Gutes tun wird belohnt

Bei der RenovierungAlles begann damit, dass mein Ausbilder uns bei einem innerbetrieblichen Unterricht gefragt hat, ob wir nicht Lust hätten, ein soziales Projekt bei der Daimler-Ausschreibung „Wir bewegen was!“ vorzuschlagen. Meine Azubikollegin Nina Frühwirth und ich waren uns schnell einig, dass wir etwas dazu beitragen wollen. Leider war das schon kurze Zeit vor Anmeldungsschluss. Es musste also schnell eine gute Idee her.

Schon mein erster Gedanke galt der Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder in Würzburg. Die Initiative stand mir und meiner Familie in den Monaten während der Zeit der Krebserkrankung meiner kleinen Schwester Anna und auch nach ihrem Tod bei. Sie halfen uns die vielen schweren Stunden ein wenig zu erleichtern. Auch heute noch, fast sieben Jahre nach Annas Tod, bietet die Initiative ihre Hilfe in Gesprächskreisen und Wochenenden für die sogenannten „verwaisten Familien“ an. Wir haben gemerkt, wie wichtig es ist sich mit Menschen auszutauschen, die das gleiche erlebt haben, da nur sie verstehen können wie sehr der Verlust, auch noch nach Jahren, schmerzt.

Damals auf der Krebsstation haben wir viele Familien kennengelernt, die von weit her nach Würzburg kamen, weil sie hier die beste Versorgung für ihr Kind bekommen. Deswegen bietet die Elterninitiative kostenlose Übernachtungen in, von ihnen finanzierten, Elternwohnungen an, damit es den Familien möglich ist bei ihren kranken Kindern zu sein. So einen Rückzugsort für die Eltern, die wohl das schlimmste durchstehen müssen, was Eltern passieren kann, stellt man sich doch gemütlich und einladend vor. Doch leider fehlt der Elterninitiative das nötige Geld, um die Wohnungen zu renovieren.

Bei unserem ersten Besuch waren wir somit von diesem klinischen und kalten Zustand der Wohnung schon fast ein wenig geschockt. Doch das spornte uns nur noch mehr für unser Projekt an. Und so kam es, dass zwei Girlies in ihrem Azubi-Sommer-Urlaub zwei Wochen bei über dreißig Grad jeden Tag in dieser Wohnung schwitzten und werkelten. Ganz getreu unserem etwas naiven Motto „Wie lange kann es denn schon dauern, vier Räume zu renovieren!?“. Ganz ehrlich: Ich war wirklich froh als es vorbei war. Aber das Gefühl, mit seinen eigenen Händen etwas so Tolles auf die Beine gestellt zu haben, war wirklich überwältigend. Ich hatte das Gefühl der Elterninitiative etwas zurückzugeben.

Die PreisträgerAls ich dann die Einladung zur Abschlussveranstaltung erhalten habe, habe ich mich riesig gefreut die anderen Projektpaten und ihre Projekte kennen zu lernen. Mein erster Eindruck dann am 16.02. im Mercedes-Benz Museum war: „Hmm, ich bin irgendwie die Jüngste hier!“. Die Reden von Dr. Helga Breuninger von der Bürgerstiftung Stuttgart und Dr. Dieter Zetsche, die davon handelten wie wichtig es ist Gutes zu tun – egal in welchem Alter – haben mich zum Nachdenken gebracht. Deshalb war ich sehr froh meine 19-jährigen Kollegin und Freundin Nina Frühwirth an meiner Seite zu haben, die sagte „Hey wir haben alles was wir wollen, lass uns doch etwas zurückgeben!“

Als unser Projekt unter die besten zehn gewählt wurde, war ich sehr ergriffen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir aus dem kleinen Würzburg so viele Menschen bewegt haben. Viele kamen nach der Preisverleihung zu mir und erzählten mir, wie toll sie unser Projekt gefunden haben. Das hat mich mindestens so stolz gemacht, wie der Pokal, den ich erhalten habe.

Alles in allem war es eine sehr schöne Veranstaltung, die die wundervolle Erfahrung mit dem sozialen Projekt abgerundet hat und ich möchte mich auf diesem Weg bei den Verantwortlichen bedanken! Abschließend kann ich sagen: Kein Preis und keine Anerkennung kann über das hinweg trösten, was passiert ist, aber ich hoffe, dass ich mit meinem Projekt anderen Mut gemacht habe Ähnliches zu tun, damit wir auch weiterhin etwas bewegen können!


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