Was haben Kühe mit der Mobilität der Zukunft zu tun?

Denkt man an Kühe, ist Mobilität nicht unbedingt das erste Thema, dass einem in den Sinn kommt. Man erinnert sich vielleicht noch an Kuh Yvonne, die letztes Jahr durch ihren „Mobilitätsdrang“ das Sommerloch überbrückte. Aber was haben Kühe bitte mit der Mobilität der Zukunft zu tun?

Angefangen hat alles Ende Mai 2011, kurz nach meiner Anstellung als Werkstudent. In meinem Posteingang fand ich eine Rundmail, die an Studenten, Praktikanten und andere junge Mitarbeiter adressiert war. Die Rede war von einem zweitägigen Event namens „Our Future Mobility Now“, welches von der ACEA – dem europäischen Automobilverband – in Brüssel organisiert wurde. Die Bewerbung bestand aus etwa 500 Wörtern, mit denen man sich die automobile Zukunft in 20 Jahren vorstellen sollte. Ich schrieb unter anderem über emissionsfreie Mobilität und stressfreies Fahren durch vollautomatisierte Fahrzeuge. Nach der Auswahl durch eine Jury war ich schließlich einer der 46 Delegates, die in Brüssel Ideen für die Zukunft der Mobilität entwickeln durften. Die Delegates stammten aus allen Teilen Europas: Deutschland, Spanien, Italien, Ungarn, den Niederladen und sogar indische und chinesische Studenten, die in Europa studierten, waren dabei! Es war faszinierend, die unterschiedlichen Kulturen kennen zu lernen – jeder war aufgeschlossen und gespannt, was an den Tagen alles passieren würde. Am ersten Tag verteilten wir uns auf vier Workshops, wobei ich am Workshop „Future Technologies“ teilnahm. In kleinen Gruppen entwickelten wir jeweils fünf Ideen, die wir den anderen Workshop-Teilnehmern vorstellten. Am Ende wurden die fünf besten Ideen ausgewählt, welche zusammen mit den Ideen aus den anderen Workshops im „Book of Ideas“ zusammengefasst und am nächsten Tag CEOs der Automobilindustrie und hochrangigen Politikern durch die Delegates vorgestellt wurden. Als derzeitiger Präsident der ACEA war auch Herr Dr. Zetsche in Brüssel, um mit uns über unsere Ideen zu diskutieren. Mehr über diesen Auftaktevent gibt es hier zu lesen.

Die Tage in Brüssel waren für mich ein einmaliges Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Umso schöner, dass dieser Dialog zwischen jungen Leuten und Führungskräften damit nicht vorbei war, sondern sowohl online als auch in unserem Unternehmen fortgesetzt wurde und wird. Auftakt für den internen Dialog war ein Wiedersehen mit den anderen Daimler-Mitarbeitern, die in Brüssel mit dabei waren. Ziel dieses Treffens war es, den kreativen Dialog, wie er in Brüssel stattfand, fortzuführen und die Impulse aus Brüssel aufzugreifen, zu bewerten und weiterzuentwickeln. Eine bunt gemischte Gruppe aus Studenten wie mir, Doktoranden, Diplomanden, Master-Studenten und Mitarbeitern, die gerade ihre erste Festanstellung angetreten haben, war dabei Grundlage für einen sehr kreativen und spannenden Abend. Und nun kommen wir wieder zur Eingangsfrage: Was haben Kühe mit der Mobilität der Zukunft zu tun? Sie steigern die Kreativität! Zu Beginn des Workshops sollten wir nämlich innerhalb von zwei Minuten ein Geschäftsmodell mit einer Kuh entwickeln. Dabei waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt – von der „Cow Catwash Station“, die mit ihrem Euter Katzen wäscht, bis zur „Kakao-Kuh“, die durch eine spezielle Futtermischung direkt Kakao statt Milch gibt, war alles dabei. Falls also in der Zukunft neue Geschäftsfelder gebraucht werden – die „Silly Cow“ Ideen stehen zum Einsatz bereit. ;-) Nach diesem gelungenen Auftakt war es auch keine Überraschung mehr, dass für die Mobilität der Zukunft ebenso viele tolle, neue Ideen entstanden sind, die wir nun ins Unternehmen tragen können. Führungskräfte unterschiedlicher Bereiche unterstützen uns dabei, die entwickelten Ideen Fachbereichen zu präsentieren und mit ihnen zu diskutieren. Ich finde es großartig, dass der Dialog, der in Brüssel angefangen hat, nicht versandet, sondern auch innerhalb von Daimler weitergeführt wird und die Ideen junger Mitarbeiter gehört, aufgegriffen und diskutiert werden. Wer weiß, vielleicht erschließt Daimler bald neue „kuhle“ Geschäftsfelder? ;-)

Auch außerhalb von Daimler besteht die Möglichkeit, über die Zukunft der Mobilität zu diskutieren und Ideen einzubringen. Registriert euch auf www.futuremobilitynow.com, um euch auf dem Laufenden zu halten und an Webinaren zu Mobilitätsthemen, die von den europäischen OEMs angeboten werden, teilzunehmen. Werdet Mitglied bei einer der zahlreichen Facebook-Gruppen (z.B. Our Future Mobility Now), nehmt an Gesprächsrunden zur Mobilität der Zukunft teil (z.B. checkdisout in Hamburg), tauscht euch mit anderen aus und entwickelt neue Ideen. So können wir gemeinsam die Mobilität der Zukunft gestalten!

Hier einige Ideen des Summit (engl.):

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