Rote Nasen in der Nachtschicht

Auch wenn die Überschrift es vermuten lässt, geht es in diesem Beitrag nicht um eine Grippewelle in der Daimler-Produktion. Schnupfen, Husten und Erkältung bleiben hier mal außen vor. Trotzdem stehen Heilung und Gesundheit durchaus im Vordergrund. Es geht um den Körper des Menschen, seine Möglichkeiten, aber auch Grenzen; und dies alles eingebettet in einen geistigen Kontext. Frage: In welchem Zusammenhang stehen Glauben und Heilung?

Antwort darauf versuchte Pfarrer Ralf Vogel am vergangenen Freitag zusammen mit dem ehemaligen Ironman-Sieger Norman Stadler sowie dem bekannten Kabarettisten und Arzt Dr. Eckart von Hirschhausen in der etwas anderen Gottesdienstreihe „Nachtschicht“ zu finden. Thema des Abends: „Ohnmächtige Körperwelten: der Arzt und sein Patient. Alle drei Monate ist die „Nachtschicht“ bemüht, zu einem bestimmten Thema die geistigen und körperlichen (Diskussions-)Ebenen zu vereinen. Ein Programm, über das auch die regionalen Print- und TV-Medien berichten.

Der etwas andere Feierabend-Gottesdienst in der Daimler-Kantine

Pfarrer Vogel diskutiert mit Gästen, die in ihrem Leben einen besonderen Zugang zum jeweiligen Thema gefunden haben. Die eigentliche Predigt geht in den Gesprächen auf, was unter anderem den innovativen wie kurzweiligen Charakter der Veranstaltung ausmacht. Den musikalischen Rahmen der bis zum letzten Platz ausgefüllten Veranstaltung in der Daimler Kantine bildete die Daimler Big Band. Ein professionelles Ensemble, das mit klassischem Bigband Jazz mit Schwerpunkt Swing, aber auch Latin, Funk, oder Rock-Jazz zu begeistern wussten.

Für verbreitete Zustimmung sorgten die Gedanken von Dr. Hirschhausen, der Heilung als einen  „Prozess der Interaktionen“ darstellte. Es gehe um die Berührung, um das Miteinander und letztlich um das Bedürfnis der Einzelnen, beachtet zu werden. Medizin ist damit mehr als das Verschreiben von Medikamenten, Wartezimmer und Gesundheitskosten.

Hirschhausen kam zu dem Schluss, dass Gesundheit ein Zustand ist, „wo ich weiß, dass ich lebendig bin.“ Worte, die für viel Applaus bei den Zuhörern führten. Auch der Aufruf, die „Roten Nasen“ (Clowns im Krankenhaus) zu unterstützen, die ihre Aufgabe darin sehen, kranken Menschen den Krankenhausaufenthalt zu erleichtern, stieß auf ein begeistertes Echo.

Weniger lustig, aber mindestens genauso interessant war der Bericht von Norman Stadler, der den Ironman zweimal gewann und im Jahr 2011 wegen einer Herz-OP seine Karriere beenden musste. Ein beeindruckendes Portrait voller Hoffnung und dem Willen eines jungen Mannes und Vaters, nun einen zweiten Lebensabschnitt zu beginnen.

Am Ende war der Abend, wie es Dr. Hirschhausen treffend bezeichnet hatte, wie eine kostenlose Sprechstunde. Es wurde viel gelacht, viele interessante Punkte besprochen und diskutiert. Gott durfte natürlich nicht fehlen. Doch selbst ein bekennender Atheist wie ich fand, losgelöst von der spirituellen Ebene, die eine oder andere Wahrheit; ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen.


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