Mein Traum-Dienstwagen: Der 300 SLR

Ein Formel 1-Auto mit Straßenzulassung als Dienstwagen?

Rudolf Uhlenhaut und sein Sohn Roger, 1955Für Rudolf Uhlenhaut, einst PKW-Entwicklungschef bei Mercedes-Benz, war dies Realität.
Dafür beneiden ihn heute noch viele Besucher des Mercedes-Benz Museums und nicht zuletzt so mancher Mitarbeiter. Zu jenen gehöre auch ich.

Der 300 SLR, ein Auto das die Ästhetik des 300 SL Coupés mit der Technik eines Formel 1-Autos vereint – dieser Wagen als Bestandteil meines Arbeitsvertrags und ich würde nie wieder nach einer Gehaltserhöhung fragen!

Aber es ist nicht nur das Auto selbst mit seinen beeindruckenden Eckdaten (8 Zylinder, 300 PS und 290 km/h Spitze), sondern auch die damit untrennbar verbundene Persönlichkeit Rudolf Uhlenhauts, die die Faszination des Fahrzeugs mit der internen Bezeichnung W196S ausmacht.
Er war der Vater des Flügeltürers und der siegreichen Silberpfeile von Caracciola und Fangio. Darüber hinaus prägte er in seiner über 40-jährigen Schaffenszeit das gesamte PKW-Programm von Mercedes-Benz vom 170V bis zum C111 entscheidend mit.

Aber nicht nur in seinen heute noch sichtbaren Arbeitsergebnissen, sondern auch als Mensch war er eine Ausnahmeerscheinung. Er ließ es sich nicht nehmen, jeden Rennwagen persönlich zu testen, mit den gestandenen Rennfahrern konnte er problemlos mithalten. Legendär ist die belegte Geschichte von den Probefahrten vor dem Formel 1-Rennen auf dem Nürburgring 1954: Formel 1-Weltmeister Juan Manuel Fangio beklagte die Abstimmung des Autos. Uhlenhaut hatte gerade zu Mittag gegessen und setzte sich kurzerhand mit Anzug und Krawatte selbst ins Auto. Rennfahrerkollege Karl Kling bekam die Stoppuhr in die Hand. Das Ergebnis: Uhlenhaut fuhr die Runde 3,5 Sekunden schneller als Fangio. Uhlenhaut kommentierte trocken, „so schlecht könne die Abstimmung des Wagens also nicht sein“…

Auch nach dem Ausstieg aus dem Rennsport hielt Uhlenhaut mit seinem selbstkonstruierten Dienstwagen, dem eigentlich als Rennwagen gebauten SLR, den Mythos der Silberpfeile aufrecht. Seinen Fahrstil als begnadeter Rennfahrer behielt er auch auf öffentlichen Straßen, die zu seinem Vorteil damals natürlich etwas freier und ohne Blitzer waren, bei…

Die Bildkomponente zu „dem geilsten Dienstwagen aller Zeiten“ findet ihr in meinem nachfolgenden Podcast.


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