Wisch- und Waschsysteme hautnah

Donnerstag ging es in der Frühschicht los. Vor der Halle 38 hatte ich das große Glück einen passenden Ansprechpartner zu finden, der mich zum entsprechenden Meisterbüro geleitete. Ich hätte sonst Zeit verschwendet mich zu orientieren, was auf so einem großen Gelände wie dem Werk Sindelfingen, nicht so einfach ist.

ProduktionNachdem ich mit Sicherheitsschuhen versorgt war, hatte ich die Möglichkeit die Montagebänder 2 + 3 für Exterieur- und Interieurkomponenten kennenzulernen. Bei dem regelmäßig stattfindendem „Jour Fix“ bekam ich einen Einblick in die Fehlerquellen und weitere Statistiklisten, die täglich geführt und überwacht werden. Genaue Protokollierung über Fehlerarten, Menge und Abstimmung der Abstellmaßnahmen werden 2 x pro Schicht gemeldet, um dem hohen Qualitätsanspruch zu genügen und schnell reagieren zu können.

Mein Respekt gilt dem Montagepersonal, das diese Beanspruchung Tag für Tag und Jahr für Jahr auf sich nimmt. Die Arbeit wird von einem 73-Sekunden-Takt beherrscht, indem jeder Arbeitsschritt abgeschlossen sein muss, um den nächsten in seiner Tätigkeit nicht zu behindern.

Bei der Montage der Wischerarme für die unterschiedlichen Varianten (Rechts- und Linkslenker) habe ich die körperliche Beanspruchung selbst erfahren. Es sieht aus der Distanz so einfach und anspruchslos aus, doch wenn man selbst die Prozesse durchführt, merkt man wie sehr z. B. die Handgelenke beim Schrauben beansprucht werden. Natürlich war ich der Muskelkraft der männlichen Kollegen unterlegen – die weiblichen Kolleginnen sehen es mir bitte nach, dass ich nur die maskuline Form wähle. Die Kollegen in der Montage sind mit der Zeit auch mehr auf die Beanspruchung trainiert.

Ein großer Dank gebührt dem Meister, Herrn Ferber, und dem Montagepersonal, die mich tatkräftig unterstützten, wenn ich nicht im Takt war. Nach circa einer Stunde, kam ich ungefähr in den Rhythmus, doch kamen immer wieder die unterschiedlichen Varianten dazwischen, die sicherlich auch den Monteuren nicht dienlich sind. Erfahrungen der Kollegen bestätigten, dass eine erhöhte Variantenvielfalt die Fehlerquote beeinflusst. Am Nachmittag ging es in die Kommissionierung der Wasserableiter mit dem Wischwasserschlauch und Düsen – eine Tätigkeit, die nicht direkt am Band durchgeführt wird.

Als Ansprechpartner aus der Entwicklung, wurde die Gelegenheit von mehren Montagebereichen genutzt, Themen hinsichtlich Wisch-/Waschsystemen an mich heranzutragen, so dass ich am zweiten Tag viele Gespräche führte und Prozesse beobachtete. Es war für mich eine wesentliche Erfahrung, die Produkte aus einer anderen Perspektive sehen und bewerten zu können, die Themen, die die Produktion beschäftigen in die Entwicklung zu reflektieren und Kontakte in die Montage aufzubauen.

Und es passiert doch viel im Bereich Wischer-/Waschsysteme. Zu dieser Erkenntnis bin ich seit Oktober 2011 gekommen, seitdem ich in diesem Bereich tätig bin. Durch Innovationen wie Magic Vision Control ist der Bereich auch in den Fokus der Presse gerückt und es bleibt spannend und sicherlich war dies nicht die letzte Erfahrung in der Montage.

Ich selbst bin seit Oktober 2011 als Entwicklungsingenieurin in der Entwicklung im Team Wischer- und Waschsysteme tätig. Um mir dieses neue Thema zu erschließen, war es mir wichtig als Neuling nicht nur die Strukturen und Prozesse in der Entwicklung kennenzulernen, sondern auch die Verarbeitung des Endproduktes in der Serienmontage zu erleben. Nach Rücksprache mit meinem Teamleiter, Herrn Bohn, stieß ich auf positive Resonanz, so dass es mir möglich war zwei Tage im Werk, bei der Montage der Wisch- und Waschsysteme der aktuellen C-Klasse, zu verbringen.


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