindruck machen könnte, wie die Sinneszellen und Geschmacksnerven zunächst gestutzt, aber am Ende immer gejubelt haben, wenn die Kreationen serviert wurden. Wer aber gerade deswegen Lust auf mehr hat, den verweist Michael Bock, Leiter von Mercedes-Benz Classic, auf die Woche vom 13. bis 18. November 2012. Da feiern die Sternenächte ihre zehnte Ausgabe mit zahlreichen „kulinarischen Überraschungen.“ Na dann: Guten Appetit!

Das Kochen für Mansour Memarian wahre Leidenschaft ist, gibt er auch im Interview zu. Dank an Dirk Baranek (Restaurant-Kritik.de) für die Zusendung des Videos.

Weitere Information zu den Sternennächte auch im ticker.mercedes-benz-passion.com oder auf dem Mercedes-Benz Passion Blog.


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